Föhn verursacht Stromausfälle in der Zentralschweiz

Im Kanton Uri haben die starken Föhnwinde für einen dunklen Heiligen Abend gesorgt. Während Seelisberg und Morschach tagsüber von kürzeren Stromunterbrüchen betroffen waren, blieb es in Riemenstalden und dem Fronalpstock sowie auf dem Haldi die Nacht über finster.

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Föhn beschehrt stürmische Weihnacht

1:34 min, vom 25.12.2013

Der Föhn macht der Schweiz zu schaffen: So zum Beispiel in der Region zwischen Sisikon (UR) und Riemenstalden (SZ). Die 15'000-Volt-Freileitung dort kam kurz vor Mitternacht zu Schaden, wie die das Elektrizitätswerk Altdorf (AG) am Weihnachtsmorgen mitteilte. Fast gleichzeitig führte eine zusätzliche Störung auf der 15'000-Volt-Freileitung zwischen Bürglen und Haldi ob Schattdorf zu einem Stromausfall auf dem Haldi.

Die Reparaturarbeiten konnten erst bei Tagesanbruch in Angriff genommen werden, weil zunächst die Schadensstellen gefunden werden mussten. Die Störung konnte bis 17 Uhr behoben werden.

Bergbahnen geschlossen

Die Wengernalpbahn im Berner Oberland von Grindelwald und Wengen auf die Kleine Scheidegg hat wegen des Sturms ihren Betrieb eingestellt. Auch aufs Jungfraujoch fährt keine Bahn, wie Railinfo mitteilt.

«Infolge starken Föhnsturms in den Alpen sind heute Mittwoch, 25.12.13 alle Anlagen den ganzen Tag eingestellt», schreiben etwa auch die Bergbahnen Meiringen-Hasliberg auf ihrer Webseite. Und sie sind nicht die einzigen: In der SkiArena Andermatt im Kanton Uri sind das Gebiet Nätschen/Gütsch und Teile des Gemsstocks wegen des Sturms geschlossen.

Böen bis 208 km/h

Auf dem Gütsch ob Andermatt wurden Böenspitzen von 208 Kilometer pro Stunde (km/h) gemessen, wie SRF Meteo mitteilte. Auf dem Jungfraujoch waren es 163 km/h, auf dem Piz Martegnas (GR) und dem Urnerboden 156 km/h und auf dem Titlis 155 km/h.

Die starke Föhnströmung wird durch ein ausgesprochen starkes Druckgefälle zwischen der Alpensüd- und Alpennordseite verursacht. Der Föhn lässt im Laufe des Weihnachtstages nur langsam nach und bricht erst am Nachmittag oder gegen Abend zusammen, wie SRF Meteo weiter erklärt.

In den Tälern erreichten die Windgeschwindigkeit bis am frühen Abend Spitzenwerte von 126 km/h in Meiringen (BE), 120 km/h in Altenrhein am Bodensee und 117 km/h im liechtensteinischen Vaduz.

Milde Temperaturen

Der kräftige Wind trieb auch die Temperaturen in die Höhe. Bereits um 08.00 Uhr lagen die gemessenen Werte vielerorts deutlich über zehn Grad, so etwa in Mollis (GL) mit 14,7 Grad, in Vaduz mit 14,5 Grad, in Altdorf (UR) mit 13,5 Grad und in Aigle (VD) mit 12,4 Grad.

Auch ausserhalb der Föhntäler fielen die Temperaturen für die Jahreszeit mild aus. Der Temperaturhöchstwert lag mit 17,1 Grad ebenfalls nicht im Föhngebiet, sondern in Binningen im Baselbiet, erklärten Meteorologen. Der Ort habe den Föhn indirekt zu spüren bekommen, in Form des Südwestwindes, der vom Jura her wehte.

Wachsende Lawinengefahr

Im Tessin wurde für den Weihnachtstag heftiger Regen vorausgesagt. Am Dienstag gab es im Verlauf des Tages nur schwache Niederschläge mit durchschnittlich 10 bis 20 Litern Wasser pro Quadratmeter. In den Bergen des Mittel- und Nordtessins wurde in der Nacht und am Mittwochmorgen ergiebiger Schneefall erwartet. Die Prognosen reichen lokal bis zu 1,5 Meter.

Für den Alpenhauptkamm vom Simplon bis ins Bernina-Gebiet warnte das Institut für Schnee- und Lawinenforschung für heute Mittwoch vor grosser Lawinengefahr. Für die übrigen Gebiete gilt erhebliche Lawinengefahr.

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