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Schweiz Freihandel mit China in der Kritik

An einem möglichen Freihandelsabkommen mit China wird Kritik laut: SVP und Konsumentenschützer wollen die Schweizer Grenze nicht einfach so weiter für Lebensmittel öffnen. Keine Probleme sieht hingegen das Bundesamt für Landwirtschaft.

Freier Handel von Milch, Fleisch oder Getreide zwischen der Schweiz und China: für die Schweizerische Volkspartei ist das ein Schreckensszenario – nicht nur, weil die Bauern wirtschaftlich stark unter Druck kämen, sagt SVP-Parteipräsident Toni Brunner.

Man müsse sich bewusst sein, dass die Lebensmittel-Sicherheit in der Schweiz arg leiden werde, wenn Agrar-Freihandelsabkommen abgeschlossen würden, so Brunner. Die Grenzen würden geöffnet für Produkte, die unter Produktionsbedingungen hergestellt würden, welche in der Schweiz verboten sind.

Die Schweizer Landwirtschaft wird vergleichsweise streng kontrolliert. Da könne etwa China nicht mithalten, führt Brunner aus. Die Grundsatzfrage sei: «Wollen wir sichere einheimische Nahrungsmittel, oder wollen wir unsichere Lebensmittel aus dem Ausland; und vielleicht auch Skandale importieren?»

Bedenken auch beim Konsumentenschutz

Auch bei der Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) sind die Bedenken gross. Die regelmässigen Schlagzeilen über Nahrungsmittelskandale in China stimmten skeptisch, sagt Geschäftsführerin Sarah Stalder. Vor allem deshalb, weil dort die Kontrolle nicht lückenlos funktioniere.

Zwar ist der SKS nicht grundsätzlich gegen den Freihandel. Aber die Kontrollen müssten besser werden und die Deklaration lückenlos. Nur so hätten die Konsumenten beim Einkaufen tatsächlich die Wahl. Und wer auf Nummer sicher gehen wolle, der wähle mit Vorteil regionale Produkte.

Schweizer Bedingungen für chinesische Produkte

Die Verhandlungen mit China sind in vollem Gange. Posten für Posten werden die Agrargüter besprochen und allfällige Ausnahmeregelungen gemacht. Das bestätigt Jürg Jordi, Sprecher beim Bundesamt für Landwirtschaft.

Rinderfarm in China.
Legende: Rinderhaltung auf Chinesisch: Hier werden 20'000 Tiere gehalten, 200 von ihnen werden jeden Tag geschlachtet. Reuters

Was die Lebensmittelsicherheit angeht, gibt er aber Entwarnung. Denn die Vorschriften würden gegenseitig anerkannt. Damit würden für die Importe aus China die «genau gleichen Bedingungen» gelten, wie für in der Schweiz produzierten Produkte.

Es bestehe also keine Gefahr für die Konsumentinnen und Konsumenten, so Jordi. Denn die Chinesen hätten kein Interesse, schlechte Nahrungsmittel zu exportieren. Und die Schweizer Importeure keines, dass ein Lebensmittel problematisch sein könnte.

Eigentlich hätte Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann das Freihandelsabkommen mit China schon Ende 2012 abschliessen wollen. Doch noch laufen die Verhandlungen, und es ist unklar, wie lange sie noch dauern werden.

(snep)

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31 Kommentare

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  • Kommentar von tobias baur bocco, seebach zh
    Agrar produkte aus China?(Gemüse,Früchte) ? ...und dass das alles "frisch" aus China kommt ? 7200 kilometer um die Welt gekarrt, geschoben und verschoben? ..."frischprodukte?"...ich geh um die Ecke ne halbe Stunde zum Bauer, in Zürich , jawohl, ...so geht das. ...und deklariert.
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  • Kommentar von Paul Tschungo, Fuqing
    In China gibt es ein riesiger Markt und steigende Nachfrage nach Qualitaetsprodukten, Uhren, Schmuck, Design und auch Lebensmittel (zB Kaese)... Die Schweiz ist meines Wissens nicht stark geworden durch Angst vor freien Maerkten und Abschottung gegen Alle. Es ist mE auch ein schlechtes Zeugnis fuer die Medien die sich lieber auf die Zementierung von Clichees konzentrieren, aber keine Erklaerung fuer die Entwicklung in China liefern koennen.
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    1. Antwort von Marlene zelger, 6370 Stans
      China kauft Schweizer Ware und kopiert sie dann, um sie billig als Swiss made zu verkaufen. Das geschah schon mit den Uhren. Auch unsere berühmte Textilindustrie hat China mit seinen Billigklamotten kaputt gemacht. Sollen wir nun auch billige, nach umstrittenen Anbaumethoden produzierte Lebensmittel von China essen und sie können unsere hochqualitativen Produkte geniessen? Hände weg von einem solchen Geschäftspartner!
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    2. Antwort von Harald Girschweiler, 9500 Wil SG
      @Marlene Zelger: Die Textilindustrie konnte ja fast nichts anderes tun als auch nach China zu exportieren. Der Fehler liegt anderswo u. zwar bei der Textilmasch.-Industrie. Dort wurden gleich die modernsten und innovat. Maschinen ins Ausland verkauft. Man hätte besser die neuesten Masch. nur an CH-Tetilhersteller verkauft und nach einer Sperrfrist, bis z.B.eine neue Generat. v. Maschinen auf dem Markt ist, das Vorgängermod. ins Ausl. verkauft.
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  • Kommentar von Vreni Müller, Chur
    Selber Schuld wer Links wählt. Die Linken wollen immer alles Billiger. Geiz ist Geil. Ein Güggeli aus China würde bestimmt nicht mal einen Franken kosten. Vollgepump mit Medikamenten und eine Tierhaltung in Käfigen. Zum Glück muss ich das nicht mehr miterleben!
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    1. Antwort von A. Planta, Chur
      Bleiben sie sachlich: Die Geiz ist Geil Mentalität hat nichts mit einer politischen Gruppierung zu tun. Bisweilen gibt es Multimillionäre, die jeden Rappen zweimal umdrehen bevor sie ihn ausgeben. Vorausschauende Leute kaufen keine Billigprodukte, weil sie nicht am falschen Ort sparen.
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    2. Antwort von Mike Steiner, Winterthur
      Der kommentar von Frau Müller IST sachlich: Der Druck auf Lebensmittelpreise und den damit verbundenen Schweinereien ist klar mitbegründet durch die linke liberale Einwanderungs- und verniedlichende Sozialpolitik und damit verbindenem Abrutschen des Sozialniveaus. Leute, die wenig verdienen und zuerst beim Essen sparen, erzeugen dieses Bedürfnis nach billigem Futter.
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    3. Antwort von A. Planta, Chur
      @Mike Steiner, Winterthur: Es ist wohl logisch, dass Leute mit einem geringen Einkommen mehr sparen müssen. Dass sie deswegen pol. links eingestellt sein müssen ist eine Mär. Wiso hat dann in den letzten Jahren die SVP den Stimmenanteil so vergrössern können und die SP hat laufend verloren?
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    4. Antwort von Vreni Müller, Chur
      @Planta: "Wiso hat dann in den letzten Jahren die SVP den Stimmenanteil so vergrössern können und die SP hat laufend verloren?" Ganz einfach: Weil immer mehr Leute sehen, dass das kommunistische Modell nicht funktioniert. Übrigens sind es immer die Linken/Grünen die alles billiger wollen. Spez. bei Nahrungsmittel. Also nicht das Opfer zum Täter machen.
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    5. Antwort von A. Planta, Chur
      Das entspricht nicht der Wahrheit, dass nur die Linken alles billiger wollen. In erster Linie sind dies Leute mit geringem Einkommen, aber, wie gesagt, das sind lange nicht alles Linke, das ist eine Folge der sich immer weiter öffnenden Schere zwischen Arm und Reich.
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