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Schweiz «Gigantische Bedürfnisse»: Schweiz will Syrien-Hilfe aufstocken

Millionen Syrer sind vor dem Bürgerkrieg in ihrer Heimat in die Nachbarländer geflohen. Ihre Situation werde immer prekärer, warnt das Flüchtlingshilfswerk der Uno. Entschieden fordert das UNHCR ein grösseres Engagement der Weltgemeinschaft – bei der Schweiz findet der Appell Gehör.

Ein syrische Frau mit ihren drei Kindern in einem Flüchtlingslager.
Legende: Die Lage der syrischen Flüchtlinge ist dramatisch. Auch die Schweiz will helfen. Reuters

Bereits 4 Millionen Syrerinnen und Syrer sind in die Nachbarstaaten Türkei, Jordanien oder Libanon geflohen. Es werden immer mehr Flüchtlinge – und allmählich gehen vielen von ihnen die Ersparnisse aus. Umso stärker sind sie auf die Hilfsorganisationen der Uno angewiesen. Doch auch den Helfern fehlt das Geld.

Das Flüchtlingshilfswerk UNHCR habe wegen Geldmangels seine Leistungen in Libanon, in Jordanien und der Türkei drosseln müssen, sagt Anja Klug vom Schweizer UNHCR-Büro: «Die Menschen spüren das sehr direkt. Es fehlt an Nahrungsmitteln, dort musste die Hilfe zuletzt gekürzt werden. Mehr als die Hälfte der Kinder können nicht mehr zur Schule gehen, es gibt nur sehr eingeschränkte medizinische Versorgung.»

Die Lage sei prekär, fasst Klug zusammen. Das sei ein Grund, weshalb dieses Jahr mehr Menschen nach Europa aufgebrochen seien. Die Uno-Organisationen haben für dieses Jahr erst ein Drittel der benötigten Syrien-Gelder beisammen, sagt Klug. Sie fordert: die Staaten müssen ihre Hilfe aufstocken.

Deza will Hilfe deutlich aufstocken

Recherchen von Radio SRF zeigen: In der Schweiz findet der Aufruf Gehör: Manuel Bessler ist Delegierter des Bundesrats für humanitäre Hilfe. Er sagt: «Für Syrien wird es sicher neue finanzielle Mittel brauchen. Die Bedürfnisse sind gigantisch.» 50 Millionen Franken wollte die Schweiz ursprünglich ausgeben für Syrien und seine Nachbarländer.

Bereits aber zapft Bessler Reserven an. Doch auch das reiche nicht, sagt der Leiter der humanitären Hilfe: Er werde er dem Bundesrat für dieses Jahr zusätzliches Geld für die Syrien-hilfe beantragen müssen – viel Geld. «Ausgerichtet an dem Budget und der Reserve die ich habe, kann ich mir gut vorstellen, einen Nachtragskredit in der Höhe von 30, 40, vielleicht sogar 50 Millionen Franken in Erwägung zu ziehen.

50 Millionen zusätzlich wären eine Verdoppelung des Syrien-Engagements. Ein Teil des Geldes könnte auch in Projekte in Mazedonien, Serbien und Ungarn fliessen – in Staaten also, die mit den hohen Flüchtlingszahlen überfordert sind. Die genauen Umrisse des Nachtragskredits sollen bis Ende Monat feststehen. Das letzte Wort hat danach das Parlament.

Die Glückskette ruft zu Spenden für die Flüchtlinge auf. Diese können auf das Konto 10-15000-6 (Vermerk «Flüchtlinge»), auf www.glueckskette.ch oder via App «Swiss Solidarity» überwiesen werden.

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14 Kommentare

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  • Kommentar von Christophe Bühler ((Bühli))
    UN-UNHCR- geht die Kohle aus ??? es fehlt an Nahrungsmitteln ??? - und ein Funktionär verdient oder nicht Info??? --- Desavuiert sich selbst---KEIN Aritkel wäre besser als ein sozialistischer oder????--Macht bitte mit meinem Zwangsgebühren neutralen Journalismus-keine Parteipoltik danke!!
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  • Kommentar von m. mitulla (m.mitulla)
    Alle Länder sind mit der grossen Anzahl Flüchtlingen überfordert, die Türkei ebenso wie Jordanien, der Libanon, verschiedene ost-und südeuropäischen Staaten und zunehmend auch Westeuropa. Solange niemand die Ursachen dieser Katastrophe bekämpft, nämlich Kriege um Ressourcen und Vorherrschaften - solange werden die Flüchtlingsströme anhalten. Millionen von Flüchtlingen setehen bereit zur Ausreise. Flüchtlinge in türkischen oder jordanischen Lagern wären zwar in Sicherheit, aber ohne Perspektive.
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  • Kommentar von J. Peter (J. Peter)
    was wollen die gläubigen bei uns ungläubigen? macht mal in dubai oder abu dhabi urlaub. dort darfst du deine frau nicht in den arm nehmen, da kommt sofort die security. d a s ist rassismus! die benehmen sich dort uns gegenüber feindselig und agressiv, warum sollen wir diese menschen willkommen heissen? die haben nur rechte und wir nur pflichten? das kotzt mich langsam wirklich an, entschuldigung für die ausdrucksweise
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    1. Antwort von Dölf Meier (Meier Dölf)
      Wie ich festgestellt habe sind bei Flüchtlingsfotos etwa 80 % junge sportliche Männer und die Frauen tragen auch auf dieser beschwerlichen Reise das Kopftuch. Das heisst, es sind Muslime und die werden uns Ungläubigen Befehle erteilen, wie es laut Koran ihnen zusteht.
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    2. Antwort von Hanspeter Müller (HPMüller)
      @ Peter: Sie vergleichen Syrer mit Einwohnern von Dubai oder Abu Dhabi? Aleppo ist etwa gleich weit weg von Luzern wie von Dubai. Das ist wie wenn ich Sie mit den Einwohnern von Russland vergleichen würde. Moskau ist etwa gleich weit weg von Luzern. Haben Sie viel gemeinsam mit der Security in Moskau? Das ist was ganz anderes? Aber das sind doch auch Christen in Russland?
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    3. Antwort von J. Peter (J. Peter)
      lieber herr müller, syrer sind zu 90% muslime, wie dubai und abu dhabi auch. verstehe also ihren kommentar nicht. was hat russland oder die entfernung damit zu tun? davon mal abgesehen kann man unsere kultur und den glauben durchaus mit moskau vergleichen. da haben sie absolut recht.
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