Gletscher schmelzen – aber weniger stark als im Hitzesommer 2003

Der diesjährige Hitzesommer hat die Schweizer Gletscher schrumpfen lassen. Doch der kühlere September hat verhindert, dass es zu einer Rekordschmelze kam.

BildlegendeDer Unterer Grindelwaldgletscher 2015 und 1866. (Bilder: Sammlung Heinz J. Zumbühl/S. Nussbaumer)

Das Gletschervolumen in den Schweizer Alpen ist im vergangenen Hitzesommer zwar geschrumpft. Zu einer Rekordschmelze wie im Jahr 2003 kam es aber nicht – dank der Abkühlung in der zweiten Augusthälfte und im September.

Die meisten vermessenen Gletscher hätten zwischen einem und zwei Metern an Eisdicke verloren im hydrologischen Jahr 2015/2014, teilten die Akademien der Wissenschaften Schweiz mit. Insgesamt schrumpften die Gletscher um 1300 Millionen Kubikmeter Eis – dies entspreche einem Volumenverlust von fast 2,5 Prozent. Die Rekordschmelze des Hitzesommers 2003 wurde damit nicht erreicht. «Damals verschwanden 4 bis 5 Prozent der Eisreserven», hiess es in der Mitteilung.

Kein Schnee

Der besonders heisse Juli und August in diesem Jahr hätten zwar zu einer aussergewöhnlich starken Schmelze geführt. Auf dem 2540 Meter hohen Weissfluhjoch sei im Juli und August kein einziges Mal Schnee gefallen – das sei in der 80-jährigen Messgeschichte bisher erst einmal vorgekommen.

In der zweiten Augusthälfte schneite es aber bis auf 2800 Meter und im September fiel der Schnee noch tiefer. Diese kühle Phase habe die Gletscherschmelze bremsen können, schrieben die Akademien der Wissenschaften.

Tiefe Gletscher schmelzen besonders schnell

Am wenigsten dramatisch fiel die Schmelze der Gletscher im südlichen Wallis aus, so etwa beim Findelen- oder beim Allalingletscher. Sie hätten durchschnittlich rund 70 Zentimeter an Eisdicke verloren, hiess es.

Sehr stark gelitten hätten hingegen kleine Gletscher in tiefen Lagen und jene zwischen dem Berner Oberland und dem Wallis, wie der Glacier du Tsanfleuron oder der Glacier de la Plaine Morte. Sie verloren teils über 2,5 Meter an Eisdicke.

BildlegendeDer Rhone-Gletscher 2015 im Vergleich zu 2013. (Bild: D. Volken)
BildlegendeEigergletscher 2009 und um 1900. (Bild: S.Nussbaumer)
BildlegendeDer Aletschgletscher 2005 und um 1900. (Bild: pd)