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Tourismus in den Bergen Ferienwohnungen werden günstiger

Eine Ferienwohnung in der Schweiz zu besitzen, wird immer unbeliebter: Die schwache Nachfrage lässt die Preise purzeln.

Legende: Audio «Immobilienpreise in Tourismusorten sinken» abspielen. Laufzeit 2:52 Minuten.
2:52 min, aus Rendez-vous vom 12.06.2017.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Laut einer Studie der UBS ist der Kauf von Ferienwohnungen in den Schweizer Bergen deutlich günstiger geworden.
  • Vor allem an Top-Standorten wie St. Moritz, Gstaad und Verbier sanken die Preise seit 2012 deutlich.
  • Gründe sind der starke Franken und ein Bauboom nach der Annahme der Zweitwohnungs-Initiative. Zudem sind Eigentums-Ferienwohnungen bei jüngeren Generationen unbeliebter.

Während die Preise für Ferienwohnungen in den Bergen in Frankreich oder Österreich ansteigen, sinken sie in der Schweiz. Dies sagt die neue UBS-Studie «Alpine Property Focus». Laut dieser hat sich auch die Zahl der leer stehenden Ferienwohnungen im Vergleich zu 2011 fast verdoppelt. In den zehn teuersten Destinationen liegen die Leerstände zwar tiefer als noch 2012. In den übrigen Alpinresorts sei wegen der Annahme der Zweitwohnungsinitiative und dem daraus entstandenen Bauboom in den Schweizer Alpen die durchschnittliche Leerstandsquote auf 1,9% gestiegen, was einer Verdoppelung entspreche.

Engadin/St. Moritz teuerste Destination der Alpen

Am stärksten gingen die Preise für Ferienwohnungen in der Lenzerheide zurück, nämlich um 9 Prozent. In Laax, Scuol, Crans-Montana und Verbier sank das Preisniveau um rund 6 bis 7 Prozent. Auch in Engadin/St. Moritz liessen die Preise um 3 Prozent nach, trotzdem verteidigte die Destination den ersten Rang der teuersten Ferienwohnungen des ganzen Alpenraums. Zulegen konnten die Preise hingegen in Arosa und Zermatt.

Österreich und Frankreich beliebt

Seit 2014 sanken die Preise für Ferienwohnungen in Schweizer Alpendestinationen um durchschnittlich 1 Prozent. Anders sieht es in den französischen und österreichischen Alpen aus: Dort stiegen die Preise in den letzten drei Jahren um durchschnittlich 3,5 respektive 2,5 Prozent.

Nachfrage schrumpft wohl auch in Zukunft

Für die nächsten Jahre erwartet die UBS weitere Preisrückgänge. Ferienwohnungen sind bei den Schweizern immer weniger beliebt, sie fahren öfter ins Ausland. Durch Sharing-Economy-Angebote können Ferienwohnungen einfacher gemietet werden - ein Eigentum wird dadurch unnötig. Hinzu kommt, dass die wichtigste Nachfragegruppe der 50 bis 55-Jährigen in Zukunft aufgrund der Demografie schrumpfen wird.

Die teuersten Ferienwohnungen

Die Schweiz hat nach wie vor den teuersten Markt für Ferienwohnungen
im Alpenraum. An erster Stelle liegt St. Moritz mit rund 14'000 Franken
pro Quadratmeter. Gstaad und Verbier belegen die Plätze zwei und drei.
Danach folgt das französische Courchevel mit 12'000 Franken.
Im Segment über 10'000 Franken liegen auch die Lenzerheide, Zermatt,
Davos/Klosters, Laax/Flims und die Jungfrau-Region. Im Mittelfeld
rangieren Ferienorte wie Scuol, Arosa und Saas-Fee. Wer eine
Ferienwohnung für weniger als 6000 Franken pro Quadratmeter sucht, wird
in Evolène, Leukerbad oder Disentis fündig.

1 Kommentar

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  • Kommentar von M. Roe (M. Roe)
    Vor allem in bekannten Ferienorten die viel zu viel gebaut hatten, versucht man nun mit Billigangeboten auch die neuen (unnötigen) Ferienwohnungen zu vermieten. Wenn man eine einfache +nicht aus dem letzten Bauboom stammende Wohnung zur Vermietung anbietet, hat man wenig Chancen.Die "Tourismus-Geimeinde-Immobilien-Organe" verhindern wie in der Vergangenheit, dass günstige (gute) Ferienwohnung vermietet werden, damit die eigentlich überflüssigen +viel zu teuren Wohnungen vermietet werden können.
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