Firmen drücken auf die Lohnbremse

Der Gewerkschaftsdachverband ist unzufrieden mit dem Verlauf der Lohnverhandlungen. Gemäss Travail Suisse würde die durchschnittliche Lohnerhöhung bei weniger als ein Prozent liegen. Eine Branche hingegen legt deutlich zu.

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Lohnverhandlungen mit unterschiedlichen Ergebnissen

1:47 min, aus Tagesschau vom 15.12.2014

Bis zu 1,8 Prozent mehr Lohn erhalten Arbeitnehmer im kommenden Jahr. Travail Suisse bezeichnet dies unter Verweis auf die guten Wachstumsprognosen für die Schweizer Wirtschaft als zu wenig.

Die Verhandlungen seien äusserst zäh gewesen, schreibt der Gewerkschafts-Dachverband. Als Nachteil in den Lohnverhandlungen habe sich die sehr tiefe Teuerung erwiesen.

Travail Suisse weist indes auch daraufhin, dass die erreichten Lohnerhöhungen dafür Reallohnerhöhungen entsprächen. Das bedeutet, dass die Kaufkraft tatsächlich steigt und die Lohnerhöhung nicht von höheren Preisen aufgefressen wird.

Allerdings habe man in auffallend vielen Bereichen überhaupt keine sozial-partnerschaftliche Lösung erzielt werden können, schreibt der Verband. Insbesondere im Gewerbe stecke die Sozialpartnerschaft in einer schwierigen Lage. Im Bauhauptgewerbe sei diese nach dem Abbruch der Verhandlungen durch die Arbeitgeber regelrecht blockiert.

Individuelle Lohnerhöhungen kritisiert

Kritisch sieht Travail Suisse die Tendenz zu individuellen Lohnerhöhungen. In den letzten drei Jahren hätte diese stark zugenommen. Dabei bestehe die Gefahr von Willkür und Bevorzugung, schreibt der Verband, besonders wenn in den Betrieben keine transparenten Lohnsysteme existierten.

Als Lichtblick nennt Travail Suisse den per Anfang 2015 in Kraft tretenden neuen Gesamtarbeitsvertrag für die Bäcker-, Konditoren- und Confiseurbranche. Dieser bringe neben einer Verbesserung der Arbeitsbedingungen auch eine Anhebung der Mindestlöhne um bis zu 5,9 Prozent.

Reallohn-Entwicklung – Veränderung in % gegenüber Vorjahr