Zum Inhalt springen

Schweiz Grüne/Grünliberale: Finanzengpass nach Wahlschlappe

Die Wahlschlappe der Grünen und Grünliberalen vom 18. Oktober hat für die zwei Parteien einschneidende finanzielle Folgen. Ihnen fehlen wegen der verlorenen Sitze künftig Beträge im sechsstelligen Bereich. Den gleichen Aufwand wie die anderen Parteien haben sie trotzdem.

Zwei Frauen schauen in ein Laptop-Monitor
Legende: Auf der Suche nach Geldquellen: Grüne Co-Präsidentin Adele Thorens (links) und Generalsekretärin Miriam Behrens. Keystone

Als wäre die Wahlniederlage vom vergangenen Sonntag nicht schon genug, erhalten die Grünen und Grünliberalen wegen der verlorenen Sitze künftig auch weniger Geld vom Bund.

Die Grünen müssen wegen des Verlusts von vier Mandaten mit 107'200 Fr. weniger auskommen - und das bei einem Gesamtjahresbudget von 1,2 Mio Fr.

Stellenabbau möglichst verhindern

Die von der «Basler Zeitung» ermittelten Zahlen wurden von Miriam Behrens, Generalsekretärin der Grünen, bestätigt: «Für uns bedeutet das ganz klar Kürzungen.»

Einen Stellenabbau wolle die Partei aber so weit als möglich verhindern. «Weniger Mitarbeitende würde eine Einbusse an Qualität und weniger Präsenz für die Grünen bedeuten», sagte Behrens. Mit zwölf Personen arbeite man im Generalsekretariat sowieso schon an der unteren Grenze. Sie will deshalb vorerst versuchen, bei den Fixkosten zu sparen, indem Publikationen gestrichen oder bei den Parteianlässen der Gürtel enger geschnallt werde.

Grünliberale noch härter betroffen

Das Parlamentsressourcengesetz spricht jeder Fraktion einen Grundbeitrag von 144'500 Fr. für Sekretariatsarbeiten zu. Hinzu kommen 26'500 Fr. pro Sitz. Zum Wegfall von 107'200 Fr. für die vier verlorenen Sitze kommt für die Grünen laut Behrens noch eine Einbusse von einigen tausend Franken hinzu, die durch die geringeren Mandatsabgaben entstehen. Gemeint sind jene Gelder, mit denen Abgeordnete für ihre Kommissionsarbeit entschädigt werden und die sie der Partei abgeben.

Für die Grünliberalen fällt die Kürzung des Fraktionszustupfs dieses Jahr noch drastischer aus. Sie haben gleich fünf ihrer zwölf Nationalratssitze sowie bisher einen Ständeratssitz verloren. Die GLP muss künftig gemäss dem Zeitungsbericht mit ganzen 187'000 Fr. weniger in der Kasse auskommen. Das macht rund ein Viertel des Jahresbudgets von 800'000 Fr. aus.

Spenden und Mitglieder suchen hat für uns jetzt höchste Priorität
Autor: Miriam BehrensGeneralsekretärin der Grünen

Behrens von den Grünen findet die Gesetzgebung über die Fraktionsgelder ungerecht. «Wir müssen die gleiche Arbeit leisten wie alle anderen auch.» Eine Regelungsänderung hat jedoch kaum eine Chance, denn die müsste von allen Parteien abgesegnet werden. «Wir haben schon mehrmals versucht, die Regelung zu ändern, aber die grossen Parteien profitieren natürlich vom heutigen System», sagte Behrens.

Da bleibt den Parteien momentan nur noch eines, um ihren Geldfluss wieder zum Laufen zu bringen: das Aufstocken von Spendern und Mitgliedern. Behrens bestätigte: «Spenden und Mitglieder suchen hat für uns jetzt höchste Priorität.»

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

2 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von robert mathis (veritas)
    Vielleicht bekämen die Grünen auch etwas mehr Zuspruch wenn Frau Rytz sich etwas mässigen würde mit ihren Angriffen und Hetzereien auf Andersdenkende(z.B. auf die SVP ) Sie schadet allein der eigenen Partei.Nur zusammen findet man Lösungen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von M. Roe (M. Roe)
    Weitere Gründe für das Versagen: Auf der einen Seite wollen die Grünen möglichst keine "Ordnung" (da das Bünzlig sei) auf der andern Seite wollen sie ihre Wünsche von der gesamten Gesellschaft erzwingen. Es gibt aber vieles was die Allgemeinheit auch richtig findet +somit gar nicht "erzwungen" werden muss. 80% der Bevölkerung will das "grüne Leben", deshalb braucht es eine gute Grüne Partei. Evtl. sollte man auch bei den andern Parteien Unterschiede machen. Ich bin z.B. ein dunkelgrüner SVP-ler.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen