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Schweiz Gewerkschaften fordern mehr Lohn

2 Prozent mehr Lohn: Das ist die Forderung des Gewerkschaftsdachverbandes Travail Suisse für das kommende Jahr. Begründet wird die Forderung mit der bescheidenen Lohnentwicklung der letzten Jahre.

Legende: Video Start zur Lohnrunde abspielen. Laufzeit 1:16 Minuten.
Aus Tagesschau vom 04.08.2014.

Lohnerhöhungen waren in den letzten Jahren nur wenigen vergönnt. Die Arbeitgeber wollten von Lohnerhöhungen nichts hören und argumentierten mit dem starken Schweizer Franken und dem schwachen Export. Jetzt ist die Wirtschaftslage aber anders. Und so sieht der Gewerkschaftsdachverband Travail Suisse mehr Chancen für mehr Lohn – und zwar für alle.

Der Wirtschaftsmotor brummt, die Aussichten für die Schweizer Wirtschaft sind positiv. Davon sollten auch die Arbeitnehmenden profitieren, sagt Gabriel Fischer. Er ist Leiter der Wirtschaftspolitik beim Gewerkschaftsdachverband Travail Suisse. «Wir haben festgestellt, dass in den letzten Jahren sehr bescheidene Lohnerhöhungen gewährt wurden. Deshalb sehen wir hier – im Zusammenhang mit den positiven Wirtschaftsaussichten – einen gewissen Nachholbedarf.»

Deshalb sollten durchschnittlich zwei Prozent mehr Lohn drin liegen, fordert Travail Suisse. Bei einer erwarteten Teuerung von einem halben Prozent, würde das 1,5 Prozent mehr Reallohn bedeuten.

Arbeitgeberverband: «Lohnforderungen sind berechtigt»

Tatsächlich laufe die Wirtschaft rund, räumt auch Roland Müller, Direktor des Schweizerischen Arbeitgeberverbands, ein. «Daher sind wir ja auch nicht gegen Lohnerhöhungen. Und Lohnforderungen sind an sich nichts Schlechtes, sie sind berechtigt. Aber man muss differenzieren wo.» Nicht in allen Branchen liege gleich viel drin. In der Baubranche beispielsweise, verdüsterten sich die Aussichten. Und auch im Bankensektor gebe es noch viele Probleme.

Auch Fischer von Travail Suisse akzeptiert branchenspezifische Unterschiede. Aber innerhalb einer Branche sollten alle Angestellten von einer Lohnerhöhung profitieren. «Generelle Lohnerhöhungen haben den Vorteil, dass sie allen Arbeitnehmern zu Gute kommen», sagt Fischer. So komme es nicht zu intransparenten und willkürlichen Verteilungen. «Berücksichtigt man zudem die Teuerungsprognose fürs kommende Jahr, dann ist die Erhöhung notwendig, um die Kaufkraft der Arbeitnehmer zu erhalten.»

Das kommende Jahr wird es zeigen

Wer mehr im Portemonnaie hat, kaufe auch mehr ein, so die Argumentation des Gewerkschafters. Und weil der private Konsum eine wichtige Stütze der Schweizer Wirtschaft ist, profitierten letztendlich alle von Lohnerhöhungen.

In den nächsten Wochen wird auch der zweite Dachverband, der Schweizerische Gewerkschaftsbund, seine Forderungen auf den Tisch legen. Die Verhandlungen beginnen im Herbst. Was aus den sommerlichen Forderungen der Gewerkschaften geworden ist, wissen die Arbeitnehmenden Ende Jahr.

9 Kommentare

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  • Kommentar von R.Käser, Zürich
    Die Zocker bekommen jedes Jahr 2 Stellage % mehr u. die Arbeiter welche schlussendlich die Wertschöpfung generieren, sind mit 2% zufrieden. Diese Bescheidenheit ist unverständlich unterwürfig. Es ist Zeit, dass die Menschen welche Wertschöpfung im Schweiße Ihres Angesichts erbringen und jene die Verantwortung tragen (KMU's, Ingenieure, Architekten, usw.) mehr verdienen als jene die nur frech sind und verantwortungslose Macht ausspielen (CEO's von Konzernen, Alle Banker, Politiker, Richter, usw.)
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  • Kommentar von Walter Starnberger, Therwil
    Der Einsatz der Arbeitnehmer in Ehren, aber die Wirtschaft ist gewachsen wegen dem Zuzug aus dem Ausland und nicht weil die Leute fleissiger geworden sind. Das würde ja bedeuten dass sie vorher weniger fleissig waren. Die Gewerkschaften treiben mit ihrer Forderung lediglich die Preisspirale nach oben und festigen die Hochpreisinsel Schweiz.
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    1. Antwort von Adrian Flükiger, Bern
      @Starnberger: Ach was, die Forderungen dieses Dachverbandes sind viel zu tief! Würde sich der arbeitende Mensch in diesem Land nicht ständig unter Wert geschlagen geben, es würden auch richtige Forderungen gestellt! Fazit: nicht die Gewerkschaften an sich sind das Problem sondern die Angestellten - selber schuld!
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    2. Antwort von Albert Planta, Chur
      Sie sehen das aus der Position der Reichen. Das ist ihr gutes Recht. Jedoch allein schon die Tatsache, dass sich die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter öffnet sollte zu denken geben. Verarmte kaufen nicht, sondern betteln um Almosen. Das sollte ihresgleichen zu denken geben.
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    3. Antwort von Alfred Binswanger, Oftringen
      @Planta, was mir tatsächlich zu denken gibt, ist dass es in der Schweiz keinen einzigen Einwohner gibt der um Almosen bettelt. Also zeig mir einen und dann aber auch noch seine Aufenthaltsgenehmigung.
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    4. Antwort von Walter Starnberger, Therwil
      Herr Planta, völlig am Thema vorbei, wir sprechen hier von Arbeitnehmern die einen Lohn haben, und oftmals zusammen mit ihrem Partner über ein sattes Haushaltseinkommen verfügen. Sie sprechen von Verarmten, das ist hier nicht das Thema und dazu hätte ich auch eine durchaus differenzierte Meinung.
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  • Kommentar von U.E.Romer, Zuerich
    Sehr bescheiden und vernünftig kommt diese Lohnforderung daher. Das Gejammer der Wirtschaftsbosse kann beginnen: Währungsprobleme, Auftragsrückgänge, Krisenherde überall und nicht zuletzt "stille Reserven" für die oberste Chefetage... Die Lohnschere lässt grüssen!
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