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Vernichtete Lebensmittel – Ein grosser Teil könnte genutzt werden
Aus Kassensturz vom 21.06.2022.
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Foodwaste im Detailhandel Vernichtete Lebensmittel – Ein grosser Teil könnte genutzt werden

Im Detailhandel fallen jährlich 100'000 Tonnen Lebensmittel-Abfälle an. Ein grosser Teil davon könnte gerettet werden.

Es ist eine enorme Zahl: 2.8 Millionen Tonnen – oder ein ganzes Drittel – aller Lebensmittel werden hierzulande auf dem Weg vom Acker zum Teller weggeworfen. Der grösste Teil dieser unnötigen Abfälle entsteht in den Privathaushalten und in der Landwirtschaft.

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Lebensmittel wegwerfen? Nicht mit Foodwaste-Koch Mirko Buri.
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5000 Tonnen Fleisch landen im Abfall

Im Detailhandel ist die Abfallmenge prozentual deutlich kleiner. In absoluten Zahlen aber immer noch gewaltig: 100'000 Tonnen Lebensmitteln werfen Grossverteiler jährlich weg (Quelle ZHAW). Kaum zu glauben: Rund 5000 Tonnen Fleisch- und Fischprodukte aus dem Detailhandel landen ungegessen im Abfall, so eine Schätzung der ZHAW.

Viele Lebensmittel sind deutlich länger geniessbar

Die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften ZHAW hat eine Studie und einen Leitfaden zur Foodwaste-Minimierung erstellt. Dies im Auftrag des Bundesamtes für Lebensmittelsicherheit. «Mit diesen Vorschlägen könnte man im Detailhandel rund die Hälfte der 100'000 Tonnen Lebensmittelabfälle vermeiden», sagt Claudio Beretta, Foodwaste-Experte an der ZHAW und Mitverfasser der Studie.

Der Leitfaden zeigt, wie lange die Lebensmittel über das sogenannte Mindesthaltbarkeitsdatum hinaus noch konsumierbar wären. Und somit über das Datum hinaus verkauft oder gespendet werden könnten. Pasteurisierte Milch etwas ist noch 6 Tage länger als das aufgedruckte Datum geniessbar, falls Geruch und Geschmack in Ordnung sind. Bei Käse sind es 30 Tage, bei Schokolade ein Jahr. Denn: Ob Lebensmittel noch essbar sind, erkennt der Mensch mit seinen Sinnen. 

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Auch Fleisch und Fisch-Reste wären länger verwertbar

Was dabei heraussticht: Auch Fleisch und Fisch könnte noch länger verkauft werden. Diese Produkte tragen kein Mindesthaltbarkeits-, sondern ein Verbrauchsdatum. Dies, weil mit den Sinnen schwierig zu beurteilen ist, ob diese Lebensmittel noch geniessbar sind.

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Martina Munz, Agronomin und Nationalrätin der SP: «Die Politik hat hier ihre Arbeit gemacht, jetzt liegt es an der Branche.»
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Der Leitfaden schlägt vor, dass Fleischprodukte am Tag vor Ablauf eingefroren werden. So könnten Detailhändler diese 90 Tage nach Datumsablauf verkaufen oder spenden – mit entsprechendem Hinweis auf eine rasche Konsumation. Mit dieser Massnahme könnte die Branche einen grossen Teil der jährlich 5000 Tonnen Abfall-Fleisch einsparen. Wichtig beim Verkauf nach Ablauf der Daten ist lediglich die Deklaration davon.

Detailhandel: Kein Interesse an Massnahmen aus Leitfaden

Eine Umfrage von «Kassensturz» zeigt: Grossverteiler wie Coop, Migros, Denner, Aldi und Lidl wollen Lebensmittel jedoch auch weiterhin nicht über das Mindesthaltbarkeitsdatum hinaus verkaufen, sondern spenden.

Auf das Gefrieren von bald ablaufendem Fleisch und Fisch – die Lebensmittel mit der höchsten Umweltbelastung – will man verzichten. Man gebe solches Fleisch auch nicht weiter. Dies sei zu komplex und nicht machbar, schreibt etwa die IG Detailhandel. Man unternehme bereits sehr viel, um Foodwaste zu minimieren.

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Claudio Beretta, Foodwaste-Experte bei der ZHAW, findet die Haltung der Detailhändler «skandalös».
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Für den Foodwaste-Experten Claudio Beretta ist diese Haltung nicht nachvollziehbar: «Ein Nein zu einer pfannenfertigen, höchst wirksamen Massnahme ist keine akzeptable Antwort auf den bundesrätlichen Aktionsplan gegen Foodwaste». Dieser Aktionsplan will die Foodwaste-Menge bis 2030 halbieren.

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Interview mit Katrin Schneeberger, Direktorin Bundesamt für Umwelt
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Kassensturz, 21.06.22, 21:05 Uhr

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83 Kommentare

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  • Kommentar von SRF News (SRF)
    Liebe Community, vielen Dank fürs Mitdiskutieren. Wir schliessen die Kommentarspalte nun an dieser Stelle – auf ein nächstes Mal!
  • Kommentar von Martina Schmid  (Frau Schmid)
    Wenn Detailhändler übrig gebliebene Früchte/Gemüse anstatt wegzuwerfen für die Bio-Treibstoffproduktion verwenden für ihre Lieferwagen, oder Tafeln geben, ist dies schonmal besser als wie reine Verschwendung, ohne Sinn und Verstand. Vor 40 Jahren gab es nur wenige Geschäfte die z.B. "exotische" Früchte verkauften, alles war noch mehr saisonal, die heutige Gesellschaft ist gewöhnt alles überall zu erhalten in Top-Form. Wir können uns auch wieder ein wenig umgewöhnen und bewusst/gezielt Einkaufen.
  • Kommentar von Kathrin Humard  (Kahum)
    Ich habe heute..
    .. 1 rohschinken-sandwich von gestern gegessen, welches ungekühlt in der Garderobe liegen blieb
    .. Pilze mit mhd sonntag auf die Pizza gemacht
    .. Ein Rahmglace mit mhd september 21 gegessen
    .. Eingefrorene bananen zum milchshake verarbeitet (hatte zu viele Bananen vor den Ferien)
    .. Unser Brot mit milch statt wasser gebacken, weil uns morgen schon 2l milch ablaufen
    Die wertschätzung von essen muss steigen. Mal selbst einen gemüsegarten pflegen würde vielleicht helfen.