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Schweiz Freie Stromwahl: «Für die Wasserkraft wird es schwieriger»

Der Bundesrat will die freie Stromwahl. Für die Konsumenten seien das gute Neuigkeiten, sagt SRF-Korrespondent Hanspeter Trütsch. Allerdings dürften die Wasserkraftwerke unter dem Wettbewerb leiden.

Legende: Video Strommarkt wird liberalisiert abspielen. Laufzeit 1:27 Minuten.
Aus Tagesschau vom 08.10.2014.

Was heute etwa bei der Krankenversicherung gilt, soll ab 2018 auch im Strommarkt gelten: Die Kundinnen und Kunden dürfen den Anbieter frei wählen. Das ist heute erst bei Grosskunden möglich. Ab 2018 sollen auch Private und das Kleingewerbe davon profitieren.

SRF-Korrespondent Hanspeter Trütsch ist der Meinung, dass die Liberalisierung den Konsumenten Vorteile bringe, weil der Wettbewerb für tiefere Preise sorgen werde. «Der Berner, der vielleicht höhere Strompreise zahlt als ein Ostschweizer, kann künftig seinen Strom dort einkaufen.» Der Rheintaler aus Altstätten wiederum kaufe den Strom dafür möglicherweise in Bregenz, weil dort die Preise tiefer sind.»

Legende: Video Hanspeter Trütsch zur Vernehmlassung abspielen. Laufzeit 2:10 Minuten.
Aus Tagesschau vom 08.10.2014.

Schwieriger werde es allerdings für die einheimische Produktion, «allen voran für die Wasserkraft». Diese rentiere schon heute nicht. «Diese Situation wird sich noch verschärfen», sagt Trütsch.

Wie viel Sparen ist möglich?

Auch Energieministerin Doris Leuthard verspricht sich von der Liberalisierung mehr Wettbewerb und deshalb ein besseres Angebot zu tieferen Preisen: «Wir haben nicht nur den Fokus auf möglichen Preisanpassungen innerhalb der Schweiz, wo wir heute Differenzen von bis zu 40 Prozent haben.» Der Bundesrat möchte, dass der Kunde aus einer breiteren Produktepalette auswählen kann.

Allerdings sind die Strompreise schon heute tief und die Margen für die Anbieter sind klein. Viel tiefere Preise seien kaum möglich und kleine Kunden könnten höchstens ein paar Dutzend Franken pro Jahr sparen, glaubt Dore Heim, Zentralsekretärin beim Schweizerischen Gewerkschaftsbund: «Das, was die Endkunden von einem tieferen Marktpreis profitieren könnten, das muss gegen das Risiko abgewogen werden, dass die Stromversorgung einfach nicht mehr so zuverlässig funktioniert.»

Die Gewerkschaften haben vor 12 Jahren schon einmal ein Referendum gegen die Strommarktliberalisierung durchgebracht. Ob sie ein zweites Mal dagegen antreten, müsse man noch beurteilen. Vorerst wird der Vorschlag des Bundesrates nun in die Vernehmlassung geschickt.

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25 Kommentare

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  • Kommentar von Simon Sachser, Basel
    Warum eigentlich erst ab 2018? Wieder Millionenscheffeleien hm? 20-30Rp je Kilowatt pro Haushalt und 5-7 RP je Killowatt in der Industrie. Es geht auch günstig. Im Ausland kostet es 2 Rp je Killowatt. Ein Wasserkraftwerk benötigt rund 15-18 Rp pro killowatt um rentabel zu sein, das Pumpspeicherkraftwerk war mal rentabel und sollte heute geschlossen werden. Natürlich wird es subventioniert, sowie auch die Witschaft indirekt Geld vom Staat bekommt auf den KW Preis.
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  • Kommentar von M.Meier, Bern
    Am Rande noch erwähnt, der private Eigenheim Besitzer investiert in Fotovoltaik und bezahlt sonst nichts mehr. Geht heute schon wunderbar! Baut viel auf LED um und ein 12 Volt Netz, TV über Tablet PC usw. :-) SUPER!
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  • Kommentar von H. Wach, Luzern
    R. Frei: Ich sage Ihnen klar, dass AKW subventioniert sind: Versuchsreaktor Würenlingen inkl. AKW-Ruine Lucens/VD wurde subventioniert. Die Suche nach geeigneten AKW-Müll Endlagern ist subventioniert. Urangewinnung/Yellow Cake, Brennstäbe-Fabrikation, Wiederaufbereitung sind durch Staatsbetriebe, z.B. in F oder RU, subventioniert. Zu Norwegen(385.199 qkm! bei ca. 5 Mio. Einw.!): N hat die GEOGRAFIE für Wasserstrom genutzt. Die Krux: Strom ist dadurch 2-3 x billiger aber Verbrauch 3x höher.
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    1. Antwort von Robert Frei, Wettingen
      Der Versuchsreaktor Würenlingen hatte absolut nichts mit Kernkraft zu tun. Nach dem Debakel des staatlich erstellen KKW Lucens hat die Schweizer Industrie beschlossen, fortan fertig entwickelte Kraftwerke zu bauen und diese betriebswirtschaftlich über die Stromkosten zu finanzieren. Die Suche nach dem Endlager CH (NAGRA) wird durch die Kernkraftwerke finanziert. Und die Franzosen und Russen werden uns wohl keine staatlich finanzierten Geschenke machen. Wo sind da die Subventionen?
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