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Schweiz Fallpauschale: Elektronische Rechnung bringt keine Erleichterung

Spitäler und Krankenkassen müssen dieses Jahr auf elektronische Rechnungen umstellen. Wo das bereits vollzogen ist, zeigt sich: Der Aufwand massiv grösser als zuvor.

Effizienter und einfacher werde das Abrechnen von Spitalaufenthalten, hiess es zuerst, doch nun zeigt sich: Der Wechsel zur elektronischen Rechnung macht erst einmal mehr Arbeit.

Blick durch die Tür eines besetzten Operationssaals.
Legende: Eineinhalb Jahre nach der Umstellung bereitet die Fallpauschale Spitälern weiterhin Schwierigkeiten. Keystone

Neu müssen die Spitäler mit der Rechnung Daten liefern, die über Diagnosen und Behandlungen informieren - wegen der diagnosebezogenen Fallpauschalen. Diese heiklen Patientendaten dürfen nicht direkt an die Krankenkasse gehen. Damit das Arztgeheimnis und der Datenschutz gewahrt bleiben, gehen die Daten neu an eine vorgelagerte Stelle.

Rund ein Drittel aller Krankenkassen haben inzwischen eine solche zertifizierte Datenannahmestelle. Sie prüft die Rechnung. Wenn etwas auffällt, meldet die Stelle das der Krankenkasse und diese kann beim Spital weitere Informationen einholen.

Mehr Anfragen von Spitälern

Aus Sicht des Spitaldachverbandes H-Plus klappt das gut, wie Sprecherin Dorit Djelit sagt. Ihnen seien keine Probleme mit der Datenübermittlung zwischen Spital und Krankenversicherung gemeldet worden. «Einzig ist die Rückfragequote etwas höher als vor Einführung des Systems mit den Datenannahmestellen.» Konkret fragen die Krankenkassen doppelt so häufig nach wie zuvor. «Das betrifft aber vor allem Spezialkliniken – wie etwa Kinderspitäler oder Uni- und Zentrumsspitäler, die vor allem mit komplexen Fällen konfrontiert sind. Hier schauen die Krankenkassen genauer hin», betont Djelit.

Für Krankenkassen und Spitäler bedeutet die Umstellung also zuerst einmal mehr Arbeit. Das bestätigt Paul Rhyn, Sprecher des Krankenkassenverbands Santésuisse. Er hoffe aber auf die Zukunft, der Versicherer sei daran interessiert, seinen Aufwand gering zu halten. Zudem wolle er dort, wo Fehler auftreten, gezielt eingreifen können. «Jetzt sind wir noch in der Anlaufphase, aber wenn das System voll umgesetzt ist, wird da sicher eine Effizienzsteigerung resultieren.»
(aebn;)

7 Kommentare

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  • Kommentar von Ch. Gerber, Basel
    Wir zahlen und zahlen und zahlen... Und nun sieht man es hat nichts gebracht. Besten dank für euere Lügen... Wir dürfen erneut immer mehr zahlen.
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  • Kommentar von Walter Häcki, 6390 Engelberg
    Solche neue gesteigerte Kosten entstehen bei und, weil wir im Gesundheitswesen nur noch Planwirtschaft haben. Und alles vom Parlament unter Druck der Krankenkassen gesteuert wird. Fallpauschalen gesetzlich zu erzwingen war ein Fehler der vor 5 J. gemacht wurde. Und nach jedem Schritt in die falsche Richtung muss dann vom Gesetzgeber eine Korrektur verfügt werden. Dies alles ohne dass der Patient besser behandelt wird. Das meiste läuft auf seinem Buckel. Er ist ja Kostenverursacher.
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  • Kommentar von Alfred Zimmermann, Klingnau
    Einsparungen wird es ohne hin keine geben, solange Kosten rückerstattet anstatt Preise bezahlt werden! Die effizienten Leistungserbringer werden bestraft!
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    1. Antwort von M. Keller, Thurgau
      Um es radikaler zu formulieren: es wird keine Einsparungen geben, solange die chemischste Methode gewählt wird, anstatt die Wirksamste zu vergüten... Beispiele gibt es viele (EIN Bsp. Schmerztabletten, statt orth. Einlagen bezahlen...)
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