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Schweiz Flüchtlinge streben politische Veränderung in Eritrea an

Echte Flüchtlinge oder nur Wohlstandsmigranten? Die Eritreer in der Schweiz sind ständig in den Schlagzeilen. Die kritisierten Asylsuchenden selber kommen aber selten zu Wort. Das wollen sie nun mit einem Integrationsverein ändern. Sie planen aber auch einen politischen Umsturz in ihrem Heimatland.

Legende: Video Eritreer wollen politische Veränderung in der Heimat abspielen. Laufzeit 1:51 Minuten.
Aus Tagesschau vom 26.07.2015.

Im ausserrhodischen Heiden sind führende eritreische Oppositionelle aus ganz Europa zusammengekommen. Sie wollen politischen Druck in Europa und der Schweiz aufbauen mit dem Ziel, die Regierung Eritreas und ihren Machthaber Isayas Afewerki zu entfernen. Die Oppositionellen der Eritreischen Solidaritätsbewegung zur Rettung der Nation (ESMNS) sind überzeugt, dass nur so der anhaltende Flüchtlingsstrom von Eritreern nach Europa gestoppt werden kann.

Darüber hinaus wollen sie aber auch der viele tausend Menschen umfassenden eritreischen Diaspora in der Schweiz eine Stimme geben. Über 14‘000 von ihnen leben hier und sind damit mit Abstand die grösste Gruppe der insgesamt 38‘000 anerkannten Flüchtlinge in der Schweiz.

Veränderung nur mit politischem Umsturz

Die meisten von ihnen sind aus Eritrea geflüchtet – via Libyen und über das Mittelmeer. Für die Oppositionellen am Kongress des ESMNS in Heiden (AR) ist klar: Der Diktator Isayas Afewerki muss verschwinden. Denn das sei der einzige Weg, um den Flüchtlingsstrom zu stoppen, sagte der Mitorganisator des Kongresses, Huruy Gherezghiher der «Tagesschau»: «Er ist der Grund, dass wir flüchten. Wir verlieren so viele junge Menschen aus Eritrea, das wollen wir nicht.»

Eigentlich stören wir die europäischen Länder auf unserer Flucht. Darum ist die einzige Lösung, dass die Regierung entfernt wird und wir in Eritrea frei leben können.
Autor: Huruy GherezghiherMitorganisator des ESMNS-Kongresses in Heiden (AR)

Image der vorläufig aufgenommenen Eritreer verbessern

Am Kongress in Heiden üben die Teilnehmer in Gruppen auch demokratisches Diskutieren und Entscheiden – für die Zeit nach der Diktatur in der Heimat. Zur Debatte stehen aber auch die Vorwürfe an die eritreischen Flüchtlinge in der Schweiz:

Es gibt schon faule Leute, in der Schweiz wie in Eritrea, wie überall. Aber nicht alle Eritreer sind faul.
Autor: Yonas GebrehiwetEritreischer Flüchtling

Mit einem Integrationsverein wollen sie nun vor allem erreichen, dass mehr aufgenommene Eritreer in der Schweiz Arbeit finden – und damit auch das Bild der Eritreer in der Schweiz zurecht rücken.

99 Kommentare

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  • Kommentar von Marlies Artho, Schmerikon
    A. Baumgartner Sie schreiben ob sich die Diskussion nur auf die Geld Frage reduziert. Wenn man vielleicht langfristig denkt, was all diese Asylpolitik kostet, ist dies doch auch eine Berechtigung,diese Frage des Geldes zu stellen. Es wird ja auch immer nur von der reichen Schweiz erzählt, obwohl einige "Schweizer" am Existenzminimum leben. Die aber leider keine solche Luxusbetreuung erhalten. Vielleicht auch weil sie sich nicht abhängig machen wollen vom Staat und einen gewissen Stolz haben.
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    1. Antwort von Margot Helmers, Bülach
      Das die Asylbewerber nicht in Italien bleiben wollen und In die CH kommen hat Ja sehr viel mit dem Geld zu tun. War ein Bericht in der BAZ dazu: "Zahl der Weiter in Basel steigt und steigt". Vor allem in den letzten zwei Abschnitten wird beschrieben, dass neue Asylbewerber manchmal besser über die Sozialleistungen bescheid wissen wie die Verwaltungsangestellte. Kann man alles nachlesen.
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    2. Antwort von Margot Helmers, Bülach
      Sollte heissen: Die Zahl der Eritreer in Basel steigt und steigt.
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    3. Antwort von A. Baumgartner, Frauenfeld
      Dass Sie bei der Versorgung der Asylanten von Luxus sprechen sagt Alles ueber Ihre Denkweise aus. Die Frage nach der Berechtigung der Geldfrage ist absolut realistisch, wenn es sich aber nur auf jene reduziert, ist das nicht mehr tolerierbar. Des Weiteren: Asylbewerber haben keine Arbeitsbewilligung, dank einer Motion von Hans Fehr (SVP)
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  • Kommentar von Max Müller, Wangen
    Die Leute, welche diese super T-Shirts Aktion gestartet haben, haben doch sicherlich auch schon längst den Auftrag gegeben, die Schweizer-Pässe für die tollen Menschen zu drucken. Könnt es ruhig sagen, denn wundern würde es mich sowieso nicht. 18.Oktober 2015.
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  • Kommentar von Peter Kracher, Suhr
    Wo immer man auf Bildern, in Berichten und an Bahnhöfen eritreische Flüchtlinge sieht, sind es junge, kräftige Burschen. Die SVP hält selbstverständlich die Bilder der ausgemergelten, verwundeten und traumatisierten Alten, Frauen und Kinder unter Zensur, damit das Bild entsteht, dass hier nur Wirtschaftsflüchtlinge kommen. Echt, wie realitätsimmun seid ihr Linken eigentlich?
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    1. Antwort von Max Müller, Wangen
      Haben Sie, P.Kracher, denn hier schonmal ein Bild gesehen, wo Frauen und Kinder zu sehen sind? Ich sehe auch in anderen Medien keine, warum wohl?
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