Fliegen könnte für Schweizer umständlicher werden

Falls die bilateralen Verträge mit der EU als Folge der Annahme der Zuwanderungsinitiative gekündigt werden, dann würde das Luftfahrtabkommen fallen. Das hätte direkte Auswirkungen auf das Fliegen: Es würde komplizierter und teurer.

Ein Flugzeug in der Luft

Bildlegende: Ist die grenzenlose Freiheit für Schweizer über den Wolken in Gefahr? Keystone

Nach der Annahme der Zuwanderungsinitiative der SVP sorgt sich die Luftfahrtbranche. Sie sieht das Luftfahrtabkommen in Gefahr. Fällt es, könnten gewisse Destinationen nur noch indirekt angeflogen werden. Und die Flüge würden viel mehr kosten.

Zu jeder Zeit fliegen wohin man will: So frei bewegen sich heute Schweizer Luftfahrtunternehmen innerhalb der EU. Für die Passagiere bedeutet dies, dass sie günstig und schnell aus der Schweiz heraus fast jede grössere europäische Stadt erreichen können. Der Wegfall des bilateralen Luftfahrtabkommens mit der EU würde diese Freiheit stark einschränken.

Schweizer Luftfahrtunternehmen in Bedrängnis

Davor fürchtet sich Paul Kurrus, Präsident von Aerosuisse, des Dachverbandes der Luftfahrtbranche: «Ich befürchte, dass verschiedene Staaten versuchen könnten, mit verschiedenen Massnahmen ihre eigenen Fluggesellschaften zu schützen.»

Dies würde Schweizer Luftfahrtunternehmen in massive wirtschaftliche Bedrängnis bringen, sagt Urs Holderegger, Sprecher des Bundesamtes für Zivilluftfahrt. Konkret würde dies nämlich bedeuten, dass bei einem anderen Land nur noch ein bestimmter oder zwei bestimmte Flugplätze angeflogen werden könnten.

Für die Schweizer Fluggäste würde dies heissen, dass sie von Zürich und Genf aus viele Destinationen in Europa nicht mehr direkt erreichen könnten. Flüge könnten schneller ausgebucht sein, weil die Swiss nur noch kleinere Flugzeuge benützen oder einen Flughafen nicht mehr so oft ansteuern dürfte. Es könnte auch sein, dass die Tickets teurer würden, weil die europäischen Flughäfen höhere Landegebühren verlangen können. Doch nicht nur Schweizer Airlines würden geschwächt. Auch die Flughäfen würde es hart treffen.

Flughafen Zürich würde an Bedeutung verlieren

Am Flughafen Zürich fürchtet man sich vor sinkenden Passagierzahlen. Wenn von hier aus nicht mehr alle europäischen Destinationen erreichbar sind, fliegen Langstreckenflugzeuge einen Bogen um die Schweiz. Der grösste Schweizer Flughafen verliert als Drehscheibe, als so genannter «Hub», an Bedeutung.

Nach der Kündigung des Luftverkehrsabkommens wäre es theoretisch zwar möglich, zu versuchen, statt mit einzelnen EU-Staaten mit der EU insgesamt ein neues Abkommen auszuhandeln. Doch: So grenzenlos wie heute dürfte – falls das heutige Abkommen fällt – die Freiheit im europäischen Luftraum für Schweizer Flugzeuge nicht mehr sein.