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Schweiz Flüchtlingselend im Balkan – wie die Schweiz helfen will

Verzweifelte Flüchtlinge – hungrig, durstig und erschöpft. Und die Polizei, die sie mit Tränengas und Blendgranaten in Schach zu halten versucht. Die Bilder von der mazedonisch-griechischen Grenze sind beklemmend. Auch Serbien kommt durch den Ansturm an seine Grenzen. Nun will die Schweiz helfen.

Flüchtlinge in Mazedonien, ihre Silhouette spiegelt sich in einer Wasserpfütze auf einem Trampelpfad.
Legende: Überforderte Behörden, entkräftete Flüchtlinge. Die Lage im Westbalkan ist zunehmend dramatisch. Reuters

«Die Situation hat sich in den letzten Tagen sehr zugespitzt». sagt Katharina Stocker, stellvertretende Missionschefin auf der Schweizer Botschaft in der mazedonischen Hauptstadt Skopje. Die Lage der Flüchtlinge an den Landesgrenzen von Mazedonien sei wirklich dramatisch, sagt sie: «Der Flüchtlingsstrom, der durch den Balkan geht, hat seinen Höchsstand erreicht. Momentan sind es rund 2000 Menschen, die die Grenze in Gevgelija überschreiten.»

Die Hilfsbereitschaft der Leute vor Ort sei zwar enorm, aber es brauche auch dringend Unterstützung aus dem Ausland. Die Schweiz sei da besonders gut vorbereitet: «Das Staatssekretariat für Migration hat mit verschiedenen Ländern im Balkan eine Migrationspartnerschaft abgeschlossen. In diesem Rahmen können wir schnell zusätzliche Gelder zur Verfügung stellen, die an der Grenze eingesetzt werden könnten.»

Zusätzliche Hilfe für betroffene Länder

Es geht um ganz handfeste Hilfe wie Nahrungsmittel oder Trinkwasser zu liefern. Den Behörden im südserbischen Preschevo soll auch beim Bau von Unterkünften für Asylsuchende gehörden. Einen konkreten Betrag will das Staatssekretariat für Migration in Bern noch nicht nennen. Dem Vernehmen nach geht es vorerst um etwa eine Million Schweizer Franken.

Das ist Geld, das zusätzlich zur bestehenden Hilfe für Mazedonien und Serbien dazu kommt. Beide Länder werden von der Schweiz bereits jetzt mit je rund 20 Millionen Franken pro Jahr unterstützt. Doch das ist langfristige Hilfe – für den Aufbau von Gemeindeverwaltungen zum Beispiel, für Schulen oder für Demokratisierungsprojekte.

Kooperation mit Hilfswerken

Diese Hilfe soll nicht gekürzt, sondern mit zusätzlichem Geld für Nothilfe ergänzt werden, betont Katharina Stocker: «Das sind Gelder im Rahmen der Migrationspartnerschaft, die spezifisch für die Flüchtlingskrise in Mazedonien und Serbien eingesetzt werden könnten.» Damit die Hilfe schnell ans richtige Ort komme, arbeite die Schweiz mit dem UNO-Flüchtlingshilfswerk und mit dem mazedonischen Roten Kreuz zusammen.

Die privaten Hilfswerke beobachten die Flüchtlings-Situation im Westbalkan ebenfalls mit Sorge. Konkrete Nothilfe-Projekte habe man aber noch keine, heisst es zum Beispiel bei der Caritas. Wenn, dann müsse Nothilfe ebenfalls zusätzlich zu den Langzeitprojekten geleistet werden – und nicht anstelle davon.

60 Kommentare

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  • Kommentar von Christophe Bühler, 8135 Langnau am Albis
    Wenn man/Frau liest, Strafor/CIA, Nostradamus etc, dann müsste unsere Regierung sofort die Grenzen dicht machen, Vorräte anlegen und Hilfe vor Ort in Syrien leisten, wo mit dem selben Geld 100mal mehr bewirkt würde. Leider haben wir eine Vogel Strauss Regierung, die den Kopf in den Sand steckt. Die Medien unterstützen mit unseriösem Journalismus das Ganze. Da geht es der Schweiz wie den Kartoffeln, die Augen werden erst aufgehen, wenn Sie im Dreck stecken.
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  • Kommentar von A. Brunner, Zurich
    Helfen heisst mE auch ... im Nahosten dafür sorgen, dass die Oeleinnahmen DORT zur Schaffung von Arbeitsplätzen für Jung und Alt, zum Wiederaufbau der Städte und Infrastruktur und zur Wüstenbewässerung (wie zB die Gaddafi-Projekte) investiert werden ! Es ist mE unhaltbar, tatenlos zuzusehen, wie private US- und europäische Oel- und Rohstoff-Konzerne den Reichtum den dortigen Völkern wegstehlen, das dort einheimische Volk töten oder wegbombardieren und viele nach Europa hinüberschleppen lassen !
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    1. Antwort von Nicolas Dudle, Küssnacht
      Dieser Kommentar trifft die Ursache. Heute liegt der grösste Teil der Wertschöpfungskette ausserhalb der Herkunftsländer der Flüchtlinge. Das ist nur durch aktive Korruption aufrechtzuerhalten, was soziale Spannungen entstehen lässt. Werden diese zu gross, lässt man die Despoten, die zuvor dieses System stabil gehalten haben, einfach wie heisse Kartoffeln fallen und produziert dadurch Machtvakuum. Heute sehen wir die Resultate, und die USA lacht sich dabei ins Fäustchen.
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  • Kommentar von A. Brunner, Zurich
    Sinnvoller wäre, den Völkern in Nahost DORT ZU HELFEN wo sie heimisch sind ! DORT muss für Hygiene, Wasser-Ver- & Entsorgung, BILDUNG, Wohnen, Wiederaufbau zerstörter Städte, WAFFEN-RECYCLING (zB zu Baustahl) gesorgt werden ! In Libyen zB. kann Gaddafi's positives Wüstenbewässerungs-Projekt u.ä. Projekte weitergeführt werden. Das bringt DORT Arbeitsplätze für Junge, statt sie nach Simonetta-Plan zur Plünderung unserer hiesigen Sozialkassen herzuholen ! ... oder fehlt wahre BILDUNG in Bundesbern?
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    1. Antwort von Nicolas Dudle, Küssnacht
      Hier sind wohl wieder einmal die Emotionen durchgegangen und in eine Kreation von personifizierten Feindbildern ausgeartet. Wie wäre es, Ihre eigenen Gedanken weiterzuspinnen und die privaten Konzerne und damit die früheren Profiteure in die Pflicht zur Schadensfinanzierung zu nehmen? Schwierig, gell? Womit Sie einen "Simonetta-Plan zur Plünderung der Sozialkassen" begründen, bleibt wohl deshalb verschwiegen, weil die Begründung auch nur rein emotional wäre und er nicht belegt werden könnte.
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