Gripen: Schweden bleiben optimistisch

Schwedens Botschafter Thöresson und der Hersteller Saab verfolgen die schweizerische Debatte um den Gripen aufmerksam. Trotz der Diskussionen gehen beide von einem Kauf der Schweiz aus.

Ein Kampfflugzeug sticht quer hinter einem Berg hervor.

Bildlegende: Ein Gripen im Anflug: An einer Flugshow auf der Axalp im Oktober 2012. Keystone/Archiv

Nicht nur der Hersteller, auch der schwedische Staat beobachtet die Diskussionen um den Gripen in der Schweiz. Per Thöresson ist der schwedische Botschafter in der Schweiz. Sein Büro liegt nur fünf Minuten vom Bundeshaus entfernt. Was unter der Bundeshauskuppel entschieden wird, verfolgt er genau.

Ein so knappes Ja des Ständerats zum Gripen hat er nicht erwartet. Mit einem schwierigen Prozess habe er aber gerechnet, sagt er. Thöresson ist seit sechs Jahren Botschafter in der Schweiz. Er hat gelernt, dass die Mühlen der Schweizer Politik langsam mahlen.

In seinem Büro hat er ein Modell eines Gripen-Kampfjets aufgestellt. Diese Geste zeigt, wie wichtig der Gripen-Deal für Schweden ist – sowohl für die schwedische Regierung als auch für den Hersteller Saab.

Saab bleibt optimistisch

Für Saab geht es um 3,1 Milliarden Franken. Laut Firmensprecher Mike Helmy ist das Gripen-Geschäft – trotz der jüngsten Turbulenzen – weiter auf Kurs: «Es ist das Recht der Schweizer Gremien und Institutionen zu entscheiden, was sie für richtig halten. Wir als schwedisches Unternehmen müssen und wollen das auch respektieren.»

Die Schweiz ist neben Schweden bisher das einzige Land, das den Gripen E kaufen will. Kommt dazu: Falls die Schweiz die Kampfflieger doch nicht kauft, könnte auch die schwedische Regierung auf ihren Kaufentscheid zurückkommen.

Botschafter und Journalisten als Werber

Doch Botschafter Thöresson bleibt gelassen. Er glaubt daran, dass die Schweiz am Ende Ja sagt zum Gripen-Kauf: «Ein besseres und billigeres System gibt es heute nicht.»

Zur Parlamentsdebatte sind auch schwedische Journalisten angereist, denn die Diskussion in der Schweiz wird in ihrer Heimat mit grossem Interesse verfolgt. Das Geschäft sei für Schweden sehr wichtig, sagt Christopher Wendig vom schwedischen Fernsehen.

Dies umso mehr, als auch in Schweden heftig über den Kauf der Flugzeuge durch die schwedische Luftwaffe diskutiert werde. Viele Schweden seien wegen der hohen Kosten gegen die Milliarden-Beschaffung. Insofern werde der Entscheid der Schweiz auch die Debatte in Schweden beeinflussen.

In den nächsten Wochen werden die Schweden hinter den Kulissen wohl noch einmal tüchtig die Werbetrommel für den Gripen rühren – nach dem gestrigen Entscheid des Ständerates erst recht.

(lin/roso/snep)