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Schweiz «Früher waren Absprachen auf dem Bau gang und gäbe»

Die Wettbewerbskommission hat diese Woche acht Baufirmen gebüsst, die in der Ostschweiz jahrelang den Wettbewerb verzerrt haben sollen. Es ist ein altes Übel: Firmen sprechen sich ab und beeinflussen so die Vergabe von Bauaufträgen. Warum ist es so schwierig, diese Machenschaften auszumerzen?

Werkzeug auf einer Baustelle: Man kennt sich, man spricht sich ab
Legende: Werkzeug auf einer Baustelle: Man kennt sich, man spricht sich ab Keystone

Man traf sich regelmässig zu Sitzungen. Im kleinen Kreis machten die Baufirmen untereinander aus, wer den Auftrag bekommen soll für den neuen Strassenbelag in einer Gemeinde der Region. Die anderen Firmen reichten dann absichtlich überhöhte Offerten ein. So war schon im Voraus klar, wer welchen Auftrag bekommt.

Hunderte Offerten ausgewertet

Um den acht Baufirmen in der Ostschweiz auf die Schliche zu kommen, wertete die Wettbewerbskommission (Weko) statistisch hunderte von Offerten-Protokolle aus. Es sei nicht leicht, solche Kartelle zu entlarven, sagt Weko-Direktor Rafael Corraza.

Früher seien Absprachen gang und gäbe gewesen – gerade in der Baubranche mit vielen kleinen, regional aktiven Firmen. «Man kennt sich da», sagt Corrazo. Und das fördere Absprachen. «Es ist nicht so einfach, gegen jemanden im Wettbewerb anzutreten, den man tagtäglich sieht und zu dem man vielleicht eine freundschaftliche Beziehung hat.»

Immerhin: Nun hat die Weko den beteiligten Baufirmen eine Busse von zusammengerechnet fünf Millionen Franken aufgebrummt. Corraza spricht von einer Signalwirkung, die dies in der Bauwirtschaft haben dürfte.

Straffreiheit für Selbstanzeige

Das Unschöne an der Geschichte: Eines der Unternehmen, die grosse Baufirma Implenia, geht straffrei aus. Sie hat sich bei der Weko selbst angezeigt und auch bei den Untersuchungen voll kooperiert, bestätigt Corazza. Eine Selbstanzeige und die anschliessende Zusammenarbeit sei so viel wert, dass das betreffende Unternehmen ohne Sanktionen bleibe. «So hat das auch der Gesetzgeber vorgesehen», so der Weko-Direktor.

Für den Weko-Direktor ist es also das kleinere Übel, wenn eine Firma straffrei davon kommt. Besser so, als wenn die Absprachen noch länger unerkannt und ungestraft bleiben.

12 Kommentare

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  • Kommentar von W. Pip (W. Pip)
    Früher seien Absprachen gang und gäbe gewesen - ist das eine Rechtfertigung? Ich finde, eine Sauerei war das schon immer!!!
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  • Kommentar von M. Roe (M. Roe)
    Das ist immer noch so. Z.B können "Reiche"so ziemlich alle Gesetze brechen, wenn sie mit ihren Neubauten genügend Geld in die Gemeindekassen spühlen +dann auch noch die Herren +Damen Gemeinderäte zu Parties +gediegenen Empfängen einladen.Damit das auch weiterhin so bleibt, rücken die "Ratsmitglieder" noch enger zusammen +setzen auf "Konsens".So ist man sich sicher, dass keiner etwas dagegen einwendet. Auf Bauämtern stellt man die schwächsten Verantwortlichen ein, so kann man machen was man will!
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  • Kommentar von M. Kaiser (Klarsicht)
    Nennen wir das Kind beim Namen, es ist Parteienfilz auf höchster Ebene und es nicht nur harmlose Vetternwirtschaft - es ist schlicht Betrug am kleinen Mann und Steuerzahler . Die Kontrollbehörden ( der Staat im Staat ) im Parteienfiltz befangen und nahezu blind auf beiden Augen. Es wird nicht der letzte Skandal sein - Morgen rennt eine andere Sau durch das Dorf. Man trifft sich am Stammtisch und prostet sich zu .
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