Genfer Regierung übernimmt «La Pâquerette»

Das Zentrum «La Pâquerette», in dem der mutmassliche Mörder der Genfer Sozialtherapeutin untergebracht war, untersteht neu dem Sicherheitsdepartement und nicht mehr den Genfer Universitätsspitälern (HUG).

Das 1986 gegründete Zentrum La Pâquerette ist eine schweizweit einmalige Einrichtung zur Betreuung von Gefangenen mit langen Haftstrafen. In einer therapeutischen Gemeinschaft wird den Insassen gelehrt, wieder in der Gesellschaft zu leben.

Das Zentrum wurde bisher von den HUG geführt, die Überwachung oblag jedoch dem Sicherheitsdepartement. Neu fällt es unter die alleinige Verantwortung des Sicherheitsdepartements.

Das Zentrum befindet sich auf einem Stockwerk der Genfer Strafanstalt Champ-Dollon und bietet Platz für bis zu 22 Insassen. Diese leiden an schweren Persönlichkeitsstörungen, werden jedoch als resozialisierbar betrachtet.

Umstrittener Untersuchungsleiter bestätigt

Die Genfer Regierung bestätigte zugleich die Nominierung des früheren Staatsrates Bernard Ziegler (SP) als Leiter der Administrativuntersuchung. Ziegler hatte das Justizdepartement bei der Eröffnung des Zentrums La Pâquerette geleitet.
Das Mouvement citoyens genevois (MCG) und die SVP hatten die Nominierung kritisiert und Zweifel an der Unabhängigkeit Zieglers geäussert. Bernard Ziegler soll seinen Bericht bis am 9. Oktober vorlegen.