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Schweiz Flughäfen wollen Passagiere nicht gezielt auf Ebola untersuchen

Verschiedene europäische Länder verstärken wegen der Ebola-Epidemie in Westafrika ihre Kontrollen an den Flughäfen. Dazu gehört auch, die Körpertemperatur der Passagiere aus Westafrika zu messen. Die Schweiz will das flächendeckende Fiebermessen an den Flughäfen vorerst nicht einführen.

Am grössten Flughafen der Schweiz, in Zürich Kloten, gibt es zur Zeit keinen Grund, besondere Massnahmen zum Schutz vor Ebola einzuführen, sagt Sonja Zöchling, die Sprecherin der Flughafen AG. «Erstens gibt es keine Direktflüge zwischen Westafrika und Zürich. Und zweitens hat das Bundesamt für Gesundheit noch keine Massnahmen für Schweizer Flughäfen angeordnet.»

Ohne direkte Flugverbindungen keine Screenings

Das Bundesamt für Gesundheit war gestern bei einem Treffen der EU-Gesundheitsminister in Brüssel dabei, wo über Massnahmen gegen Ebola diskutiert wurde. Und dort sei man einstimmig zum Schluss gekommen, dass Screenings für Länder, die keine direkten Flugverbindungen nach Westafrika anbieten, nicht nötig sei. Beim Screening wird den Flugpassagieren die Körpertemperatur gemessen.

«Die vorherrschende Meinung war, dass ein flächendeckendes Screening an anderen Flughäfen macht momentan wenig Sinn macht. Dieser Meinung schliesst sich die Schweiz an», sagt der Leiter der Ebola-Taskforce beim Bund, Patrik Matys.

Risiko laufend neu beurteilt

Die Situation werde aber tagtäglich neu bewertet. In Stein gemeisselt sei nichts: «Das Risiko wird laufend beurteilt. Auf internationaler und europäischer Ebene wird es weitere Treffen geben, an denen diskutiert wird, wie man situationsentsprechend jeweils weiter vorgehen will», sagt Mathys.

In Zeiten globalisierten Reisens kann es trotzdem passieren, dass auf einem Flug, der auf dem Weg in die Schweiz ist, plötzlich einen Ebola-Verdacht auftaucht. Dann etwa, wenn ein Passagier in einem Flugzeug Symptome zeigt. Auf so einen Fall sei der Flughafen Zürich vorbereitet, sagt Flughafensprecherin Sonja Zöchling. «Das Flugzeug würde auf einem speziellen Standplatz abgestellt und der Chefgrenzarzt würde an Bord den Verdachtspatienten anschauen. Nötigenfalls würde er in ein Spital begleitet.»

Informationskampagne an Flughäfen

Die restlichen Passagiere müssten ihre Koordinaten angeben, damit sie bei der Bestätigung des Ebola-Verdachts kontaktiert werden könnten. Wie die Vorkehrungen beim Flughafen Genf wären, war nicht in Erfahrung zu bringen. Der zuständige Pressesprecher war nicht erreichbar. Und für den Basler Euroairport sind die französischen Behörden zuständig.

An allen Schweizer Flughäfen sollen die Passagiere und das Flugpersonal detailliert über die Gefahren und Ansteckungsmöglichkeiten von Ebola informiert werden. Das Bundesamt für Gesundheit arbeitet an einem entsprechenden Konzept.

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6 Kommentare

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  • Kommentar von Charles Halbeisen, Bronschhofen
    Die Flughäfen haben sehr wenig Gewinn pro Passagier. Grösserer Ebola-Kontrollen werden aus Kostengründen unterlassen. Zudem würde das Fiebermessen auch nur 10 Prozent der Infizierten erkennen, wegen der langen Inkubationszeit.
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  • Kommentar von H. Frühling, Bern / Zürich
    Es macht eigentlich wenig Sinn, über Schutzmassnahmen an den Zielflughäfen zu diskutieren. Der richtige Ort zum Eingreifen sind die Ausreisetore aus den betroffenen Gebieten. Dort müsste die internationale Hilfe einsetzen, um eine "optimale" Wirkung erzielen zu können.
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  • Kommentar von W. Pip, Züri
    Eigentlich wäre Ebola DER Grund, die Globalisierung von jetzt auf gleich zu kappen. Das wäre allen westlichen Bürgern dieser Welt gar recht, ausser den Wirtschaftsprofiteuren... Wäre ich Politiker, Banker, Wirtschaftslobbyist o.a., ich würde mich vorsichtshalber nach St. Helena absetzen...
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