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Schweiz Geheimes Nagra-Papier führt zu einer Strafuntersuchung

Juristisches Nachspiel wegen der Veröffentlichung eines geheimen Nagra-Papiers: Die Bundesanwaltschaft wird wegen Amtsgeheimnisverletzung aktiv.

Modell für die Lagerung von radioaktiven Brennstäben.
Legende: Laut dem Papier sei entschieden, wohin der Atommüll komme. Da das Papier geheim ist, kommt es zu einer Anklage. Keystone

Die Veröffentlichung eines geheimen Nagra-Papiers zum Atommüllendlager hat ein juristisches Nachspiel: Die Bundesanwaltschaft (BA) eröffnet eine Strafuntersuchung wegen Amtsgeheimnisverletzung.

Die Klage richtet sich gegen einen ehemaligen Nagra-Mitarbeiter und gegen Unbekannt. Die BA bestätigte einen entsprechenden Bericht der «SonntagsZeitung».

Atommülllager-Entscheid schon gefallen?

 Justizministerin Simonetta Sommaruga hat am 2. April die Ermächtigung zur Strafverfolgung erteilt. Bereits im Oktober hatte die Atomabfall-Genossenschaft Nagra mitgeteilt, dass ein ehemaliger Mitarbeiter das interne Dokument an Nuklearexperte Marcos Buser und Geologie-Professor Walter Wildi weitergegeben habe.

Das Papier legt nahe, dass bereits entschieden ist, wo dereinst die nuklearen Abfälle gelagert werden sollen – trotz laufender Standortsuche. Die «SonntagsZeitung» hatte das Dokument im Oktober veröffentlicht.

 Das Umweltdepartement (UVEK) von Doris Leuthard kam allerdings in seinen Abklärungen zum Schluss, dass die Standortsuche für Atommüllendlager korrekt ablaufe. Lediglich bei den Verfahrensregeln zwischen den Bundesbehörden untereinander und mit der Nagra ortet das UVEK Verbesserungsbedarf.

Legende: Video Planungspapier der Nagra sorgt beim Bund für Diskussionen abspielen. Laufzeit 01:58 Minuten.
Aus Tagesschau vom 08.10.2012.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Eddy Dreier, Burgdorf
    Man sollte das Zeugs dort versenken, wo es bereits versucht ist. Zum Beispiel Tschernobyl. Dafür hilft man den Leuten dort, eine neue Schutzhülle um den alten Reaktor zu bauen. Statt dessen versenken wir diesen Müll im Schweizer Naturparadis, weil diese keine Lobby hat. Der Mensch ist kein intelligentes Tier, nur weil er eine Säge hat. Während alle anderen Tiere auf dem Ast sitzen, sind wir die einzigen, die den Ast, auf dem wir sitzen, absägen mit unserer Säge...
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  • Kommentar von Marlene Zelger, 6370 Stans
    Wäre das Szenario "Wellenberg" im Urschweizer Kanton Nidwalden auf dem Papier gestanden, hätten die Betroffenen der 5 anderen Standorte gejubelt und der Medienaufruhr wäre ausgeblieben.
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    1. Antwort von Nijna Meister, Finsterhennen
      Das Selbstmitleid der ZentralschweizerInnen kann einem echt auf den Nerv gehen. Brauchen Sie keinen Strom?
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  • Kommentar von Rudolf R. Blaser, Aeschi
    Billiger Atomstrom? Wohl kaum! ALLES FLIESST. Normalerweise von oben nach unten. Nach gesundem Menschenverstand wird es deshalb nicht sehr klug sein, zuoberst auf dem Haufen ein Endlager einzurichten, auf Breitengraden wo Eiszeiten auftreten, welche alles pulverisieren und die unteren Anrainer in allen 4 Himmelsrichtungen gefährden. KKW-Betreiber oder SNB sollen Gebiet in Mali kaufen oder irgendwo, wo keine Eiszeiten auftreten können und Endlager durch WK-Soldaten bewachen lassen.
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    1. Antwort von R.Käser, Zürich
      Finde ich im Ansatz gut! Doch sollten die WK Soldaten durch AKW-Fettische vom Kaliber Toni Brunner, Adrian Amstutz und Christian Wasserfallen ersetzt werden. Die können wir bis zu den Knien eingraben damit sie bei einem Gäulein nicht weglaufen können.
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    2. Antwort von Rudolf R. Blaser, Aeschi
      Votum wird verdankt, hehehe! Ich plädierte eher „schüch“ für EINBETONIEREN! Was Endlager betrifft, sind Dimensionen 1fach unvorstellbar: Hätten uns Römer Hypothek hinterlassen, wären wir erst 100. Generation (G), welche Nachlass betreut + den Mist, welchen „wir“ produzieren, müssen die nachfolgenden 55'000 G „unseres“ billigen Atomstroms verwalten + in 3 G hat es kein Uran mehr. Wetten, dass in 700'000 Jahren über Namen wie Brunner, Amstutz + Wasserfallen nur der Kopf geschü...
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