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Schweiz Frankreichs Industrie-Minister tobt: «Ruin der Schweiz»

Am französischen Radio hat Arnaud Montebourg mit dem Volksentscheid zur Masseneinwanderungs-Initiative abgerechnet. Er droht mit Handelsbarrieren Frankreichs und der EU. Der Entscheid sei unglaublich. «Das bedeutet den Ruin der Schweiz».

Arnaud Montebourg mit einem Smartphone in der Hand.
Legende: Frankreichs Industrie-Minister Arnaud Montebourg droht Schweiz mit Repressalien. Reuters

Noch vor dem Besuch von Bundespräsident Didier Burkhalter in Berlin und Paris poltert Frankreichs Industrie-Minister gegen die Schweiz. Arnaud Montebourg war Gast der Morgensendung von «France Inter» des französischen Radios und kritisierte den Volksentscheid zur begrenzten Zuwanderung scharf.

Die Resultate zeigten einen «Le Penisme» (Le-Pen-ismus) im helvetischen Massstab. Wer seien denn die Ausländer in der Schweiz? Die Franzosen, die Italiener und die Deutschen, vor denen man sich schützen müsse, meinte der sozialistische Minister.

Die Schweiz, abgeschottet und verarmt

250‘000 französische Grenzgänger, die in der Schweiz arbeiten, müssten nun zurück nach Frankreich. Die Schweiz werde verarmen und sich abschotten.

Die EU und Frankreich würden streng sein und zu Vergeltungsmassnahmen greifen. Darum werde es Handelsbarrieren beim Export geben. «Es ist unglaublich, dass die Schweizer diese Entscheidung getroffen haben. Das bedeutet den Ruin der Schweiz. Das ist kollektiver Selbstmord», echauffierte sich Montebourg.

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79 Kommentare

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  • Kommentar von Peter Meier, Zürich
    Nach mehreren Kolonialkriegen (Vietnam 1954, Senegal 1945 und Algerien 1962 mit weit über eine Million Toten) sollte sich unser westlicher Nachbar nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. Gerade der Algerienkrieg war ein von Rassismus geprägtes Massaker ohne Ende. Solange sich Frankreich nicht bei den Afrikaner entschuldigt, solange es die historischen Dokumente (heute gelagert in Aix-en-Provence) nicht retourniert, sollte es eines: Schweigen. Folterer Le Pen übrigens auch.
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  • Kommentar von Walter Starnberger, Therwil
    Natürlich ist der Hass gross, die Schweiz ist ein Erfolgsmodell, und Frankreich steht kurz vor dem Ruin. Allerdings muss auch gesagt werden dass die Schweiz nicht alleine dasteht, die deutschen Bundesländer Baden-Württemberg und Bayern weisen fast dieselben Wirtschaftszahlen auf, ähnlich auch Oesterreich und Norditalien. Und niemand hält Frankreich davon ab es diesen Ländern gleichzutun.
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    1. Antwort von Hans Haller, Kölliken
      Walter Starnberger, Therwil - Schweiz als Erfolgsmodell, da würde ich eher bescheidener Auftreten. Nur durch die Anbindung des CHF an den EURO könnte das Schlimmste verhindert werden. Auf Dauer wird dies aber so nicht bleiben können. Vor allem wenn die EU das da mit dem EURO nicht in den Griff bekommt, kommt weiteres Unheil auf uns zu. Daher sollten wir uns eher anderweitig orientieren und langsam weniger auf das Klumpen-Risiko-EU abstützen.
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  • Kommentar von K. Räschter, Schweiz
    Ich denke, mit solchen Worten macht sich der Industrie-Minister von Frankreich keine Freunde (auch nicht in der EU). Denn Frankreich profitiert sehr von der Schweiz; angefangen bei den vielen Grenzgängern, die in der Schweiz arbeiten und somit gutes Steuergeld in Frankreich abliefern.
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