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Gesundheitsystem Schweiz Je stärker der Franken, desto günstiger die Medikamente

Legende: Audio Günstigere Medikamente dank starkem Franken abspielen. Laufzeit 1:49 Minuten.
1:49 min, aus HeuteMorgen vom 02.06.2018.

Das Wichtigste in Kürze

  • In der Schweiz werden die Preise der Medikamente vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) festgelegt.
  • Der Preis ist abhängig vom Wechselkurs.
  • Bleibt der Franken stark, sparen die Schweizer Versicherten auf diese Weise Millionen. Dies könnte sich auf die Krankenkassenprämien auswirken.

Das BAG bestimmt, wie viel ein Medikament kostet. Das macht es aber nicht nach Gutdünken. Es bezieht mit ein, wie viel das Medikament in anderen europäischen Ländern kostet. Und hier hier werde eben der Wechselkurs wichtig. Andrea Rizzi, Co-Leitung Sektion Medikamente beim BAG: «Bei diesem Auslandpreisvergleich hat der Wechselkurs einen Einfluss auf den Schweizer Preis. Wir müssen den ausländischen Preis in Schweizerfranken umrechnen.»

Rizzi macht ein konkretes Beispiel: «Nehmen wir an, ein Arzneimittel in einem Land kostet 100 Euro. Ein Wechselkurs von 1.08 ergibt einen Preis von 108 Franken, ein Wechselkurs von 1.11 ergäbe einen Preis von 111 Franken.»

Bund passt Preise an

Je stärker also der Franken ist, desto höher sind die Einsparungen bei den Medikamenten. Denn der Bund bestimmt nicht nur den Preis neuer Medikamente. Er überprüft auch jedes Jahr Medikamente, die schon auf dem Markt sind und senkt deren Preise, falls der Wechselkurs günstig ist. Voraussetzung für Einsparungen ist allerdings, dass der Franken über längere Zeit stark bleibt.

«Wenn der Wechselkurs über längere Zeit tiefer ist oder der Franken stärker ist, dann merken wir das bei der Festlegung der Medikamentenpreise», sagt Rizzi.

Millionen gespart

Solche Schwankungen bei den Wechselkursen können rasch Einsparungen in Millionenhöhe bringen.

Die nächste Anpassung des Wechselkurses findet am 1. Juli statt, dann wieder im Januar 2019. Bleibt der Franken stark, spart die Schweiz bald bei den Medikamenten. Das entlastet auch die Krankenkassenprämien. Schliesslich werden damit die Medikamente bezahlt.

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8 Kommentare

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  • Kommentar von M. Kaiser (Klarsicht)
    Die Feststellung -Je stärker der Franken, desto günstiger die Medikamente, ist richtig aber liegt dennoch sehr schräg in der Landschaft- wer macht denn diese Preise in der CH ? Weiter ist fest zu halten, dass die SNB ( Nationalbank ) den Franken stark machen kann oder wie kürzlich völlig unbegründet 20% schwächer. Somit können sich ja die Herren absprechen bevor sie Medikamente einkaufen. Tun sie das ? Weitere Fragen türmen sich auf - oder blickt noch irgend ein Genie hier durch ?
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  • Kommentar von Denise Casagrande (begulide)
    Nicht Billig-Medikamente sollen das Thema sein, sondern ein verantwortungsvolles, faires, bezahlbares, Menschenleben- und Bedürfnisse respektierendes, aufmerksames ehrliches "Gesundheits-Wesen" ist notwendig!!
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  • Kommentar von Manuela Fitzi (Mano)
    Grundsätzlich freue ich mich, dass SRF auch mal über die positiven Wirkungen des starken Frankens berichtet. Denn diese gibt's wirklich, wenn auch nicht für die "Wirtschaft" (boohoo), sondern sie melden sich spürbar bei den Konsumenten. Zusätzlich sollte der Bund Auslandseinkäufe von Medis zulassen. Sachlich und qualitativ ist es völlig unbegründet, gerade in diesem kostenintensiven Gebiet auf Protektionismus zu setzen.
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