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Schweiz Folgen für bundesrätliche Haltung während des Holocaust?

Die offizielle Schweiz gibt ein mangelhaftes Bild ab, was ihre Flüchtlingspolitik im 2. Weltkrieg betrifft. Im Zentrum steht der damalige Justizminister Eduard von Steiger. Er war über den Holocaust informiert. Von Steiger könnte nun die Ehrenbürgerschaft in der Gemeinde Langnau aberkannt werden.

Standbild von Eduard von Steiger (schwarzweiss)
Legende: Eduard von Steiger war während des 2. Weltkriegs Vorsteher des Justiz und Polizeidepartements. SRF

Die offizielle Schweiz wusste im Zweiten Weltkrieg von den Massentötungen in den Konzentrationslagern der Nazis. Ende Januar zeigte die «Tagesschau» diplomatische Dokumente. Diese belegen, dass der Bundesrat bereits 1942 über die Verbrechen in Kenntnis gesetzt worden war. Schweizer Diplomaten verfassten während der Zeit Hunderte Briefe, Telegramme und detaillierte Berichte.

Eduard von Steiger war zur Zeit des 2. Weltkriegs Vorsteher des eidgenössischen Justiz und Polizeidepartements. Der gebürtige Langnauer prägte die damalige Schweizer Flüchtlingspolitik – der Erlass zur Grenzsperre für jüdische Flüchtlinge stammt aus seinem Departement.

Historiker gegen Aberkennung

Ob der Polemik um Eduard von Steigers Rolle macht nun die Gemeinde Langnau eine Geschichts-Aufarbeitung. Seit 1944 ist der frühere Bundesrat Ehrenbürger seiner Heimatgemeinde. Der Gemeinderat berät nun am Montag, ob sein Name aus dem Ehrenregister gestrichen werden soll.

Eine Aberkennung sähe der Direktor der Diplomatischen Dokumente der Schweiz, Sacha Zala, als wenig sinnvoll an. Er mahnt in der «Tagesschau» zu mehr Sachlichkeit. Denn die Flüchtlingspolitik sei von einem weitgehenden Grundkonsens getragen worden.

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34 Kommentare

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  • Kommentar von Marlies A., Sch
    L- Kunz Besucht die NZZ was heisst dies, meinen sie damit dass alles Ehrlich aufgelistet wird was dieser Herr Strehle früher machte, wieso stellt er sich nicht in der öffentlichkeit, dass die linken uns immer weis machen möchten wie Sozial sie sind, und selber dies aber zum grössten Teil missachten. Da nur ihre Meinung zählt, auf biegen und brechen finde ich ein grosser Fehler, so kann und darf man nicht handeln, gegenüber anderen Meinungen Offenlegung fordern, selber aber nicht bereit.
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    1. Antwort von Lucas Kunz, Sallneck
      @ Frau Marlies A., Das ist eine - und es wird noch vor Gericht gehen - übliche Köppelsche Medienschlammschlacht. Warten wir's ab... Grundsätzlich ist mit dem Beitrag Ueli Frankenhausers alles gesagt. Wie vile Menschenleben hat der Tagichefredakteur in den Tod geschickt? Wie viele hat die damalige Schweiz nachweislich wissentlich in den sicheren Tod geschickt? PS: Mit der Gleichgewichtung der Shoah und dem Tagimenschen tun Sie den vielen unzähligen Opfern wirklich keinen Dienst!
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  • Kommentar von Nico Ottenbach, Zürich
    Schon mal was von Geistiger Landesverteidigung gehört?
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    1. Antwort von Lucas Kunz, Sallneck
      Ja, sehr wohl! Immer wieder erzählte meine Mutter, Lazrarettkrankenschwester in Salzburg, wie die SS noch 2 Tage vor der Kapitulation an die Krankenbetten trat - die Patienten mussten "stramm" liegen - und vom nahenden Endsieg sprachen und lauthals verkündeten, es käme nicht auf die Waffen, sondern auf den Geist an.... Geistige Landesverteidigung? Ja, diese Mädels aus Rorschach, die hatten's auf'm Kasten und taten das!
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  • Kommentar von Franz NANNI, Nelspruit SA
    Damals Mut gegen die Nazis zu sein war kritisch und gefaehrlich fuer die Nation Schweiz. Aber sind wir heute besser???? Wir kuschen wenn es um Islamismus geht, wir kuschen wenn es um eine Uebersaettigung geht mit sogenannten Fluechtlingen... und spaeter einmal fragen sich unsere Nachkommen: Was haben DIE (das sind wir) mit uns getan. Und alles gestuetzt durch eine etwas linksgefaerbte (traditionel) Presse notabene.. und drum wird dieser Blog auch nicht publiziert.. oder? (Mut..oder?)
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