Neue Gotthard-Züge Giruno ersetzt Cisalpino – ein Zug mit Wlan

Der neue EC250 ist bis zu 400 Meter lang und bietet 810 Personen Platz. Zeitgemäss werden die Züge zudem mit Wlan und Mobilfunkverstärker ausgestattet. In zwei Jahren rollen sie auf der Gotthard-Linie bis nach Mailand.

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So sieht der neue Giruno aus

0:50 min, vom 18.5.2017

  • Knapp ein Jahr nach der Einweihung des längsten Eisenbahntunnels der Welt rollt der erste neue Gotthard-Hochgeschwindigkeitszug Giruno aus der Werkstatt.
  • Am Roll-out bei Stadler Rail in Bussnag (TG) dabei sind Bundesrätin Doris Leuthard und SBB-Chef Andreas Meyer.

Der einstöckige Giruno ist bis zu 400 Meter lang und bietet den Passagieren bis zu 810 Sitzplätze – rund 40 Prozent mehr als bisher. Die Züge sind mit Wlan und einem Mobilfunkverstärkern ausgestattet.

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Mit dem «Mäusebussard» durch den Gotthard

1:22 min, aus Tagesschau am Mittag vom 18.5.2017

Der Giruno (abgeleitet von rätoromanisch Mäusebussard) erreicht eine Geschwindigkeit von bis zu 250 Kilometern pro Stunde. Die neuen Züge rollen ab Ende 2019 auf der Gotthard-Linie bis nach Mailand.

Die Vorgeschichte

  • 2014 hat die SBB einen 980-Millionen-Auftrag an die Stadler Rail vergeben.
  • 29 EC250 Niederflur-Hochgeschwindigkeitszüge wurden gebaut.

Es ist ein Prestige-Zug, den Stadler Rail an die SBB ausliefert. Entsprechend anspruchsvoll war die Entwicklung. «Es war für uns das erste Mal, dass wir in den Hochgeschwindingkeitssektor vorgedrungen sind. Das Projekt war zudem speziell, weil es mit drei verschiedenen Stromsystemen kompatibel sein muss», sagt Marina Winder, Sprecherin von Stadler Rail. Zudem werde der Zug für vier verschiedene Länder zugelassen. Dies habe viele Anforderungen gestellt.

Aussergewöhnlich und aufwendig war auch das Vergabeverfahren. Laut Marina Widmer arbeiteten 30 Personen während drei Jahren an dem Projekt, bis es eingereicht werden konnte. Alleine die Bewerbung kostete 12,5 Millionen Franken.

Ein Schweizer Auftrag für ein Schweizer Unternehmen

Im Mai 2014 erhielt Stadler Rail den Auftrag im Wert von knapp einer Milliarde Franken. Das kam äusserst gelegen, denn in den Jahren davor lief das Geschäft nicht mehr rund. Wegen der Eurokrise und dem starken Franken musste Stadler Rail unten durch. Auch die Expansion in Russland – vom Werk im weissrussischen Minsk aus – verläuft nicht wie gewünscht.

Dass sich Stadler Rail mit dem neuen Gotthard-Hochgeschwindigkeitszug gegen die internationale Konkurrenz durchsetzen konnte, kommt aber auch der Schweizer Volkswirtschaft zugute: 80 Prozent der Wertschöpfung fallen im Inland an. Die Drehgestelle werden in Winterthur produziert und in Bussnang im Kanton Thurgau werden die Züge zusammengebaut.

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • Das Anwesen der Stadler Rail in Bussnang/TG.

    Grosses Jubiläum der Stadler Rail

    Aus Rendez-vous vom 18.5.2017

    Die Firma Stadler Rail mit Sitz in Bussnang im Kanton Thurgau feiert ihren 75. Geburtstag, unter anderem mit der Übergabe des ersten neuen Gotthardzuges an die SBB. Stadler beschäftigt 7000 Angestellte, davon ein Viertel in Bussnang. Fast so viele, wie das Dorf Einwohner hat.

    Samuel Burri

  • Peter Spuhler, CEO und Verwaltungsratspräsident Stadler Rail.

    Im «Tagesgespräch»: Peter Spuhler: 75 Jahre Stadler

    Aus Rendez-vous vom 18.5.2017

    Heute in Bussnang TG: der Rollout des EC250, der ab 2019 durch den neuen Gotthardtunnel braust. Am Wochenende Tag der Offenen Türe bei Stadler Rail und ein Jubiläum. Der Unternehmer Peter Spuhler ist Gast von Susanne Brunner.

    Susanne Brunner