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Schweiz Grosser Kurdenprotest gegen IS in Basel

Rund 5000 Kurden haben in Basel gegen den Terror der Dschihadistengruppe Islamischer Staat (IS) demonstriert. Sie riefen zur Solidarität mit der syrisch-kurdischen Grenzstadt Kobane auf, die von IS-Milizen bedroht wird.

Legende: Video Kurden demonstrieren in Basel gegen IS-Terror abspielen. Laufzeit 5:18 Minuten.
Aus Tagesschau vom 11.10.2014.

In Basel haben rund 5000 kurdische Demonstranten zur Solidarität mit den Kurden in der nordsyrischen Stadt Kobane aufgerufen. Ihr Protest richtet sich zudem gegen die Haltung der Türkei angesichts der dramatischen Kämpfe um Kobane.

Die Teilnehmer der Grosskundgebung versammelten sich ab 15.30 Uhr auf dem Messeplatz. Eine knappe halbe Stunde später setzte sich ein nicht enden wollender Demonstrationszug über die Mittlere Brücke und durch die Basler Innenstadt in Bewegung. Ein Vertreter der Organisatoren sprach von 5000 bis 6000, die Polizei von 4500 bis 5000 Teilnehmenden.

Allein gegen drohenden Genozid

Mit Sprechchören, Flaggen und Transparenten zogen die Demonstranten zum Barfüsserplatz. Begleitet wurde der Zug von einem Ordnungsdienst der Organisatoren. Derweil leichter Regen einsetzte, wandten sich auf dem Barfüsserplatz kurdische Sprecher wie auch zwei SP-Vertreterinnen an die Versammelten.

Die Basler SP-Präsidentin Brigitte Hollinger zollte dabei dem kurdischen Volk Respekt, das sich allein gegen den drohenden Genozid stemme. Wenn zudem in der Schweiz junge Menschen keine Perspektive sehen und sich dem IS anschliessen, habe unsere Gesellschaft versagt, sagte sie.

Die kurdischen Vereinigungen in Basel, die die Demonstration organisiert hatten, hatten in ihrem Aufruf auf die Gefahr eines Massakers in Kobane hingewiesen. Sie kritisierten angesichts der dramatischen Kämpfe um die Stadt die Haltung der Türkei, unter deren Augen weiterhin Waffen und Kämpfer zu den IS-Milizen gelangten.

Um 18 Uhr begann sich die Kundgebung aufzulösen. Laut einem Polizeisprecher war sie bis dahin friedlich und ohne Zwischenfälle verlaufen. Vereinzelt waren während des Zugs Knallpetarden zu hören gewesen, die eine Teilnehmergruppe gezündet hatte. Die Tramlinien durch die Innenstadt wurden während der Kundgebung umgeleitet.

Seit Wochenbeginn war es wegen des Angriffs der IS-Terrormiliz auf Kobane zu Demonstrationen in mehreren europäischen Städten gekommen. In der Schweiz fanden schon vor Samstag Kundgebungen in Zürich, Basel, Bern und Genf statt. Tote gab es bei Demonstrationen in der Türkei, wo Kurden von der Regierung fordern, mehr zum Schutz ihrer Landsleute in Kobane zu tun.

Demo in Düsseldorf

In Düsseldorf demonstrierten am Samstag mehr als 20'000 Menschen gegen die Terrormiliz IS. Die Kundgebung verlief friedlich. Hier mehr dazu.

42 Kommentare

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  • Kommentar von Lucas Kummer, Basel
    Was machen diese Leute hier in der Schweiz? Sie sollten sofort zurück in ihre Heimat und ihren Landsleuten helfen. Alles was sie hier machen ist heisse Luft! Geht nach Hause!
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  • Kommentar von p.keller, kirchberg
    Ich habe immer geglaubt, dass jegliche politische Betätigung von Ausländern in der Schweiz verboten sei.
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  • Kommentar von Wolfgang Blum, Basel
    Friedensdemonstrationen sind meiner Ansicht nach wirkungslos, da es in der Geschichte der Menschheit bisher keinen Fall gab bei dem weisse Fahnen gegen Waffen bestanden hätten. Die Militärs machen einfach weiter. Vielleicht sollte die USA einfach mal aufhören solche Gruppen wie IS aufzubauen und zu unterstützen. Die bisherigen Luftangriffe scheinen ja ins Leere zu gehen ... Hat die Nato verlernt wie man Waffen bedient?
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    1. Antwort von Juha Stump, Zürich
      Haben Sie in der Geschichte etwas verpasst? Gerade in diesen Tagen wurde wieder daran erinnert, dass vor 25 Jahren in der ehemaligen DDR Zehntausende auf den Strassen allein durch Hartnäckigkeit und ohne Gewalt ein Unrechtsregime gestürzt haben. Oder etwa Mahatma Gandhi...Ja, es braucht manchmal einen sehr langen Atem, vielleicht sogar Jahrzehnte, aber es kommt früher oder später IMMER zu einer positiven Veränderung. Gar nichts tun wäre erst recht falsch, aber es wäre halt "neutral".
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    2. Antwort von E. Waeden, Kt. Zürich
      @J. Stump: Nur bleiben diese Demonstrationen heute ja nicht friedlich. Und damals protestierte man für die Öffnung des Osten gegen den Westen. Ist schon ein riesiger Unterschied zum Konflikt in Syrien, dem Irak usw. Aber es wundert schon, dass Sie hier den Wunsch der Kurden für Unabhängigkeit & einen eigenen Staat Verständnis zeigen können, aber für die Ost-Ukrainer lehnen Sie es ab.
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    3. Antwort von Juha Stump, Zürich
      Falsch, Herr Waeden. Ich habe mehrmals geschrieben, dass ich nicht gegen eine Abspaltung der östlichsten Teile der Ost-Ukraine bin, die ja tatsächlich mehr russisch als ukrainisch geprägt sind, falls eine sauber und ohne Manipulationen à la Krim durchgeführte Volksabstimmung eine Mehrheit ergibt. Aber ich bin auch jetzt noch sicher, dass etwa zwei Drittel trotz allem bei der Ukraine bleiben wollen. P.S. Hinter den ukr. Separatisten steht eine Weltmacht, aber hinter den Kurden nicht.
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    4. Antwort von Reto W., Kt. Thurgau
      Sehr geehrter Herr Blum - ja leider, so ist die Wirklichkeit. Ganz Ihrer Meinung.
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