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Fixe Franchise für drei Jahre Eigenverantwortung oder Knebelvertrag?

Legende: Audio Weniger Freiheit bei der Franchise? abspielen. Laufzeit 2:28 Minuten.
2:28 min, aus HeuteMorgen vom 18.12.2017.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Versicherte sollen die Franchise bei der obligatorischen Krankenversicherung nicht mehr jedes Jahr, sondern nur noch alle drei Jahre wählen können.
  • So will es ein Vorstoss der nationalrätlichen Gesundheitskommission.
  • Wer vor einer Operation stehe, könne diese heute um ein Jahr hinausschieben und die Franchise auf das Minimum senken, argumentieren die Befürworter.
  • In der Praxis geschehe dies selten, wenden die Gegner ein.
  • Die Krankenkassenverbände sind sich in der Sache nicht einig.

Wer die höchste Franchise von 2500 Franken wählt, kann Krankenkassenprämien sparen. Dies ist aber auch mit einem Risiko verbunden: Im Krankheitsfall muss man die ersten 2500 Franken für die Behandlung selber bezahlen.

Weiss man aber beispielsweise, dass man vor einer kostspieligen Knieoperation steht, kann man diese aufs neue Jahr schieben und die Franchise aufs Minimum von 300 Franken senken.

Damit solle Schluss sein, findet die Mehrheit der Gesundheitskommission.

Ausmass des Problems ist umstritten

Es gelte, die Eigenverantwortung zu stärken, sagt SVP-Nationalrat Thomas de Courten. Für eine Senkung der Gesundheitskosten brauche es Stabilität beim Versicherungsmodell, und nicht ein «opportunistisches Herumspringen bei der Franchise».

Was ihr Ratskollege beschreibe, sei in der Realität kein grosses Problem, findet dagegen die Sozialdemokratin Barbara Gysi. Weniger als ein Prozent der Versicherten tue dies. Für Menschen, die länger krank seien, sei es wichtig, wechseln zu können. «Wenn man drei Jahre gebunden ist, ist das einfach zu lange», so Gysi.

Die FDP will zwar mehr Eigenverantwortung, aber keinen Zwang. «Wir setzen auf die Einsicht, dass es vorteilhaft sein kann, wenn man eine längere Vertragsdauer wählt», sagt FDP-Nationalrätin Regine Sauter. Versicherte sollen selber wählen, ob sie sich für 3 Jahre auf eine Franchise verpflichten wollen.

Verbände schätzen Folgen unterschiedlich ein

Die beiden Verbände der Krankenkassen sind sich uneinig: Während Santésuisse hinter dem Franchisen-Vorschlag der Gesundheitskommission steht, ist Curafutura dagegen.

Schweizerinnen und Schweizer seien vorsichtige Menschen, erklärt Mediensprecher Ralph Kreuzer. Er befürchtet, dass mehr Versicherte die tiefste Franchise wählen würden. Der Vorschlag sei kostentreibend, nicht kostendämpfend.

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31 Kommentare

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  • Kommentar von Henriette Rub (ehb)
    Allen Befürchtungen und allem herumschrauben zum Trotz, steigen die Prämien Jahr für Jahr. Eine vernünftige Lösung dieses Problems ist nicht in Sicht. Trotz anscheinend klugen Männern und Frauen, Computer, Statistiken usw schafft es niemand, einen gangbaren Weg zu finden. Die variable Franchisenwahl ist sicher nicht des Pudels Kern.
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  • Kommentar von Marlies Artho (marlies artho)
    Bin mir einfach nicht so sicher,ob es jemandem etwas nützt,wenn man ständig Politiker verurteilt. Vielleicht sollte jeder einmal Fragen, nehme ich die Verantwortung für mein Leben wirklich war,oder sagt man sich,bin ja Versichert so kann ich gewisse Risiken eingehen,sei dies beim Skifahren,Wassersport,Fussball usw.Dazu kommt noch,dass die zahl von Menschen die keine K.K. bezahlten eventuell zunahm,die ärztliche Hilfe brauchen,da dies Humanitäre Tradition ist. Solidarität für einander allgemein?
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  • Kommentar von Marlies Artho (marlies artho)
    Frage wer hat etwas dagegen,gegen Selbstverantwortung im Allgemeinen.Bin über 42 J. Diabetikerin und nehme meine Selbstverantwortung war,Franchise ist 300 Fr. und bin seit J. bei der gleichen KK.Wenn ich den durchschnitt rechne was einbezahlt und wie viel von der K.K. bezogen wurde,so kann ich sagen,dass meine Selbstverantwortung für meine Gesundheit dienlich ist,denn ich brauche weniger als ich einzahle von der K.K. Durch die Selbstverantwortung geht es mir gesundheitlich sehr gut, Gottseidank.
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    1. Antwort von Henriette Rub (ehb)
      Frau Arto, leider lässt sich auch mit sehr viel Selbstverantwortung nicht jedes (Gesundheits-)Problem lösen.
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    2. Antwort von Marlies Artho (marlies artho)
      H. Rub dies ist mir auch bewusst,ich zeigte hier ein Beispiel auf von mir. Denn ich kenne Diabetiker,die oft Gleichgültig umgehen mit dieser Krankheit leider.Nachher jedoch Zehen,Füsse am ende Beine abnehmen müssen,oder Blind werden.So gibt es vielleicht noch einige Krankheiten,um sein eigenes Bewusstsein zu aktivieren. Z.B. bei Diabetes weiss jeder was für Folgen es auslöst.Darum wer verantwortungsbewusst bei gewissen Krankheiten umgeht,dies dankt der Körper und dem Mensch geht es besser.
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