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Schweiz Geothermie: Genf will es der Deutschschweiz vormachen

Die Euphorie war gross, das Budget auch: Doch die Hoffnungen beim Geothermie-Projekt in St. Gallen haben sich zerschlagen, wie schon zuvor in Basel. Nun wagt Genf einen neuen Anlauf, Haushalte mit Erdwärme zu beheizen.

Ein Techniker des Projekts «Geothermie 2020» bei einer Demonstration in Genf (August 2014)
Legende: Klappts im dritten Anlauf? In Genf will man die Fehler der Projekte in St. Gallen und Basel vermeiden. Keystone

Die Hoffnungen sind gross. Durch Geothermie soll in Genf genügend Wärme für zwei Drittel der Haushalte gewonnen werden. Aber noch sind das erst Hoffnungen. Die Verantwortlichen des Kantons Genf zeigen sich ausgesprochen vorsichtig. Zu viele Geothermieprojekte sind in letzter Zeit gescheitert. Die Debakel von Basel und St. Gallen sollen sich in Genf auf keinen Fall wiederholen.

Der Direktor der Industriellen Betriebe, Christian Brunier, versicherte deshalb an der heutigen Medienorientierung: Fracking, das Aufbrechen unterirdischer Gesteinsschichten, werde es in Genf nicht geben. Oder erst, wenn die Technik sicherer und das Risiko von Erdbeben vom Tisch sei. Genf habe die Lehren aus den gescheiterten Projekten gezogen und gehe viel vorsichtiger vor, verspricht Brunier.

Ermutigende Voraussetzungen

In den letzten zwei Jahren haben die Industriellen Betriebe den Untergrund des ganzen Kantons mit seismischen Messungen erforscht. Die Uni Genf hat aus den Daten ein dreidimensionales Modell erstellt. Und das Ergebnis freut die Fachleute. Denn in fünf Zonen scheint Wasser mit einer Temperatur von bis zu 120 Grad vorhanden zu sein – und das in einer Tiefe zwischen 500 und 3000 Metern, was relativ wenig ist. Zum Vergleich: Das St. Galler Projekt scheiterte mit einem Borloch von mehr als 4400 Metern.

Der grüne Staatsrat Antonio Hodgers erklärte, die erste Priorität habe die Nutzung von Fernwärme, weil dabei kein Kohlendioxid entstehe. Geothermie sei erneuerbar, umweltverträglich und mache die Schweiz unabhängiger vom Ausland. Deshalb sei die Technik sehr wichtig. Ob Genf dereinst auch Strom aus der Geothermie gewinnen könne, müsse sich noch zeigen.

Bis 2020 soll der Untergrund nun genauer untersucht werden. Erst für 2018 sind dabei auch Probebohrungen vorgesehen.

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14 Kommentare

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  • Kommentar von Reto Camenisch (Horatio)
    Herr J.-P Ducrey. Die Kosten bei den Atomkraftwerken (bleiben wir bei der ursprünglichen Bezeichnung, und nicht bei der beschönigenden seit den 70ern) sind gar nicht gedeckt. Was ist mit der Versicherungslimite bei einem Gau, Wer bezahlt wirklich den Rückbau und wer die Entsorgung und Endlagerung (zig-Tausend Jahre)?
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  • Kommentar von Reto Camenisch (Horatio)
    Auch im Waadtland (Region Nyon, Gland) sind weitere Projekte in Bearbeitung, welche vielversprechend sind, und uns ein wenig unabhängiger vom Ausland machen. Es werden andere Techniken als in St.Gallen und Basel angewendet. In der Region Paris sind damit schon Tausende von Haushalten angeschlossen, ohne nennenswerte Gefährdung irgendwelcher Art. Scheinbar soll in Bayern auch schon Vieles im Tun sein.
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  • Kommentar von Ida Fischer (Ida Fiischer)
    Die Schweiz hat im europäischen Vergleich eine mittlere Erdbebengefährdung. Am stärksten gefährdet ist das Wallis, gefolgt von Basel, Graubünden, dem St. Galler Rheintal, der Zentralschweiz und der übrigen Schweiz. Regionen ganz ohne Erdbebengefährdung gibt es nicht.CH Erdbebendienst Geothermie ist und bleibt ein heißes Eisen. Das Anzapfen heißer Quellen und die unterirdische Erhitzung von Wasser hat und kann weiterhin Schäden verursachen. Betroffene warten oftmals lange auf Schadenersatz.
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