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Schweiz «Frei bleiben!» Die SVP startet in den Wahlkampf

Neu ist nur das Maskottchen: Mit Berner Sennenhund Willy statt Geissbock Zottel will die SVP auch bei den Wahlen in einem Jahr mit bewährten Rezepten gewinnen. Nach der Schlappe 2011 gibt man sich aber etwas weniger ambitioniert. Der Wähleranteil soll zumindest gehalten werden.

Ein Stoffbernardiner steht auf einem Tischchen neben drei SVP-Wahlkampfleitern.
Legende: Berner Sennenhund Willy, das neue SVP-Maskottchen, soll für Wilhelm Tell, Freiheitsliebe und Entschlossenheit stehen. Keystone

Ungewohnte Töne bei der Präsentation der SVP-Wahlkampagne auf dem Berner Waisenhausplatz. Nicht mit einem rüstigen Bergler und Alphornklängen eröffnet die Partei ihren Wahlkampf – sondern mit einer jungen Frau am Saxophon. Weitere Überraschungen bleiben aber aus.

Die SVP setzt auf bewährte Erfolgsrezepte: Wenige Botschaften, einfache Parolen, Volksnähe. Präsident Toni Brunner möchte die Wahlverluste vor drei Jahren vergessen machen, als die Partei beim Wähleranteil über 2 Prozentpunkte einbüssen musste.

Ein harter Kampf stehe bevor, sagt der Parteichef: «Wir möchten das Ergebnis der letzten Wahlen von 26,6 Prozent wieder erreichen und wenn möglich ausbauen.»

Das soll gelingen, indem die Partei Wahlberechtigte anspricht, die ihre Wahlunterlagen bisher in den Abfall geworfen haben: «Das grösste Potenzial liegt bei den Nichtwählern.» Das zweite Segment, das die Partei anpeilt, sind Wählerinnen und Wähler, die sie an andere Parteien verloren hat, zum Beispiel an die BDP. Ihnen will SVP-Wahlkampfleiter Albert Rösti klar machen: «Die Werte der SVP sind eben nur bei der SVP zu finden.»

Legende: Video SVP startet Wahlkampf abspielen. Laufzeit 0:20 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 14.10.2014.

Sturm aufs Stöckli light

Zusätzliche Sitze im Nationalrat bringen sollen flächendeckende Listenverbindungen mit der FDP. Hofft die SVP. Ob der Freisinn dafür zu haben ist, sei offen, sagt Nationalrat Rösti.«Wir erhoffen uns ein klareres Signal der FDP-Führung an die Kantone, dass sie da mitmachen.»

Nimmt man die kantonalen Wahlen der letzten drei Jahre zum Massstab, dann darf sich die SVP durchaus Hoffnungen auf Wahlerfolge machen. In 15 Kantonen hat die Partei zugelegt, in vier Kantonen verloren. Am schwierigsten dürfte es die Partei im Ständerat haben, weil es dort Stimmen von ausserhalb der SVP braucht, um die Hürde zu schaffen. Statt auf Parteigrössen mit Ecken und Kanten setzt Präsident Brunner deshalb dieses Mal lieber auf konsensfähige Kandidaten: «Wir möchten im Ständerat zulegen, weil er zur Sorgenkammer geworden ist. Deshalb bieten wir in den Kantonen möglichst mehrheitsfähige Köpfe an.»

Eine Frau beisst in eine Bratwurst, im Hintergrund stehen SVP-Wahlkampfleiter.
Legende: «SVP bi de Lüt»: Die grösste Partei der Schweiz gibt sich gerne volksnah. Damit soll der Wähleranteil gehalten werden. Keystone

Wahlkampf mit Bratwurst und Bier

Drei Forderungen haben die SVP-Kandidaten im Gepäck: Kein schleichender EU-Beitritt. Eine griffige Ausländerpolitik. Tiefere Steuern für alle. Dazu kommt die angekündigte Volksinitiative, die Schweizer Recht über fremdes Recht stellen möchte. Einen Strassenwahlkampf mit Wahlmobil, Bratwürsten, Bier und Süssmost verspricht Parteichef Brunner – das alles unter dem Motto, das an eine populäre SRF-Fernsehsendung erinnert: «SVP bi dä Lüt». «Man wird die SVP dort sehen, wo sich die Menschen bewegen. Wir sind ja die Volkspartei.»

Und auch ein neues Maskottchen hat die Partei zu bieten. Ziegenbock Zottel muss dem Berner Sennenhund Willy Platz machen. Willy stehe für Wilhelm Tell, für Freiheitsliebe und Entschlossenheit, erklärt Wahlkampfleiter Rösti. «Wo ein Willy ist, da ist auch ein Weg», ist die SVP überzeugt. Und will den anderen Parteien in den nächsten zwölf Monaten den Marsch blasen – wenn auch nur mit dem Saxophon.

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56 Kommentare

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  • Kommentar von Ernst Jacob, Moeriken
    Wahlkampf mit Bratwurst und Bier, tönt gut, zumindest solange, wie Keiner kommt und garemänd au no en Joint anzündet, denn sonst wärer sicher schnell mal Feuer im Dach. Die SVP dort sehen, wo sich die Menschen bewegen, aber bitte nicht nur in Wirtschaften und an Jodler- und Schwinger-Festen, die reale Welt bietet auch noch andere Orte, wo's Menschen hat. Freiheit bedeutet auch Offenheit + Einsicht Anderem gegenüber. Mein Vater sagte jeweils, Deine Rede hör ich wohl, doch fehlet mir der Glaube.
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  • Kommentar von Daniel Briner, Neerach
    Professoren & Rhetoren erfinden Systeme und Prinzipien. Die wahrhaften Staatsmänner sind nur von dem Instinkt der Macht & der Liebe zum Vaterland beseelt. Das sind die Gefühle und Methoden, die große Reiche schaffen. (Benjamin Disraeli); Wahrheit ist etwas so Kostbares, dass Politiker nur sehr sparsam damit umgehen. (Mark Twain); Populisten sind jene Menschen, die einen Spaten Spaten und eine Katze Katze nennen (William Shakespeare); darum gibt es für mich nur noch eine (!) wählbare Partei - SVP
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  • Kommentar von Nico Basler, Basel
    Ich amüsiere mich königlich! Kaum präsentiert der Brunner Toni sein Steiff-Tierchen, so geht das nicht zielführende, immer gleiche Getippe der immer gleichen Kommentarschreiber von links bis rechts von vorne los.
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    1. Antwort von B. Küng, Biel
      Lieber Nico, das ist kein Steiff-Tierchen, denn der Plüsch-Bäri wird in China hergestellt. Soviel zur Verbundenheit der SVP zur Schweiz und deren Wirtschaft. Steiff-Tierchen sind hochwertige und nicht ganz billige Plüschtiere aus Deutschland und werden nicht in China hergestellt. Es würde sich vielleicht lohnen, dass ein seriöses Labor diese China-Bäris auf Schadstoffe untersucht.
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