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Schweiz Forscher wollen weitere Gentech-Versuche auf freiem Feld

Den Weizen besser gegen den Mehltau schützen: Wie man das effizient macht, wollen Schweizer Wissenschaftler auf freiem Feld herausfinden. Ob der Bund das Gesuch bewilligt, ist noch offen. Greenpeace protestiert.

Legende: Video «Universität Zürich plant Gentech-Versuche im Freiland» abspielen. Laufzeit 2:11 Minuten.
Aus Tagesschau vom 07.02.2013.

Die Universität Zürich will ab 2014 erneut Versuche mit gentechnisch verändertem Weizen durchführen. Sie hat beim Bundesamt für Umwelt (Bafu) ein entsprechendes Gesuch eingereicht.

Die Versuche sind auf einem Feld der landwirtschaftlichen Forschungsanstalt Agroscope im Reckenholz in Zürich-Affoltern geplant. Dafür wird ein rund drei Hektaren grosses Versuchsareal eingerichtet. Agroscope begleitet das Projekt wissenschaftlich. Mit den vorgesehenen Versuchen wollen die Forscher die Freilandversuche von 2008 bis 2010 fortsetzen.

Gibt das Bafu seine Einwilligung, erfolgt die erste Aussaat im Frühling 2014. Erste Erkenntnisse erwartet die Uni zwei Jahre später. Neben Weizen kommt laut Agroscope auch der Anbau weiterer Kulturpflanzen in Frage – etwa von Kartoffeln. Hier geht es um die Resistenz gegen Kraut- und Knollenfäule.

Unterschiedliche Forschungsergebnisse

Schweizer Forscher fanden im Jahr 2010 heraus, dass Weizen, der im Hinblick auf eine Mehltau-Resistenz gentechnisch verändert war, weder Fliegenlarven noch Blattläuse beeinträchtigte. Auch deren Nachkommen wiesen keine Veränderungen auf.

In einer 2012 veröffentlichten Arbeit legten dagegen Forschende der ETH Zürich dar, dass gentechnisch veränderter Mais nicht nur Schädlingen, sondern auch Nützlingen schaden kann: Der Giftstoff Bt-Toxin tötet nicht nur Schädlinge wie den Maiszünsler ab, sondern erhöht auch die Sterblichkeit von Marienkäfern. Diese nützen dem Mais, weil sie Blattläuse und dergleichen fressen.

Wissenschaftler rechtfertigen sich

Michael Winzeler von der Forschungsanstalt Agroscope erklärt gegenüber der «Tagesschau», warum die Versuche nötig sind.

9 Kommentare

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  • Kommentar von Mike Steiner, Winterthur
    Herrschaften: schlicht und ergreifend NEIN! Wir wollen den Frass nicht, also braucht ihr auch nicht daran im freien Feld zu basteln! Punkt. Wenn nicht genehm, dann lönnt ihr gern ins EUsland. Tschüss.
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  • Kommentar von Marlene zelger, 6370 Stans
    Ich begreife nidht, warum Gentech Versuche unbedingt im Freien durchgeführt werden müssen. Schliesslich gedeiht ja konventionell angebautes Gemüse auch in Treibhäusern.
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  • Kommentar von Alois Wutz, Gerlafingen
    Weder Produzenten noch Konsumenten wollen das. Die einzigen, die davon profitieren, sind wieder mal die Agro-Chemie Multis, die dann mit entsprechenden Patenten das grosse Geld machen. Die Schweiz hätte einen guten Trumpf, wenn sie gentechfrei bleiben würde aber offenbar haben das unsere Volksvertreter noch nicht gemerkt...
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