Zum Inhalt springen

Ennetbaden versucht ein Novum Gemeinde will Terrassenhäuser verbieten

Ennetbaden will ein charmantes Weinbaudorf bleiben. Ein Verbot von Terrassenhäusern wäre ein Novum in der Schweiz.

Legende: Audio In Ennetbaden will man Terrassenhäuser verbieten abspielen. Laufzeit 2:00 Minuten.
2:00 min, aus HeuteMorgen vom 25.04.2017.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Gemeinde Ennetbaden im Kanton Aargau will in bestimmten Gebieten der Gemeinde den Bau von Terrassenhäusern verbieten. Ziel ist es, den ursprünglichen Charakter des Dorfes zu erhalten.
  • Am Montagabend fand eine Informationsveranstaltung für die Bevölkerung statt. Definitiv entscheiden über das Verbot wird die Gemeindeversammlung im Herbst.
  • Experten sehen jedoch nicht die Terrassenhäuser an sich als Problem an. Es müsse einfach anders geplant werden.

Ennetbaden im Kanton Aargau besteht zu einem grossen Teil aus steilen Hängen, die für Terrassenhäuser prädestiniert sind. Gemeindeammann Pius Graf will Terrassenhäuser in der neuen Bauordnung nun aber verbieten – zumindest in einigen Zonen der Gemeinde: «Die Gestaltungs- und Siedlungsqualität sowie die Grünräume stehen im Vordergrund. Wir denken, dass verdichtetes Bauen auch anders möglich ist als flächendeckend Terrassenhäuser zu bauen.»

Häuser mit Gärten statt Terrassenhäuser

Die Gemeinde will ihren ursprünglichen Charakter als Weinbaudorf nicht verlieren. Die Garagentorfronten, die Liftanbauten und dazu die grossen Stützmauern passen einfach nicht in die Gemeinde. Ennetbaden will zurück zu Häusern mit Gärten.

Doch Terrassenhaus ist nicht gleich Terrassenhaus. Darüber ist man sich in Ennetbaden an einer Informationsveranstaltung der Gemeinde über das geplante Verbot einig. Unbeliebt in der Bevölkerung sind vor allem einzelne, wuchtige Bauten, bei denen hauptsächlich die Wohnfläche zählt.

Terrassenhäuser richtig planen

Architektur-Kritiker Martin Tschanz sieht vor allem in den einzelnen, grossen Bauten das Problem. Ein Terrassenhaus müsse man als Siedlung planen, dann sei es auch in Zukunft eine geeignete Wohnform: «Die Idee wäre quasi den Hang als Gebäude zu betrachten. Das braucht andere Planungsinstrumente als übliche Parzellenformen. Es braucht eine Koordination der Erschliessungen und ein Denken in grösseren Zusammenhängen.»

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

24 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Rolf Bolliger (rolf.bolliger@quickline.ch)
    Terrassenhäuser verbrauchen erheblich weniger Land, als Häuser mit Gärten ums Haus! Zudem gibt es immer mehr Wohneigentümer, die nicht "gärtelen" wollen, aber ein eignes Daheim möchten! Hier gilt es nun alle Fakten eines Hangbebauens zu diskutieren und nach Lösungen zu suchen! Ich kenne bereits viele Terrassenhausbesitzer, die sind "happy"! Fazit: Lieber Mensch sein in Terrassenhäuser als in Hochhäusern oder dichten Blocksiedlungen! Eine hohe Einwanderung kann nicht "gratis" u. landsparend sein!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von H. Wach (H. Wach)
    Das Verbot v. Terrassensiedlungen wäre ein agronomischer, ökologischer, ökonomischer Blödsinn. 1000e qkm wertvolles, ertragreiches Agrarland im Flachland wurde in den letzten Jahrzehnten der Zersiedelung m. 1 FMH-Häusern geopfert. Die Ernährungssicherheit der CH wurde leichtsinnig aufgegeben. Hanglagen sind agronomisch minderwertig. Der Grundwasserspiegel im Flachland ist gefährdet. Überschwemmungen nehmen zu. Hier muss zuerst eingeschritten werden! Terrassensiedlungen bieten verdichtetes Bauen!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von E. Waeden (E. W.)
      Aber für den Erhalt einer Artenvielfalt sind eben auch Hänge wertvoll. Und eben noch viel mehr, wenn in Ebnen immer mehr Grün & Lebensraum für Tiere verschwindet. Mit der Zubetonierung generell verschwindet nicht nur ertragreiches Agrarland, sondern eben auch Lebensraum für ganz viele Tierarten. Fakt also ist, dass jeder Baum, jede Grünfläche welche ausserhalb & innerhalb von Ortschaften verschwindet, ein Baum, eine Grünfläche zuviel ist, welche zubetoniert wird.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von M. Roe (M. Roe)
    Bravo!Endlich sieht man ein, dass die neusten Bauten eigentlich "Landschaftsverschandelungen" sind. Nur weiter so, dies ist für alle wichtig. Ich weiss, dass es sehr schwierig ist, gegen diese Verschandler vorzugehen.Die Bevölkerung kann sehr viel dazu beitragen, indem man die einzelnen, von Politikern als Verhinderer, Querulanten usw. genannte, sichtbar unterstützen.Die Politik sagt meist, dass die Bevölkerung mit Gemeinden +Kanton Lösungen finden könne.Leider falsch! DIE machen was sie wollen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen