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Schweiz Frühzeitig Steuern zahlen wird unattraktiver

In diesen Tagen flattern die Steuererklärungen in die Schweizer Haushalte. Doch viele haben ihre Steuern bereits bezahlt. Denn wer dies frühzeitig macht, konnte bisher von einem guten Zins profitieren. Allerdings hat sich das nun geändert: Elf Kantone haben ihre Vergütungszinsen gesenkt.

Die Steuern bezahlen auf Vorrat, noch lange bevor die Abschlussrechnung da ist: Das war bislang eine lohnende Strategie. Denn die Kantone leisteten auf dieses Geld Vergütungszinsen, die in der Regel über jenen von normalen Bankzinsen lagen. Doch die Negativzinsen verändern nun auch diese «Anlage-Strategie».

Auf dieses Jahr hin haben elf Kantone ihre Vergütungszinsen gesenkt. Am wenigsten bezahlen nun das Wallis mit 0,15 Prozent und Aargau mit 0,1 Prozent. Die Kantone Zug und Graubünden bezahlen sogar überhaupt keine Zinsen mehr.

Kantone unter Spardruck

Der Anreiz, die Steuern frühzeitig zu bezahlen, wird damit also immer kleiner. Dies könnte womöglich problematisch werden für einige Kantone. Denn etwa im Appenzell Ausserrhoden stellen die Frühzahler jeweils sicher, dass über das ganze Jahr genügend liquide Mittel vorhanden sind.

Für Dave Siegrist, Abteilungsleiter des kantonalen Steueramts Aargau, steht hingegen der Spardruck seines Kantons im Vordergrund: «Der Kanton Aargau steht zurzeit vor grossen finanzpolitischen Herausforderungen. Die Senkung des Vergütungszins ist eine von vielen Entlastungsmassnahmen, mit denen wir rund 2,2 Millionen Franken sparen.»

«Wir wollen Frühzahler weiterhin belohnen»

Grosszügiger, wenn auch auf tiefem Niveau, sind zehn Kantone, die immerhin bis zu 0,4 Prozent Zinsen bezahlen. Acht weitere Kantone zahlen 0,5 Prozent. Und mit Schwyz, Neuenburg und den beiden Appenzell zahlen vier Kantone immerhin noch ein volles Prozent.

«Wir wollen diejenigen belohnen, die frühzeitig und pünktlich bezahlen», sagt Köbi Frei, Direktor des Finanzdepartements des Kantons Appenzell Ausserhoden. «Zudem sind wir froh um die Liquidität im Frühjahr.»

Für den Kanton Aargau jedoch sei dieser Punkt in Zeiten klammer Kassen und tiefer Zinsen weniger wichtig, meint Dave Siegrist. Angst, dass nun weniger Leute vorzeitig bezahlen, hat er nicht: «Es besteht durchaus noch ein Anreiz, die Steuern frühzeitig zu bezahlen, denn bei den Banken erhält man derzeit auch nicht mehr Zins.» Zudem müssten die Zinseinkünfte im Aargau nicht versteuert werden.

Legende: Video Frühes Bezahlen lohnt sich vielerorts kaum noch abspielen. Laufzeit 1:46 Minuten.
Aus Tagesschau vom 19.02.2016.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von E. Wagner (E. Wagner)
    Ja und bald werden wir eine Steuererhöhung erhalten, weil‘s überall klemmt und die Kassen der Gemeinden, der Kanton leer sind. Rot ist zwar eine schöne Farbe aber wenn sie erscheint in der Jahresrechnung, wird es eng für den Staat und für die Bürger.
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  • Kommentar von marlene Zelger (Marlene Zelger)
    Logisch, denn in anderen Bereichen wird viel Geld gebraucht und auch grosszügig verschleudert.
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  • Kommentar von Urs Heim (Ursus)
    Man könnte meinen die Kantone wollten verhindern das der säumige Steuerzahler zu früh die Steuern entrichtet. "Früh zahlen Lohn sich nicht-spät zahlen erst recht nicht" - Steuervögte muss man nicht verstehen, das einzige was man sicher "muss" ist blechen.
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    1. Antwort von Peter Holzer (Peter Holzer)
      Der Grund hierfür liegt aber wie folgt: viele Wohlhabende haben ihr Geld, statt auf der Bank, an das Steueramt überwiesen, da es so mehr Zinsen und Gewinn einbrachte. Das bedeutete genau wie bei zu später Bezahlung einen administrativen Mehraufwand den wir alle wieder mitfinanzieren mussten. Es sollte einfach jeder seine Steuern rechtzeitig bezahlen, von Spekulanten sollte dies wiklich nicht missbraucht werden.
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