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Schweiz FDP auch im Tessin auf Siegeskurs

Die FDP legt nach Erfolgen in anderen Kantonen auch im Tessiner Kantonsparlament zu und erreicht einen Wähleranteil von 26,7 Prozent. Dicht auf den Fersen bleibt ihr die rechtspopulistische Lega mit einem Anteil von 24,2 Prozent. Auf der Verliererseite stehen die Linken und die CVP.

Legende: Video FDP bleibt stärkste Kraft abspielen. Laufzeit 0:42 Minuten.
Aus Tagesschau am Vorabend vom 20.04.2015.

Nach den Wahlerfolgen in anderen Kantonen konnte die FDP auch bei den Wahlen ins Tessiner Kantonsparlament zulegen: Sie erreicht einen Wähleranteil von 26,7 Prozent (24 Sitze) und liegt damit vor der Lega dei Ticinesi mit einem Anteil von 24,2 Prozent (22 Sitze). Beide Parteien schicken je einen zusätzlichen Vertreter nach Bellinzona und verfügen zusammen über die absolute Mehrheit im 90-köpfigen Parlament.

Damit setzte sich der Rechtsrutsch im Südkanton fort, der sich bereits bei der Wahl der Regierung am Sonntag angedeutet hatte. Der Tod des Lega-Gründers Giuliano Bignasca im März 2013 hat die «Leghisti» demnach keine Wählerstimmen gekostet. Mit den Kandidaten Norman Gobbi und Claudio Zali hatte die Lega am Sonntag bereits ihre beiden Sitze in der Kantonsregierung verteidigt.

CVP, SP und Grüne verlieren

Drittstärkste Partei nach FDP und Lega bleibt mit einem Wähleranteil von 18,5 Prozent die CVP. Allerdings blieben die Christdemokraten damit deutlich hinter ihrem Ergebnis von 2011 zurück (20,5 Prozent) und büssten zwei ihrer bisher 19 Sitze ein.

Zu den Verlierern gehören die linken Parteien: Die Sozialdemokraten kamen auf einen Wähleranteil von 14,7 Prozent (2011: 15,1), was 13 Sitzen entspricht (-1). Die Grünen erreichten noch 6,0 Prozent (2011: 7,6) und verloren einen ihrer sieben Sitze. Am Sonntag hatte sich die Partei mit ihrem Chef Sergio Savoia erfolglos um einen Sitz in der Kantonsregierung beworben.

Die Tessiner SVP trat zusammen mit zwei Partnerparteien erstmals unter dem Namen «La Destra» (Die Rechte) an. Mit dieser Strategie wollte sich die Partei vom bisherigen Partner Lega nach rechts abgrenzen. Sie konnte den Wähleranteil von 5,8 Prozent minim stärken (+ 0,6), behält aber unverändert ihre fünf Sitze.

Die Kommunisten verfügen neu über zwei Sitze im Tessiner Grossen Rat (+1), die Partei MontagnaViva zieht neu mit einem Vertreter ins Parlament ein. Die Wahlbeteiligung betrug 62,3 Prozent. Erstmals stand den Tessinerinnen und Tessinern in diesem Jahr die Möglichkeit der Briefwahl offen.

Staatsrat in Männerhand

Bei der Wahl des Staatsrats, der Tessiner Regierung, waren am Sonntag vier Bisherige im Amt bestätigt worden. Neben den beiden Lega-Vertretern Norman Gobbi und Claudio Zali sind dies Paolo Beltraminelli (CVP) und Manuele Bertoli (SP). Anstelle der abtretenden FDP-Staatsrätin Laura Sadis wird der Freisinn künftig von seinem bisherigen Fraktionschef im Grossen Rat, Christian Vitta, in der Kantonsregierung vertreten. Damit sitzen in der neuen Tessiner Regierung ausschliesslich Männer.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Charles Dupond, Vivis
    Immerhin haben in dem besonders unter dem Lohndoemping leidenden Tessin ueber 30 Prozent Parteien gewaehlt, welche den Schweizer Arbeitsmarkt schuetzen wollen. In der "Rest"schweiz gibts dafuer nur die SvP-Mogler, die zwar den Inlaendervorrang propagieren, aber vor allem die humanitaere Einwanderung und gar auch Schweizern den Familiennachzug sabotieren wollen. Dass udU die sP weiter floppt, quittiert deren Arbeiterverrat. Und die FDP-"Treue" wird auf dem Land wieder wichtig bei der Arbeitssuche
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    1. Antwort von M.Müller, Zürich
      Sorry, voll falsch, die FDP will in die EU und fördert das Lohndumping und die Vermögensumschichting. Unsere Extremparteien SP, Grüne, FDP und SVP sind nur noch für Selbstmördern wählbar welche sich selber weiterhin maximalen Schaden zuführen wollen.
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    2. Antwort von R.Anderegg, Zürich
      da floppt eher die $P als die SVP, die Grünen verlieren auch hier und Lega und SVP haben zusammen 30%.
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    3. Antwort von Charles Dupond, Vivis
      @Mueller - Ich gehe mit Ihrer "nur die allerduemmsten Kelber waehlen ihre Metzger selber"-Diagnose (+CVP und -Tessiner Gruene) voll einig. Der fdP-Tunnelblick reicht nur fuer den Tagesgewinn, aber nicht fuer eine nachhaltige Wirtschaft, die Einheimischen auf Dauer sichere Stellen bietet. Das wissen auch die Schleueren derer, die sich auf dem Land mit einer fdP-Larve der Chancenlosigkeit bei der Arbeitssuche ein Schnippchen zu schlagen versuchen....
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  • Kommentar von Reto v.Gunten, Thun
    Nachdem viele gemerkt haben, dass eine entfesselte SVP dem Land nur schadet, bemüht man sich jetzt "vernünftig" zu wählen, damit ja kein wirtschaftlicher Schaden entsteht. Leider rückt die FDP aber auch ständig nach Rechts und ist für Menschen mit sozialem Verantwortungsgefühl nicht wählbar. Für Leute, die die Umwelt als wichtigste Ressource überhaupt erkannt haben, natürlich auch nicht. Leider sind das in der CH nur wenige.
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    1. Antwort von Björn Christen, Bern
      Genau, für Menschen "mit sozialem Verantwortungsgefühl" ist nur die SP wählbar - die Partei, die ihre soziale Verantwortung Schweizern gegenüber dadurch zum Ausdruck bringt, indem man für die endlose Masseneinwanderung und dadurch Lohndumping, stiegende Miet- und Bodenpreise, immer längere Arbeitswege, verstopfte Strassen und Züge, mehr Umweltbelastung und generell weniger Lebensqualität steht. Ein supersozialer Verein, diese roten Socken!
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  • Kommentar von M.Müller, Zürich
    Auch die Tessiner wollen vom den Finanzfilzpolitäiker weiter abgehockt werden. Es leben die schwarzen Parteikassen und des Schweizers Volkssport - das Jammern! Nichts ändern - ändert nichts. Wir scheinen ein lernresistentes Volk zu sein und das wissen die Politiker und nützen es aus.
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