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Schweiz Flughafen Dübendorf: Kritische Stimmen werden laut

Der Bund stösst mit seinem Plan zur Umfunktionierung des Militärflugplatzes Dübendorf zu einem zivilen Flughafen nicht nur auf Gegenliebe. Neben der Zürcher Kantonsregierung und dem Standort Dübendorf äussern sich auch die Grünen kritisch.

Der Zürcher Regierungsrat äussert in einer ersten Reaktion auf den bundesrätlichen Entscheid zur Einrichtung eines zivilen Flughafens in Dübendorf seine Bedenken. Aus politischen und betrieblichen Gründen habe er nach wie vor Vorbehalte gegenüber dem geplanten Flugbetrieb in dem sehr dicht besiedelten Gebiet.

Legende: Video Reaktion von Regierungsrat Ernst Stocker abspielen. Laufzeit 02:02 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 03.09.2014.

Die geplanten zivilen Flugbewegungen tragen laut Regierungsrat zur Erhöhung der Komplexität im Zürcher Luftraum bei. Dies stelle die Bestrebungen für mehr Planungs- und Rechtssicherheit um den Flughafen Zürich infrage.

In den planungsrechtlichen und anderen gesetzlich vorgesehenen Verfahren wird der Regierungsrat die Interessen des Kantons und der Bevölkerung wahrnehmen, wie er in der Mitteilung festhält.

Vom Bund erwartet er, dass die Verfahren «unter engem Einbezug von Kanton und Gemeinden» durchgeführt werden. Den geplanten Heliport für die Kantonspolizei, die Rega und die Luftwaffe unterstützt die Kantonsregierung dagegen.

Dübendorf: Schlechtestmöglicher Entscheid

Der Dübendorfer Stadtpräsident Lothar Ziörjen (BDP) wirft dem Bundesrat vor, er habe bezüglich Flugbetrieb «den schlechtestmöglichen» Entscheid gefällt. Es sei «sehr, sehr bedauerlich», dass mitten im dichtbesiedelten Glatttal und nur neun Kilometer vom internationalen Flughafen Zürich entfernt ein neuer Flugplatz erstellt werden soll.

Und von den beiden Interessenten, die den Flugplatz betreiben wollen, sei jener ausgewählt worden, der die höhere Belastung und die grössere Komplexität bringe.

Empört zeigt sich auch der Verein «Flugschneise Süd Nein» über die Freigabe des Militärflugplatzes für zivilaviatische Nutzungen. Mit einer Verlagerung der Privatfliegerei von Kloten nach Dübendorf werde in Kloten zusätzlich Raum für 30'000 grosse Linienflugzeuge geschaffen. So werde versucht, einmal mehr die Kapazität des Flughafens Zürich zu erhöhen.

Grüne fordern Stilllegung der Piste

Politisch und juristisch bekämpfen wollen die Grünen die Pläne für die Zivilaviatik. Der Regierungsrat und die Stadt Dübendorf werden aufgefordert, «alle planerischen Massnahmen zu ergreifen, damit die Piste stillgelegt wird», wie es in einer Mitteilung heisst. Dazu wurde eine Petition lanciert.

Mit Businessjets und vor allem der Sportfliegerei werde die Situation für die Bevölkerung unerträglich, schreiben die Grünliberalen. Der Bundesrat gefährde mit seinem Entscheid die volkswirtschaftliche Chance für einen Innovationspark.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Robert Halter, Amriswil
    Neue Lösung: Elektro Beschleunigungsrennen veranstalten. Ist leise. Belebt die Innovation des Parks analog Autobau. Nutzt die teure Piste optimal. Das RS-Gebäude in der Nähe kann als Unterkunft dienen. Die Restaurants im Zentrum hätten auch was davon. Die Beschleunigungs-Renn-Fahrer könnten in der Nähe auf der Laufbahn gut trainieren.
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  • Kommentar von werner ammann, winterthur
    Stop Hr Müller ! Privatflugzeuge werden nicht nur privat eingesetzt, sondern fliegen auch für Firmen. Diese Flugzeuge generieren aber auch Arbeitsplätze,wie zB. Mechaniker, Spritzlackieren, Schreiner, Spengler, Elektroniker, Zoll und Polizeibeamte, Köche. und viele mehr. Diese Menschen bezahlen dann auch Steuergelder !!! Und es werden junge Leute ausgebildet, in anspruchsvolle Berufe, wo man noch sein Gehirn braucht. Hr Müller, sind sie ev Imobilienhändler ? Oder Baumeister ?
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    1. Antwort von M.Müller, Zürich
      @Ammann, für was brauchen wir mehr Arbeitsplätze? Für das endlose Wachstum auf dem nicht endlosen Planeten? Wir brauchen eine gerechtere Verteilung von Erträgen welch durch all die Arbeitsplätze mit Wertschöpfung generiert werden aber nur von wenigen gehortet werden. Dann hätten wir alle mehr Zeit und die jetzigen Gewinner weniger Geld für umweltschädlichste Privatflugzeuge. Firmen können auch Linienflüge für ihre Manager buchen, sollen sich nicht zu wichtig nehmen.
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  • Kommentar von M.Müller, Zürich
    Für privat Fliegerei u. 30t grosse Linienflugzeuge in Kloten! Diese zusätzliche Umweltbelastung gibt uns zusätzliche Arbeit welche wir mit zusätzlichen Ausländern bewältigen können. Wenn unsere Luft verpestet ist bekommen wir mehr Arbeit f. die Menschen welche die Gasmasken für uns Schweizer produzieren. Wir können dann mit Designer Gasmasken die Wertschöpfung verbessern was wieder mehr Umweltschäden u. mehr Arbeit gibt. Privatflugzeuge - die exklusive Art des Wohlstandes die Welt zu schädigen!
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