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Schweiz Gesetz gegen Laserpointer erntet viel Kritik

Laserpointer können gefährlich werden – etwa wenn ein Pilot oder Lokführer geblendet wird, wie es immer wieder geschieht. Der Bundesrat will diese Geräte deshalb verbieten. Die Parteien finden das auch. Sie sind aber gegen seinen Gesetzesvorschlag.

Ein Demonstrant blendet einen Polizisten in Kampfmontur mit einem Laserpointer.
Legende: Blendattacken mit starken Laserpointern können zu Blindheit führen. Reuters

Blendattacken auf Polizisten, Lokführer oder Piloten: Starke Laserpointer können Haut und Augen schädigen – bis zur Erblindung. Alleine bei den Piloten zählt der Bund 160 Attacken pro Jahr. Eigentlich ist es schon heute verboten, starke Laserpointer zu verkaufen. Übers Internet können sie aber leicht beschafft werden.

Mitte und Linke dafür

CVP und SP sind deswegen für das neue Gesetz, das unter anderem den Besitz von Laserpointer verbieten will. SP-Nationalrätin Edith Graf-Litscher: «Wenn ein Lokführer oder ein Pilot geblendet wird von einem Laser, sind auch die Passagiere mitbetroffen und stehen unter einer Gefährdung.» Auch die betroffenen Berufsverbände begrüssen das Gesetz, so zum Beispiel die kantonalen Polizeikommandanten.

Bürgerliche dagegen

Die bürgerlichen Parteien hingegen halten gar nichts davon. Die SVP sieht zwar auch Handlungsbedarf, das neue Gesetz aber sei unnötig. Und es sei viel zu breit, doppelt die FDP nach. Nationalrat Christian Wasserfallen kritisiert, dass das Gesetz viel zu viel regeln wolle: «Das Gesetz kann ein Sammelbecken werden für verschiedenste Verbote, die nirgendwo anders Platz haben. Es gibt bestehende Gesetze, mit denen alles geregelt werden kann.»

Nationalrat ging weiter

Die Parteien sind sich also zwar mehrheitlich einig, dass starke Laserpointer verboten gehören. Wie dies geschehen soll, darüber gehen die Meinungen allerdings weit auseinander. Der Nationalrat ging im letzten Frühling weiter und forderte, die Anwendung von Laserpointern explizit im Strafgesetzbuch zu verankern.

26 Kommentare

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  • Kommentar von M. Keller, Thurgau
    Laserattacken erfolgen mit modifizierten Lasern, denn kein herkömmlicher Laserpointer ist so hell und hat eine Reichweiter über 40 Meter. Laserpointer müssen nach DIN VDE 0837 mind. die Klasse IIIa (besser 2) erfüllen, weil sie sonst nicht zugelassen wären. Die Macht der Medien; was könnte man durch minimale Hintergrundrecherche an polemischen Gesetzen & Entscheiden, sowie künstlichen Hassgebilden vermeiden...
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    1. Antwort von Franz NANNI, Nelspruit SA
      Danke fuer die Bildung... ja auch ich (speziel ich...) lerne noch dazu! Aber ehrlich, der Normalverbraucher hat keine Ahnung und wirft halt chrut und Chabis in den gleichen Topf, rechtens... ist ja alles Gemuese. Und so halt bei den L-Pointern.... nur sag mal, wofuer brauechte man denn diese PowerPointer?
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    2. Antwort von M. Keller, Thurgau
      Für den selben Bedarf wie sie die US-Army einsetzt... Für nichts anderes eignen sich die Dinger. Diese "Störlaser" gibt es nicht im freien Handel, alles selbst modifiziert. Das, was die Medien als Powerlaser betrachten hat so eine starke Streuung, das nach 50 Meter nur noch ein kein klarer Punkt projiziert werden kann (ist ja nicht nur die Strahlkraft (Entfernung), auch die Bündelung spielt eine Rolle). Und gegen die Art Missbrauch gibt es längst Gesetze - die nur angewendet werden müssten...
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    3. Antwort von Jens Brügger, Schaffhausen
      Das ist völliger Unsinn. Im Internet kann man problemlos stärkere Laser bestellen und die werden auch in die Schweiz verschickt. Ich hatte ja schliesslich selber so ein Ding in den Händen und der kam locker 400 Meter weit, wenn nicht mehr.
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    4. Antwort von M. Keller, Thurgau
      Und was für einen Einsatzzweck las Jens Brügger in der Produktbeschreibung? Für welche Art Präsentation war dieser Pointer? Welche Klassifizierung hatte der? Und hat Jens Brügger diesen offenkundig illegalen (auch ohne neue Gesetze!) Pointer sofort der Polizei übergeben und den Shop gemeldet?
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  • Kommentar von M. Keller, Thurgau
    Warum ein neues Gesetz? Und als Verbot für ALLE Laserpointer? (naja ok, die Powerpoint-Fraktion wird schon lobbyieren) Es gibt Gesetze wie "gefährliche Eingriff in den Strassenverkehr"; versuchte Körperverletzung, etc... Und so ein Laserpointer auf's Auge kann MINDESTENS eine Person ernsthaft gefährden. Ob Pilot, Lokführer oder Busfahrer. Und dadurch direkt die Passagiere. Warum nicht die existierenden Gesetze einfach endlich einmal konsequent durchsetzen? Ginge schneller und wär wirksamer...
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    1. Antwort von Nemo Tenetur, Bern
      Sie schreiben: "Warum nicht die existierenden Gesetze einfach endlich einmal konsequent durchsetzen?" Ich frage Sie: Wie kommen Sie darauf, dass das nicht gemacht wird? Welche konkrete Erfahrungen mit der Justiz haben Sie, dass Sie meinen, Polizei, Staatsanwaltschaft und Gericht seien nicht in der Lage, bestehende Gesetze anzuwenden? Das Problem ist: man muss die Leute erwischen! Das neue Gesetz will den Besitz unter Strafe stellen, nicht die damit verursachte Verletzung. So steht es doch oben.
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    2. Antwort von M. Keller, Thurgau
      N. Tenetur: weil man, wenn existierende Gesetze umgesetzt würden, kein Bedarf an einem neuen Gesetz existieren würde. Vor allem keines, das ALLE Laserpointer (wie sie bei jeder Präsentation zur Anwendung kommen) betrifft... Ich habe - in anderen Bereichen - erfahren dürfen wie das in der CH läuft: es kommt nur darauf an WER gegen WELCHES Gesetz verstösst, damit es zur Anwendung kommt. Versuchen Sie's selber rauszufinden: wieviel erwischte Laserblender kamen wg. versuchter Körperverletzung dran?
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  • Kommentar von Frank Eichhoff, Schaffhausen
    Wird hier etwa versucht mit dem Handlungsbedarf betreffend Laserpointer wieder etwas durchs Parlament zu mogeln, was man sonst nicht durchbekäme? Gut dass der Nationalrat aufpasst und dich nicht über den attisch ziehen lässt.
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    1. Antwort von M. Keller, Thurgau
      ... der NR will einfach eine andere Variante, aber durchaus das Selbe.. WIR, das Volk, müssen aufpassen... Und zwar das wir die Referendumsfristen nicht verpassen, wenn wieder etwas mehr geregelt wird, als nur die MODIFIZIERTEN Laserpointer...
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