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Freier Strommarkt Auch Haushalte sollen ihren Stromlieferanten frei wählen können

Stromzähler
Legende: Strom kann jeder sparen, beim Preis sparen durch freie Wahl des Anbieters ist Grosskunden vorbehalten. Keystone
  • Seit 2009 dürfen Grosskunden mit über 100'000 Kilowattstunden Stromverbrauch ihren Lieferanten frei wählen.
  • Eigentlich sollte die freie Wahl des Stromanbieters seit 2014 auch für Privathaushalte gelten, doch die Politik trat auf die Bremse.
  • Bürgerliche Energiepolitiker wollen jetzt mit der vollständigen Marktöffnung vorwärts machen.
  • Für linke Energiepolitiker würde eine weitere Marktöffnung die ganze Schweizer Strombranche gefährden.

Energieunternehmen, die vor allem Haushalte mit Strom beliefern, haben einen grossen Vorteil: Ihre Kunden habe keine Wahl und können nicht auf andere Anbieter ausweichen, wenn ihnen der Strom zu teuer ist. Firmen, die von dieser Monopolsituation profitieren, geht es deshalb besser als den beiden Grossunternehmen Alpiq und Axpo wie die heute veröffentlichte Studie im Auftrag des Bundes zeigt.

Eigentlich hätte der Strommarkt schon 2014 vollständig geöffnet werden sollen. Doch dann brach der Strompreis ein und auch bei den Verhandlungen für ein Stromabkommen mit der EU ging es nicht vorwärts – die Politik trat auf die Bremse.

«Problem würde noch grösser»

Für Energiepolitiker Beat Jans, SP-Nationalrat aus Basel-Stadt, zeigt die Studie, dass es richtig war, den Markt bisher nicht für alle zu öffnen. «Wenn man die kleinen Kunden auch noch in diesen Markt lässt, dann wird das Problem noch grösser.» Der Liberalisierungsgegner befürchtet, dass so die Kosten der Schweizer Wasserkraft nicht mehr gedeckt werden könnten. «Das heisst aus meiner Sicht werden wir in der Schweiz mittelfristig kaum mehr Strom produzieren können.»

Für eine vollständige Marktöffnung hingegen sind bürgerliche Energiepolitiker wie der Zürcher FDP-Ständerat Ruedi Noser. Studie hin oder her – es sei nicht Aufgabe des Staats, die Anbieter zu schützen sagt er zu SRF. Die Liberalisierung biete eine einmalige Chance. «Jeder Bürger, jede Bürgerin kann dann auch von tiefen Preisen profitieren. Und wenn wir den freien Markt spielen lassen, kann sich jeder und jede entscheiden, ob er sich mit Solarstrom, mit Batterien, mit Wärmepumpen oder mit Heizöl ausrüsten will.»

Bundesrat will die Öffnung frühestens 2022

Auch der Bundesrat hält weiterhin an seinem Plan fest, den Strommarkt zu öffnen – Ende 2018 will er seine Pläne konkretisieren. Frühestens 2022 könnten dann die Konsumenten wählen, von wem sie den Strom beziehen wollen. Vorausgesetzt, dass die Marktöffnung überhaupt eine politische Mehrheit findet.

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