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Gotthard Was hat es mit der Turbine mitten im Gotthard auf sich?

Tief unten im Gotthard-Basistunnel surrt eine Turbine. Sie liefert genug Strom, um mehr als 100 Einfamilienhäuser ein Jahr lang mit Elektrizität zu versorgen. Doch ihr eigentlicher Zweck ist ein ganz anderer: Das Wasser, das die Turbine antreibt, soll im Tunnel Explosionen verhindern.

Eine silberfarbene Turbine und ein roter Generator in der Tiefe des Gotthard-Basistunnels.
Legende: Die Turbine und der rote Generator im Gotthard-Basistunnel. Alptransit Gotthard AG
  • Durch die Abwasserrohre des Gotthardtunnels fliesst ständig Wasser.
  • Der Grund: Falls Benzin im Tunnel ausläuft, soll das Wasser verhindern, dass es sich entzündet.
  • Das Wasser wird von Sedrun aus eingespeist: Auf dem Weg nach unten legt es 800 Meter zurück. Es kommt mit einem Druck von 80 bar an.
  • Die Turbine, direkt unter dem Schacht von Sedrun, also in der Mitte des Tunnels gelegen, bremst das Wasser. Erst danach wird es in die Rohre längs der Bahnspuren im Tunnel gespeist.

Explosionsgefahr gebannt

Der Gotthard-Basistunnel ist für alle Fälle ausgelegt – auch für die schlimmsten. Ein Beispiel: Ein Zug, der Benzin transportiert, erleidet eine Havarie. Die Flüssigkeit läuft aus, gelangt in die Abwasserrohre und entzündet sich; die Explosion breitet sich aus und richtet gewaltigen Schaden an.

Das Gegenmittel? Wasser in den Leitungen. Es verhindert die Ausbreitung einer Explosion, wie Versuche für den Lötschberg-Tunnel gezeigt hatten. Deshalb fliesst konstant Wasser durch die Abwasserrohre des Gotthardtunnels.

Stromgewinn als Nebeneffekt

Das Wasser wird von Sedrun aus in den Tunnel eingespeist. Es stürzt 800 Meter in die Tiefe und kommt mit einem entsprechend grossen Druck von 80 bar an.

Damit diese Kräfte keinen Schaden anrichten, wird das Wasser in die Turbine geleitet. Die rasende Bewegung wird zu Kilowatt. Aber vor allem wird das Wasser gebremst, bevor es in die Leitungen längs der Fahrspuren fliesst. Der Stromgewinn ist also nur ein Nebeneffekt des eigentlichen Zwecks der Turbine: der Sicherheit im Gotthard-Basistunnel.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Thomas Käppeli (thkaepp)
    Hübsches Detail aus der gewaltigen Tunnelinfrastruktur. Für technisch versierte Leser, wären weitere Angaben von Interesse. 100 EFHäuser eine sehr variable Grösse und erheblich davon abhängig, wie Hauswärme generiert wird. Also kurz: „Wieviel kVA leistet dieser Generator?“ Bei der Turbine tippe ich aufgrund von Wasserdruck und Gehäuseform auf ein Peltonrad. Am gesamten el. Energiebedarf (wieviel überhaupt?) zum Tunnelbetrieb, ein bescheidener Beitrag ;-)
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    1. Antwort von S. Petrovic (S.Petrovic)
      Meinen Sie kW? Aber könnte auch gewisse Logik dahinter stecken P (W)=U (V) * I ( A).
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    2. Antwort von Christoph Brönnimann (Broenni)
      Generatoren werden üblicherweise in kVA spezifiziert, das ist fachlich korrekt. kW ist die Wirkleistung, kVA die Scheinleistung welche die Summe aus Wirkleistung und Blindleistung bildet. Diese muss der Generator vertragen während bei einem Motor die Wirkleistung die entscheidende Spezifikation abgibt. Ich verzichte auf Formeln, das Promille interessierter Leser kann das auf Wikipedia nachgucken :-)
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