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Schweiz Fluglärm-Streit: Süddeutsche profitieren von Zürich

Der Streit um den Lärm des Flughafens Zürich wird seit jeher emotional geführt. Nun will ein Komitee die Debatte auf rationalen Boden zurückholen. Helfen soll eine Studie, die zeigt, wie Süddeutschland vom Flughafen wirtschaftlich profitiert.

Legende: Video «Die Studie trage nicht zur Lösung bei, heisst es aus Deutschland.» abspielen. Laufzeit 2:29 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 10.06.2013.

Das flughafenfreundliche Komitee «Weltoffenes Zürich» hat eine Studie präsentiert, mit der sie den süddeutschen Politikern etwas den Wind aus den Segeln nehmen will. Die Studie zeigt, in welchem Ausmass die Region Südbaden vom Metropolitanraum Zürich profitiert.

Verflochten sind die Regionen vor allem wirtschaftlich, wie die Erhebung der Universität St.Gallen zeigt. In den Landkreisen Waldshut und Lörrach arbeiten rund 20 Prozent aller Arbeitnehmer in der Schweiz. Im Landkreis Konstanz sind es 6 Prozent.

Gegen 1 Milliarde Franken fliesst ins Süddeutsche

Durch die Grenzgänger fliessen pro Jahr rund 440 Millionen Franken in den Landkreis Waldshut und 420 Millionen nach Konstanz. Dies führt in diesen Gegenden zu einer Erhöhung des regionalen Bruttoeinkommens von bis zu 10 Prozent. Die Region Südbaden profitiere somit in grossem Ausmass vom Metropolitanraum Zürich.

Das Komitee kritisiert, dass sich viele südbadische Politiker von diesen Fakten verabschiedet hätten und die Flughafenfrage «als nützliches Problem bewirtschaften».

Wegen des heftigen Widerstandes im betroffenen Bundesland Baden-Württemberg wurde der Fluglärm-Staatsvertrag in Deutschland bis auf weiteres schubladisiert. In der Schweiz wurde der Vertrag sowohl vom Stände- als auch vom Nationalrat ratifiziert.

5 Kommentare

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  • Kommentar von K. Räschter, Schweiz
    Das ist doch schon lange bekannt, dass die Süddeutschen sehr vom Flughafen Zürich profitieren. Aber sie wollen scheinbar nur das Positive haben. Der Schweiz wird dauernd Rosinen-Pickerei von der EU vorgeworfen. Das was hier aus süddeutscher Sicht passiert, ist nichts anderes als Rosinen-Pickerei betreffend des Flughafens. Ohne die Nähe des Flughafens würde es dem süddeutschen Wirtschaftsraum lange nicht so gut gehen.
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  • Kommentar von m. steiner, zh
    Ich finde die Diskussion derat brutal daneben! Sollen wir keine Lastwagen aus Deutschland mehr passieren lassen, weil sie bei UNS lärmen und drecken? Keine deutschen Bahnwagen, weil sie zu laut sind? Himmel, was sind wir doch kleinkarierte Duckmäuseriche, dass wir uns auf die Diskussion überhaupt einlassen! Und umgekehrt uns aber tiefbetroffen fühlen, wenn man von uns EU-gesteuerten Liberalismus fordert. Schliift's?
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  • Kommentar von Lucas Kunz, Sallneck
    Man vermischt hier Apfel mit Birnen. Der Flughafen ist für manche Südbadener nützlich - aber es hat diesbezüglich recht ernüchternde niedrige Passergierzahlen aus Südbaden. Dass rd. 20% in der CH schaffen, ist im Allg. für die restlichen 80% nicht das Gelbe vom Ei - die Preise zum Leben sind auch recht Schweizerisch ... und diejenigen 80%, die nicht in der CH ihre Kröten verdienen, haben das Nachsehen und profitieren keineswegs.
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    1. Antwort von Lucas Kunz, Sallneck
      Herr Grossenbacher, aus den Zahlen der 16,4% geht leider nicht hervor, wie viele aus Südbaden davon betroffen sind. Es handelt sich um "Herkunft und Destination" - also auch alle Flüge in's und vom Land des wichtigsten Handelspartners der CH, wie etwa aus Berlin, Düsseldorf usw. Vor einiger Zeit gab's in den Medien eine Übersicht zu den Passagieren aus Südbaden - war tatsächlich nicht hoch. Beschäftigte Grenzgänger aus DE: 1,7% von allen Beschäftigten am Flughafen. (Quelle: Jahresber. FZH)
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    2. Antwort von Erik Wille, Rosenfeld
      Man könnte nun auch folgenden Schluß ziehen: Da 20% der südlichsten Südbadener Grenzgänger sein sollen, soll Deutschland auch 20% des Flugverkehrs tragen. Ich meine aber, dass dieser Punkt mit den 80 000 Anflügen abgegolten sein dürfte.
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