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Schweiz Frauenhäuser in der Schweiz: überfüllt und unterfinanziert

Frauenhäuser können bei häuslicher Gewalt nicht immer Schutz leisten. Dies liegt oft auch am System der Finanzierung. Politiker fordern eine nationale Strategie.

Legende: Video Frauenhäuser sind überfüllt abspielen. Laufzeit 01:56 Minuten.
Aus Tagesschau vom 22.07.2014.

Jede fünfte Frau ist in ihrem Leben von häuslicher Gewalt betroffen. Die Folgekosten bezahlt auch die Gesellschaft. Mindestens 164 Millionen Franken pro Jahr sind es gemäss einer Studie des Bundes, Link öffnet in einem neuen Fenster. In der Krise sollten Frauenhäuser Schutz bieten vor häuslicher Gewalt.

«Die Frauenhäuser in der Schweiz sind aber immer noch stark überbelegt», sagt Susan A. Peter, Geschäftsführerin der Stiftung Frauenhaus Zürich und Vorstandsmitglied der Dachorganisation der Frauenhäuser. Im Schnitt muss jede zweite Frau abgewiesen werden.

Fehler im System

Gleichzeitig stehen oft auch Betten leer, denn die Auslastung unterliegt starken Schwankungen. «Das ist typisch für die Krisenintervention», so Peter. Es gibt keine Regel, wann Krisen passieren. Genau daran scheitere auch das Finanzierungssystem im Kanton Zürich.

Nebst einem Fixbeitrag vom Kanton finanziert sich das Frauenhaus hauptsächlich über Tagestaxen – Gelder, die nur für die effektiv belegten Betten bezahlt werden. «Wir sind also davon abhängig, dass möglichst viele geschlagene Frauen zu uns kommen, das ist pervers», so Peter.

Zusammenarbeit mit Gemeinden harzt

Während der ersten 21 Tage gemäss Opferhilfegesetz vom Kanton, danach sind die Gemeinden am Zug. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer im Frauenhaus Zürich beträgt 28 Tage. Genügend Zeit sei wichtig, sagt Peter. «Die Frauen brauchen Ruhe und Stabilität, um ein neues Leben aufzubauen, Anschlusslösungen zu finden.»

Nach Hause zurückkehren sei oft keine Lösung. «Die meisten Frauen kommen irgendwann wieder», so Peter. Das ist für die Mitarbeitenden des Frauenhauses ein enormer Aufwand. Denn: «Die Mitarbeitenden müssen die Gelder bei den Gemeinden auftreiben», so Peter. Nebst dem Administrativen müsse oft auch Überzeugungsarbeit geleistet werden. «Das ist Zeit, die der Arbeit mit den Menschen abgeht.»

Der Bund in der Pflicht

Für Nationalrätin Yvonne Feri (SP) müssen Bund, Kantone und Gemeinden besser zusammenarbeiten. «Es braucht dringend eine nationale Strategie, damit wir schweizweit genügend Plätze haben für gewaltbetroffene Frauen, Männer und Kinder.»

«Nicht jeder Kanton braucht ein Frauenhaus, aber die Zusammenarbeit muss funktionieren. Der Bund soll hier eine führende koordinierende Rolle übernehmen», so Feri. Derzeit erhebt der Bund die verschiedenen Finanzierungsmodelle für Frauenhäuser in einer Studie. Diese soll die Grundlage für weitere Empfehlungen bilden. Die Resultate werden Ende Jahr erwartet.

Die Schweiz stehe aber auch international unter Druck. «Ein Bericht aus dem Europarat besagt, dass in der Schweiz mindestens 400 Plätze fehlen», so Feri. Nun müsse der Bund vorwärts machen. Das entsprechende Übereinkommen, die «Istanbul-Konvention», hat der Bundesrat bereits letztes Jahr unterzeichnet. Nun müsse es ratifiziert werden.

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50 Kommentare

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  • Kommentar von Stefan, Oberargau
    Die Frauenhäuser finde ich gut und wichtig, aber es ist nicht das Problem an den Wurzeln gepackt. Beziehungen werden zu schnell geschlossen aus reinem Vergnügen, dabei spielt meistens das Optische oder die Lusterfüllung eine Rolle. Wird die Lust nicht befriedigt,so gibts Probleme... Die Werbung gibt ja uns auch ein Lebensbild weiter der Lust und der Schönheit. Die Beziehung kann man lernen, und immer wieder dazulernen. Also vorher etwas investieren und nicht nur dahingeniessen.
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  • Kommentar von Resi Weber, Lausanne
    An alle die denken, Gewalt gäbe es nur bei den Ausländern, kann aus eigener Erfahrung widersprechen. M. Mann stammte aus einer "guten", wohlhabenden, einflussreicher CH-Familie.Könnte ein Buch schreiben über das Problem,das viel komplizierter ist,als man denkt. Weit zurückführt (Erziehung,Umfeld,Entwicklung d.Selbstvertrauen u.eigener Wertschätzung,lernen Verantwortung z.übernehmen,Fustrationen z.bewältigen,Missgeschicke,Fehlschläge z.verarbeiten, usw.). Opfer u. Täter =1. Beide brauchen Hilfe.
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  • Kommentar von Resi Weber, Lausanne
    CH-zer(in) oder Ausländer(in), egal, jeder Mensch, ein Geschöpf Gottes ("Unser Vater im Himmel", für diej. die es tägl. herunterplappern) also unsere Brüder,hat Anrecht auf Respekt,Achtung u. noch so etwas was man Liebe nennt. Zurück z. Artikel: i. finde höchste Zeit, dass man darüber redet. Alle Sozialschichten s. betroffen. Die Angehörigen der Betroffenen wissen genau, dass mitten im Wohnzimmer ein Untier (=Problem) steht, keiner will ihm in die Augen sehen u. wischt alles unter den Teppich.
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