Finma geht härter gegen fehlbare Banker vor

Die Finanzmarktaufsicht Finma hat diese Woche klar gemacht: Bankenchefs, die unrechtmässig handeln, werden hart angefasst. Erstes Beispiel: das Berufsverbot für den Ex-Chef der Bank Coop. Zweites Beispiel: die neuen Leitlinien zur Durchsetzung des Aufsichtsrechts.

Besucherparkplatz-Schild vor dem Gebäude der Finma.

Bildlegende: Die Finma hat neue Leitlinien aufgesetzt – und will sie auch durchsetzen. Keystone

Eines soll allen Bankern unmissverständlich klar sein: Wer die Regeln bricht, muss persönlich dafür gerade stehen. Stärker als bisher werde die Finma nicht nur die beaufsichtigten Firmen, sondern auch einzelne Entscheidungsträger zur Rechenschaft ziehen, sagt Finma-Mediensprecher Tobias Lux.

«Es geht darum, dass wir dort intervenieren und ein klares Zeichen setzen wollen, wo natürliche Personen für schwere Verletzungen von Bestimmungen des Aufsichtsrechts die Verantwortung tragen.» Dagegen wolle die Finma künftig ganz gezielt vorgehen.

Mit der härteren Gangart zieht die Behörde eine Lehre aus bisherigen Erfahrungen. Diese haben gezeigt, dass auch saftige Bussen in der Finanzwelt oft weniger bewirken als erwünscht. «Obwohl sehr hohe Bussen im Ausland verhängt werden können, kommen immer wieder neue Fälle ans Tageslicht, bei denen das Geschäftsverhalten zu beanstanden ist.» Das Verhalten ändere sich kaum, so Lux. Deshalb überlege man sich nun neue Massnahmen.

Bank Coop weder erstes noch letztes Exempel

Was das in der Praxis bedeutet, hat die Finma diese Woche am Beispiel der Bank Coop vorexerziert. Sie hat nicht nur die Bank wegen Marktmanipulation im Handel mit den eigenen Aktien gerüffelt. Sondern sie hat darüber hinaus ein dreijähriges Berufsverbot gegen Andreas Waespi, den Ex-Chef der Bank, ausgesprochen. Der darf nun seine neue Stelle bei der Aargauer Kantonalbank (AKB) nicht antreten.

Lux will nicht versprechen, dass die Finma solche Berufsverbote von jetzt an häufiger verhängt. Wenn sich die Banker an die Gesetze hielten, wäre das ja auch nicht nötig. Nur: «Das ist leider nicht immer der Fall, und deshalb müssen wir unsere Instrumente einsetzen.» Diese Woche war es somit sicher nicht das letzte Mal, dass die Finma hart und gezielt Missetäter an den Pranger stellt.