Frankreich sagt Schweizer Pauschalsteuer den Kampf an

Franzosen, die in der Schweiz von Pauschalsteuern profitieren, sollen künftig in ihrer Heimat Steuern zahlen. Vom entsprechenden Erlass der französischen Behörden hat der Bund allerdings nur über Umwege erfahren.

Laut einem Erlass sollen Franzosen, die in der Schweiz leben und pauschal besteuert werden, künftig auch dem französischen Fiskus Geld abliefern. Die französischen Steuerbehörden wollen demnach neu Einkünfte besteuern, die in Frankreich erzielt werden.

Eine Waadtländer Gemeinde im Lavaux am Genfersee.

Bildlegende: Wer als Franzose etwa am Genfersee wohnt und pauschal besteuert wird, schuldet künftig auch in Frankreich Steuern. Keystone

Das Eidgenössische Finanzdepartement bestätigte eine entsprechende Meldung der Westschweizer Zeitung «Le Temps». Allerdings sei die Schweiz nicht auf offiziellem Weg darüber informiert worden. Stattdessen habe sie durch «Dritte» davon erfahren.

Bislang profitierten viele reiche Franzosen in der Schweiz von Pauschalsteuern. Dabei sind vor allem die Ausgaben der Betroffenen ausschlaggebend. Würden die Steuern stattdessen nach Einkommen und Vermögen berechnet, lägen sie deutlich höher. In Frankreich mussten keine Steuern bezahlt werden.

Damit soll nun Schluss sein. Ab 2013 werde Frankreich die «Toleranz» gegenüber Franzosen aufheben, die von ihrem Steuersitz in der Schweiz und den dort erhobenen Pauschalsteuern profitierten. Die französische Regierung beruft sich dabei auf das Doppelbesteuerungsabkommen zwischen beiden Ländern von 1966. Dieses schliesst Pauschalsteuern explizit aus.