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Burkhalter-Nachfolge FDP setzt auf Dreierticket

Die Fraktion schickt Ignazio Cassis, Isabelle Moret und Pierre Maudet ins Rennen um den frei werdenden Bundesratssitz. Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick.

Wie hat die FDP entschieden? Die FDP-Fraktion hat sich mit 22 zu 19 Stimmen bei einer Enthaltung für ein Dreierticket ausgesprochen. Sie kürt somit den Tessiner Nationalrat Ignazio Cassis, die Waadtländer Nationalrätin Isabelle Moret und den Genfer Staatsrat Pierre Maudet zu ihren offiziellen Kandidaten.

Warum ein Dreierticket? FDP-Parteipräsidentin Petra Gössi erklärt den Entscheid damit, dass man eine Auswahl bieten wolle. Mit diesen drei Kandidaten könne die Partei ein breites Spektrum beim Alter, Geschlecht und bei der politischen Ausrichtung bieten. «Wählen heisst schlussendlich immer auch auswählen», so Gössi.

Wie reagieren die Kandidaten? Ignazio Cassis freut sich nun «auf die letzten zweieinhalb Wochen Schlussspurt» vor der Wahl. Er sei als FDP-Mitglied stolz, dass sich die Partei für drei Kandidaten entschieden habe. «Das ist ein Beweis für die Qualität unserer Fraktion.» Kandidat Pierre Maudet bedankt sich vor den Medien dafür, dass man ihn berücksichtigt habe. Auch Isabelle Moret freut sich, dass man ihr das Vertrauen geschenkt habe und sie mit den Kollegen Maudet und Cassis auf dem Ticket stehe.

Welches Signal setzt der Entscheid? Kein sehr starkes Signal, so SRF-Bundeshauskorrespondent Philipp Burkhardt. Die Fraktion sei sehr gespalten gewesen, die Diskussion habe entsprechend lange gedauert. «Das erweckt den Eindruck, dass die FDP selber nicht so recht weiss, für wen sie sich entscheiden will: Also überlässt sie es der Vereinigten Bundesversammlung.»

Wer hat nun die besten Chancen? Laut Philipp Burkhardt bleibt Cassis haushoher Favorit. Der Kanton habe 18 Jahre lang keinen Bundesrat mehr stellen können und habe einen ausgewiesenen Anspruch. «Cassis ist bestens bekannt im Parlament und sehr wohlgelitten. Ich gehe davon, dass er der neue Bundesrat wird.»

Was sagen die anderen Parteien? Laut SVP-Präsident Albert Rösti wollte die FDP mit dem Dreierticket «offenbar kein Risiko eingehen». Er verstehe die Logik des Dreiertickets aber nicht ganz. Es gebe auch andere Schweizer Regionen, die nicht im Bundesrat vertreten seien – etwa die Ostschweiz. Die CVP teilte mit, sie werde die Entscheide für eine allfällige Wahlempfehlung erst nach den Anhörungen der Kandidaten durch die eigene Fraktion fällen. Auf linker Seite würdigten die Grünen die Entscheidung der FDP-Fraktion, auch eine Frau ins Rennen zu schicken. Die SP wollte sich bisher noch nicht offiziell zum Bundesratsticket der FDP äussern.

Wie geht es weiter? Die offiziellen Kandidaten werden nun von den übrigen Bundeshaus-Fraktionen zu Hearings eingeladen. Die Anhörungen finden wohl am ersten und am zweiten Dienstag der Herbstsession in der übernächsten Woche statt. Wilde Kandidaturen sind zwar möglich, aber wenig wahrscheinlich. Die Wahl des neuen Bundesrats erfolgt dann am 20. September 2017.

6 Kommentare

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  • Kommentar von László Schink (Schink)
    Die Welschen sind mit 23% der Bevölkerung schon heute mit 3 Sitzen im Bundesrat übervertreten, während die Süd- und die italienische Schweiz seit 20 Jahren nicht mehr im Bundesrat vertreten sind. Moret und Maudet sind da fehl am Platz und ritzen damit auch an der Bundesverfassung. Maudet ist zudem eu-freundlich und unterstützt die Sans Papiers, während Frau Moret im Verband der Auslandsschweizer durch viele Absenzen und Unwissen eine schlechte Figur abgibt.
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  • Kommentar von E. Waeden (E. W.)
    Zur Auswahl stehen also:"Ein Diana-Königin der Herzen-Verschnitt", einen "Macron 2" & Cassis." Gut, seine Nähe zu Krankenkassen gefällt nicht, aber welcher BR, Parlamentarierer usw. hat nicht seine Lobbyisten? Hoffe er wird gewählt, weil er 1. aus dem Tessin stammt & 2. bodenständig ist & sehr viel Erfahrung mitbringt. Als Nachfolge von D. B. ist Cassis die beste Wahl.
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  • Kommentar von Theresia Weber (Resi)
    Cassis : Nein, die doppelte Staatsbürgerschaft aus Italien habe ich abgegeben, weil es für mich so richtig war. Das lässt mich etwas perplex. Ist doch nur ein "Papier".Wie klopft sein Herz? Kenne einige Italiener mit CH-Pass die seit mehr als 40 Jahren in der Schweiz leben. Geht es um einen Fussballmatch I-CH, schlägt das Herz dieser eingebürgeten Schweizer immer noch für Italien....
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    1. Antwort von Albert Planta (Plal)
      Ich kann sie beruhigen, es geht hier nicht um Fussball. Die Probleme , die der Bundesrat zu behandeln hat sind doch noch etwas komplexer.
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