Frauen in der Arbeitswelt noch lange nicht gleichgestellt

In der Schweiz verfügen immer mehr Frauen über einen Hochschulabschluss. Sie wählen aber häufiger frauenspezifische Ausbildungen und arbeiten oft Teilzeit. Und weibliche Angestellte verdienen rund 18 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen.

Frau in einem weissen Kittel an einem Computerbildschirm.

Bildlegende: Immer mehr Frauen studieren – aber vor allem soziale Fächer. Sie verdienen auch noch immer weniger als Männer. Keystone

Eine positive Entwicklung bilanziert das Bundesamt für Statistik in seinen Gleichstellungs-Indikatoren insbesondere beim Bildungsniveau von Mann und Frau, das sich tendenziell angleicht.

So hat sich der Anteil Frauen mit einer Hochschulbildung seit 1999 mehr als verdoppelt: von 9 auf 21,7 Prozent im Jahr 2011. Bei den Männern stieg der Anteil Hochschulabsolventen in bescheidenerem Ausmass von 20,1 auf 27,6 Prozent.

6 von 10 Frauen arbeiten Teilzeit

Wenig geändert hat sich in den letzten 20 Jahren aber bei der Berufs- und Studienfachwahl. Junge Männer werden öfter Ingenieur, Architekt oder Informatiker. Junge Frauen hingegen bilden sich häufiger in Gesundheits- und Sozialberufen oder studieren Geistes- und Sozialwissenschaften.

Der Anteil der Frauen, der einer bezahlten Arbeit nachgeht, ist zwischen 1991 und 2011 von 68,2 auf 76,7 Prozent gestiegen. Bei den Männern stieg er von 88,7 auf 91,1 Prozent. Sechs von zehn Frauen arbeiten Teilzeit.

Frauen verdienen noch immer 18,4 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. Dies kritisieren Vertreterinnen der Frauenallianz. Sie fordern Massnahmen. Die Umsetzung der Lohngleichheit müsse unverzüglich an die Hand genommen werden.