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Schweiz Grenzwächter am Limit

Nach den Anschlägen in Paris verstärkt die Schweiz den Schutz ihrer Grenzen. Allerdings ist das Grenzwachtkorps zur Zeit wegen der vielen Flüchtlingen bereits stark gefordert. Eine Unterstützung durch die Militärpolizei wäre je nach Entwicklung der Lage deshalb willkommen.

Legende: Video Besserer Grenzschutz für die Schweiz abspielen. Laufzeit 02:47 Minuten.
Aus Tagesschau vom 15.11.2015.

Bereits am Samstag wurde der Schutz der Schweizer Grenze punktuell verstärkt. Nach einer Risikoanalyse habe man sich entschieden, Bahnhöfe, Züge und Flughäfen verstärkt zu kontrollieren, sagt Domenica Oswald vom Grenzwachtkorps.

Auch die französischen Niederlassungen in der Schweiz werden stärker geschützt – und nicht zuletzt auch die Grenze zu Frankreich. Allerdings stösst das Grenzwachtkorps personell selber an die Grenze des Machbaren und das schon länger. Die Flüchtlingskrise der letzten Monate hat die Situation noch verschärft.

Sicherheit gewährleistet?

In den Sonntagsmedien heisst es denn auch, dass die Sicherheit deshalb nicht garantiert werden könne. Dem aber widerspricht Grenzwachtkorps-Sprecherin Oswald. «Zur Zeit sehen wir uns in der Lage, diese Aufgaben zu bewältigen.» Natürlich würden dabei aber Prioritäten gesetzt. «Wir können nicht mehr alles gleich gründlich kontrollieren», so Oswald.

Primär arbeitet das Grenzwachtkorps mit den kantonalen Polizeien zusammen. Die Unterstützung durch die Armee wäre durchaus denkbar. Komme es zu weiteren Vorfällen, könnte sich eine Unterstützung durch der Militärpolizei abzeichnen, so Oswald. Soldaten könnten die Grenzwächter vor allem durch ihre Präsenz an der Grenze entlasten und bestimmte Aufgaben übernehmen. «Diese wären klar im sicherheitspolizeilichen Bereich», so Oswald. Vorstellbar wäre etwa die Übernahme von Diensten an der Grenze oder Sicherheitsaufgaben.

Aufstockung des Grenzwachtskorps?

Währenddessen diskutiert die Politik einmal mehr, ob das Grenzwachkorps aufgestockt werden soll – von 200 bis 300 zusätzlichen Stellen ist die Rede. Zur Zeit gehören dem Korps rund 2000 Personen an. «Wenn die Politik zum Schluss kommt, dass das Grenzwachtkorps aufgestockt werden muss, können wir natürlich mehr und gezielter kontrollieren», sagt Sprecherin Domenica Oswald diplomatisch.

Dies würde sich allerdings erst mittelfristig auswirken. Aussagen in der Sonntagspresse, wonach Verteidigungsminister Ueli Maurer systematische Grenzkontrollen fordert, will das Grenzwachkorps nicht kommentieren.

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32 Kommentare

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  • Kommentar von Roland Lüscher (Roland Lüscher)
    Dass die Grenzwächter am Limit laufen hat der Kdt GWK zu verantworten. Er hat sich seit der Einführung des Schengen-Regimes in der Schweiz für kantonalhoheitliche Polizeiaufgaben den Kantonen richtiggehend aufgedrängt. Die 200 nun fehlenden Grenzwächter werden seit mehreren Jahren an den Flughäfen Basel, Genf und Lugano mit polizeilichen Aufgaben betraut. Notabene ohne, dass die Kantone die EZV dafür entschädigen müssen. Unsere Politiker stellen keine oder aber nicht die richtigen Fragen!
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  • Kommentar von Niklaus Bächler (parteilos!!)
    Der Ruf & Unterstützung nach der Armee ist grotesk! Unsere Armeeangehörige sind nicht ansatzweise in der Lage, bzw. ausgebildet, das GWK effizient zu unterstützen. Unsere Soldaten sind für solche Einsätze nicht sofort verfügbar. Hier müsste eine vorgelagerte Ausbildung sicher stellen, dass da nicht einfach einer auf wehrlose Flüchtlinge ballert, weil er der Situation nicht gewachsen ist. Viel verkennen den Ausbildungsstand unserer Armee. Zu lange haben sie Skipisten gestampft & Turnfeste gebaut!
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    1. Antwort von Thomas Leu (tleu)
      @ Niklaus Bächler: Falls Sie Recht haben und die Schweizer Armee inzwischen wirklich so schwach ist, ist das äusserst bedenklich und eine Gefährdung unserer Sicherheit, dem wichtigsten Gut für das Funktionieren und den Wohlstand einer Gesellschaft. Da müssten wir sofort Gegensteuer geben. Wie gesagt, zu meiner Zeit wäre das kein Problem gewesen. Wir wussten mit der Waffe umzugehen Tag und Nacht, bei jedem Wetter. Niemand hat sinnlos herumgeballert, denn wir hatten uns im Griff, auch psychisch.
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    2. Antwort von Dölf Meier (Meier Dölf)
      Den einen fehlt die körperliche Kondition und den anderen die geistige!
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    3. Antwort von Werner Christmann (chrischi1)
      Herr Bächler, als ehemaliger Kompaniekommandant (ihre Worte) sollten sie doch wissen, dass WK-Einheiten im subsidiären Einsatz keine scharfe Munition mit sich führen...........
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    4. Antwort von Dölf Meier (Meier Dölf)
      @Niklaus Bächler. Gehen sie doch nach Deutschland oder Schweden als Flüchtlingshelfer. Nachher könnnen sie uns kompetent über ihre Erlebnisse berichten!
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    5. Antwort von Niklaus Bächler (parteilos!!)
      Werter W. Christmann, als ehemaliger Kp Kdt & Bat Kdt weiss ich sehr wohl, unter welchen Umständen unsere Soldaten Dienst tun. Wir haben zusammen mit dem GWK Soldaten für Sicherungsaufgaben ausgebildet & ich darf ihnen versichern, dies war eine grosse Herausforderung für das GWK. Es ist nun mal einen Tatsache, dass man nicht einfach ein paar Kp herbei zaubern kann, welche dann Personenkontrolle durchführen müssen. Hierzu ist eine lange Ausbildung nötig, welche die Armee nicht gewährleisten kann!
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  • Kommentar von Werner Christmann (chrischi1)
    Wer hat hier eigentlich den "Ratgeber" abonniert?
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