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20 oder 70 Kampfflugzeuge? Für die Luxus-Lösung fehlen die «Parkplätze»

Wie viele neue Kampfjets soll die Schweiz kaufen? Klar ist: Das «Maximalprogramm» brächte einige Probleme mit sich.

Legende: Audio Claude Meier zu den Kampfjet-Varianten abspielen. Laufzeit 1:34 Minuten.
1:34 min, aus Samstagsrundschau vom 03.06.2017.

Eine Expertengruppe im Auftrag von Verteidigungsminister Guy Parmelin hat diese Woche vier verschiedene Varianten zum Kauf von Jets präsentiert – mit Flottengrössen zwischen 20 und 70 Kampfflugzeugen.

Divisonär Claude Meier ist die Nummer Vier der Armee und war Militärpilot. Als Vorsitzender der Expertengruppe zeigte er Vor- und Nachteile bei allen vier Varianten. Auch wenn er im Berufsmilitär ist, sei er nicht automatisch für das Maximalprogramm mit bis zu 70 neuen Kampfjets für 14 Milliarden Franken.

Die «Luxus-Variante»

Würde sich die Schweiz für die grösste Variante mit 70 Jets entscheiden, stelle sich die Frage, ob ein Teil der neuen Flotte im Ausland stationiert werden müsste. Auf alle Fälle müsse aber hier die Infrastruktur ausgebaut werden.

Es stellt sich die Frage, ob wir einen Teil der Flotte im Ausland stationieren müssten.
Autor: Claude MeierDivisionär Schweizer Armee

70 Jets bräuchten aber nicht nur am Boden mehr Platz. Knapp ist naturgemäss auch der Luftraum über der kleinen Schweiz. Bei 70 neuen Kampffliegern werde die Grösse der Trainingsräume über der Schweiz zum Thema. Zudem sei bei diesem Modell die Lärmbelastung extrem hoch, sagt Claude Meier.

Startplan 2030

Die Schweiz diskutierte bereits vor drei Jahren bei der Abstimmung über den Gripen über die Beschaffung neuer Kampfjets. Und so wie vor 25 Jahren, am 1. Juni 1992, als die Gruppe für eine Schweiz ohne Armee ihre Stop-F/A-18-Initiative einreichte. Die Argumente heute dagegen und dafür würden sich wohl gar nicht so unterscheiden von jenen vor 25 Jahren, so Meier:

Für Meier ist klar: Die Schweiz braucht neue Kampfflugzeuge, um ihre Handlungsfreiheit zu behalten. Die Debatte beginnt: 2022 soll das Parlament entscheiden, dann vielleicht das Volk, und 2030 wäre dann die neue Flotte – nach Plan der Experten – startklar.

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53 Kommentare

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  • Kommentar von Franz NANNI (Aetti)
    Parkplaetze lassen sich schaffen.. aber DIE sollten dann auch dort bleiben... die Flieger.. urgh...
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  • Kommentar von Bruno Hochuli (Bruno Hochuli)
    Wir kaufen neue Flugzeuge und haben dann für sie keine Flugplätze mehr, wo sie landen können. Die meisten wurden ja schon anderweitig verkauft. In einem Ernstfall werden unsere bestehende Flugplätze am schnellsten zerbomt.Am besten wären wohl Senkrechtstarter (Harrier).
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    1. Antwort von Franz NANNI (Aetti)
      BH.... natuerlich, zB die Autobahn ausserhalb Bern Richtung Oberland ist so gemacht worden, dass sie innerhalb weniger Stunden in eine Flugpiste umgewandelt werden kann... man hats sogar schon mal gemacht zu Uebungszwecken.. ich denke da hat man noch ander Abschnitte unseres Autbahnnetzes..Ausserdem, die verkauften Flugplaetze werden im Notfall requiriert..oder!!!
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  • Kommentar von markus aenishaenslin (aenis)
    Wer sich nur auf seine Freunde beruft, ist schlecht beraten. Wenn die Schweiz trotz allem, nicht Ihre bewaffnete Neutralität gelebt hätte, hätte es geschichtlich für die Schweiz anders ausgesehen. Ich bin mit 20.Jahre in der Infanterie gewesen, dass hat auch kein Spass gemacht. Trotzdem muss uns das Ausland Respekt zollen, sonst werden wir erpressbar. Wir müssen keine Supermacht sein, jedoch zeigen, dass wir gewillt sind, unser Land und unsere Wert jeder Bedrohung entgegen zutreten.
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