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Gewalt gegen die Schwächsten Zahl der Kindesmisshandlungen steigt erneut an

  • Schweizer Kinderkliniken haben vergangenes Jahr 1730 Fälle von Kindesmisshandlungen registriert. Das ist ein Anstieg von 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
  • Die 1730 Fälle wurden in 20 der insgesamt 31 Kinderkliniken registriert.
  • Knapp zwei von fünf misshandelten Kinder waren von psychischen Misshandlungen betroffen. Das teilte die Fachgruppe Kinderschutz der Schweizerischen Gesellschaft für Pädiatrie mit.
  • Bei den mutmasslichen Tätern handelt es sich zum grossen Teil um Familienangehörige.
Misshandeltes Kind.
Legende: Rund 15 Prozent der in den Kinderkliniken behandelten Kinder wurde sexuell missbraucht. Keystone

Das Miterleben von häuslicher Gewalt vonseiten der Eltern und innerhalb der Familie sei für immer mehr Kinder eine traurige Realität, so die Fachgruppe. Die dadurch entstehende psychische Beeinträchtigung dürfe nicht unterschätzt werden.

Jedes vierte Kind erlitt eine körperliche Misshandlung und jedes fünfte Kind eine Vernachlässigung. Rund 15 Prozent der behandelten Kinder wurden sexuell missbraucht.

Die Geschlechterverteilung blieb gemäss der Fachgruppe mit 44 Prozent Knaben und 56 Prozent Mädchen gleich wie im Vorjahr. Jedes sechste misshandelte Kind war jünger als ein Jahr. 46 Prozent der Kinder waren weniger als sechs Jahre alt.

Sexueller Missbrauch kommt oft aus der Familie

Wie die Auswertung der Daten der Fachgruppe weiter aufzeigt, verübten Männer knapp jede zweite Misshandlung. Bei sexuellem Missbrauch stammt der Täter oder die Täterin in 39 Prozent der Fälle aus der Familie. Rund jeder sechste Fall eines sexuellen Übergriffes wird durch einen Fremdtäter begangen.

Bei jedem fünften Kind, das an einer Kinderklinik wegen Misshandlung abgeklärt wurde, war die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) bereits vorgängig involviert. Bei jedem achten Kind wurde bereits vor der Vorstellung an einer Kinderklinik die Strafverfolgungsbehörde eingeschaltet.

Drei Todesfälle bekannt

Im vergangenen Jahr verstarben drei Kinder in Folge einer Misshandlung. Zwei Kinder wurden körperlich misshandelt, ein Kind ertrank aufgrund einer Vernachlässigung. Alle drei Kinder waren jünger als ein Jahr.

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10 Kommentare

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  • Kommentar von Benito Boari (Antoine)
    Wenn ich mir diese Statistiken ansehe müsste der Einsatz von Smartspeakern fast schon wieder befürwortet werden...
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  • Kommentar von Franz NANNI (igwena ndlovu)
    Frustrierte Schwaechlinge lassen ihre Wut und Angst an den Schwaechsten der Schwachen aus.... Man (Frau) sollte beizeiten realisieren, wenn der Mann zB am Arbeitsplatz ueberfordert und gemobbt ist.. und umgekehrt... wobei, das ist wohl sehr schwierig... mir jedenfalls tun die wehrlosen Geschoepfe leid... die Kinder ... und die Taeter!
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  • Kommentar von M. Kaiser (Klarsicht)
    Wir besitzen eine bestens kontrollierbare Demokratie - und dennoch sind wir nicht frei von solchem Übel. Missbrauch beginnt dort , wo die Empathie für die eigenen und fremden Kinder aus Unwissen, sozialem Abstieg, Drogen, Trunksucht, Überheblichkeit und Ähnliches nicht vorliegt oder verschüttet wurde. Es bleibt einzig die frühe Aufklärung was Missbrauch ist und eine vertrauensvolle weibliche Ansprechperson in jeder Schule für Kinder und in der Gemeinde für Erwachsene. ( Ombudsfrau )
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