Zum Inhalt springen

Wird Pflichtlager angezapft? Genug Benzin für alle Fälle

Legende: Audio Keine Angst vor Versorgungsengpässen abspielen.
2:16 min, aus SRF 4 News aktuell vom 23.08.2017.

Das Wichtigste in Kürze

  • Trotz Unterbruch der Rheintalbahn besteht in der Schweiz nicht die Gefahr eines Mangels an Gütern des täglichen Gebrauchs.
  • Der Bund hat Pflichtlager angelegt, in denen alles, was im Alltag gebraucht wird, vorrätig ist.
  • Die Warenmengen entsprechen dem durchschnittlichen Bedarf in der Schweiz von drei bis vier Monaten.

Eine Gefahr für die Landesversorgung entstehe auf keinen Fall durch den Bahnunterbruch, sagt Lucio Gastaldi vom Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung.

Denn selbst wenn zu wenig Güter über die Grenze kämen, habe der Bund vorgesorgt. «Für die Bevölkerung besteht – insbesondere was Mineralölprodukte anbelangt – keine Gefahr von Lieferengpässen.»

Das heisst, dass die Bevölkerung von allfälligen Problemen nichts spüren würde. Denn für diverse Güter des täglichen Gebrauchs wie Zucker, Brotgetreide, aber auch Erdöl und Erdgas gibt es beträchtliche Vorräte in der Schweiz. Sie reichen für mindestens drei Monate, also deutlich länger, als der Bahnunterbruch in Deutschland voraussichtlich dauert.

Diese Vorräte sind bei den privaten Unternehmen gelagert, in sogenannten Pflichtlagern. So ist es im System der Schweizer Landesversorgung geregelt. Der Bund habe die Übersicht, sagt Gastaldi. «Als Bundesamt stehen wir in direktem Kontakt mit den betroffenen Branchen. Wir beurteilten die Lage praktisch täglich gemeinsam.»

Ob tatsächlich Güter aus den Pflichtlagern freigegeben werden, will der Bund in den kommenden Tagen entscheiden. Das letzte Wort hat dann der zuständige Departements Chef, also Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann.

Kosten für Pflichtlager trägt der Konsument

Die Kosten für die gesamte Pflichtlagerhaltung trägt nicht der Bund. Diese werden über die Verkaufspreise an die Konsumentinnen und Konsumenten abgewälzt.

Beim Einkaufen macht das pro Kopf der Bevölkerung im Schnitt rund 13 Franken jährlich. Gastaldi vom Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung gibt ein konkretes Beispiel: «Wenn wir das Beispiel Benzin nehmen: Der Kunde bezahlt an der Tanksäule 0.2 Rappen für die Pflichtlagerhaltung.»

Das ist zwar nicht gratis. Dafür muss sich niemand Sorgen machen, sollte der Bahnunterbruch in Deutschland in den kommenden Wochen zu Transportengpässen in die Schweiz führen.

3 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Simeon Räber (S. Räber)
    Wenn man tatsächlich auf die Pflichtlager zurückgreifen muss, nur weil eine Eisenbahnstrecke blockiert ist, habe ich so meine Fragen... Dann stünde es sehr schlecht um unsere Versorgungssicherheit! Ich will gar nicht wissen, was wäre, wenn nun noch der Transport auf dem Rhein ausfallen würde...
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Charles Dupond (Egalite)
      Frueher hatte jeder Kaufmann und insbesondere Fabrikant aus eigener Verantowrtung genug Lager, um uebliche Lieferungsverspaetungen (Zollprobleme usw. pp) ohne weitere Verluste abfedern zu koennen. Heute wird auf justintime speckuliert, und fuer so selbst verschuldete Ausfaelle Lieferanten, Verkehrsbetriebe oder gar Hoheitsverwaltungen usw. pp auf Schadenersatz verklagt....
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von W. Pip (W. Pip)
    für mittlerweile 9 Millionen Einwohner, Tendenz ungebremst steigend? Da lachen ja die Hühner. Ich halte das für eine politisch motivierte Desinformation.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen