Flaschenhals Schönenwerd

Die Strecke Olten-Aarau ist eine der am stärksten befahrenen Bahnachsen der Schweiz. Kommt es hier zu einer Störung, wie am frühen Morgen, kollabiert der Fernverkehr auf der Ost-West-Achse. Für rund 800 Millionen Franken soll das Nadelöhr entschärft werden.

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Personenunfall auf Strecke Zürich-Bern

1:02 min, aus Tagesschau am Mittag vom 14.1.2013

Der Personenunfall ereignete sich kurz vor 5 Uhr beim Bahnhof Schönenwerd (SO). Beide Spuren der Ost-West-Achse wurden darauf für rund zwei Stunden komplett gesperrt. Nach gut zwei Stunden konnte die Strecke wieder eingleisig befahren werden. Ab 9.20 Uhr lief der Betrieb wieder normal.

Die Folgen des Unterbruchs waren riesig: 35 Züge auf der Hauptverkehrsachse Bern Zürich fielen aus, 17 mussten umgeleitet werden, insgesamt 360 Züge waren verspätet unterwegs. Der Unfall traf die SBB quasi an der Achillesferse der Bahn.

In der Schweiz gibt es zwar für praktisch jeden Bahnhof eine Notfallcheck-Liste. Darin enthalten seien die Ersatzkonzepte bei Betriebsstörungen, sagte SBB-Mediensprecher Christian Ginsig zur «Tagesschau». Seien aber mehrere Intercity-Züge betroffen, sprenge dies die Kapazitäten von Ersatzbussen.

Entlastungstunnel ab 2020

Die Strecke Olten–Aarau ist ein Flaschenhals. Denn zwischen Däniken und Wöschnau verengt sich eine der am stärksten befahrenen Bahnachsen der Schweiz von vier auf zwei Spuren.

Der Streckenabschnitt werde daher regelmässig kontrolliert, um Fahrleitungs- oder Stellwerksstörung zu minimieren. Den Engpass wollen Bund und SBB beheben. Geplant ist ab 2015 der Ausbau auf vier Spuren. Kernstück ist der über drei Kilometer lange Eppenbergtunnel. Kostenpunkt: Rund 800 Millionen Franken.

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SBB Sprecher Christian Ginsig zum Nadelöhr Schönenwerd.

1:01 min, vom 14.1.2013