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Schweiz Grünes Licht für Tiefengeothermie-Projekt im Jura

Das Tiefengeothermie-Projekt in der jurassischen Gemeinde Haute-Sorne hat eine weitere Hürde genommen: Die jurassische Regierung erteilte die nötigen Bewilligungen. Ab 2020 soll an 6000 Haushalte Strom geliefert werden.

Legende: Video «Neue Chance für Geothermie» abspielen. Laufzeit 3:44 Minuten.
Aus 10vor10 vom 15.06.2015.

Geplant ist in Haute-Sorne ein Kraftwerk mit einer Leistung von fünf Megawatt. Erste Bohrungen werden voraussichtlich 2017 durchgeführt. Zuerst muss ein seismisches Überwachungssystem installiert werden, sagten die Vertreter der jurassischen Regierung und der Geo-Energie Suisse AG.

Investitionen von 100 Millionen Franken

Das Unternehmen wird rund 100 Millionen Franken in das Projekt investieren. Angewendet wird das «Multiriss-Verfahren». Dabei werde mit gezielter hydraulischer Stimulation im kristallinen Grundgebirge Wasserdurchlässigkeit erzeugt, heisst es in einer Firmenmitteilung. Dies erfolgt in einer Tiefe von 4000 bis 5000 Metern.

Das Verfahren basiere auf den Erfahrungen aus anderen Projekten in Basel, Zürich und St. Gallen, heisst es weiter. Während der Bohrphase werde dem Lärmschutz besondere Beachtung geschenkt.

«Wir haben aus den Fehlern gelernt»

Das Erdbebenrisiko wurde von den jurassischen Behörden als akzeptabel eingestuft. Grössere Schäden an Gebäuden werden ausgeschlossen. Hingegen könne es zu kleineren Schäden an Häusern kommen, hiess es. Deshalb wird ein Beweisverfahren ausgearbeitet.

«Wir haben aus den Fehlern gelernt», erklärt Regierungsrat Philippe Receveur gegenüber «10vor10». «Nicht nur weil wir intelligenter an die Sache herangehen, sondern auch weil wir jeden Schritt genaustens überprüfen, bevor wir weitermachen.»

4 Kommentare

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  • Kommentar von Robert Frei, Wettingen
    100 Millionen Franken für 5 Megawatt, das sind 20'000 sFrs / Kilowatt. Und wenn es einmal steht, ist zwar die Wärme, aber der Betrieb auch nicht gratis.
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    1. Antwort von Jens Brügger, Wettingen
      Besser man bezahlt heute, als die Kosten auf zukünftige Generationen abzuwälzen. Geiz ist geil - Kernkraftbefürworter..
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    2. Antwort von s. rufer, Wettingen
      @frei Und welchen wert haben die 100 mio? Reiner glaube an etwas, dass aus dem nichts geschaffen wurde... 5 mw sind real und messbar. Ausserdem reduzieren wir die abhängigkeit gegenüber umseren nachbarn, vorallem dem atomstromproduzenten frankreich. Stattdessen hätte man natürlich auch eine bank retten oder unkonventionelle fördermethoden von erdgas fördern können... Ein co2 freies (im bettieb) und nachhaltiges kraftwerk ist mir persönlich lieber...
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    3. Antwort von Robert Frei, Wettingen
      @Brügger, Rufer. Der geothermische Wärmefluss in der Schweiz ist in etwa 0.1 W / m2; also benötigt ein 5 MW Kraftwerk, bei sehr optimistischen 10% Wirkungsgrad, 500 Millionen m2, bzw 500 Quadratkilometer (10 x 50 Kilometer). Wenn man die Wärme auf einer kleineren Fläche abnimmt, kühlt man den Boden langfristig ab. Nachhaltig wird es nur, wenn man ein geeignetes geothermsiches Feld hat, und ein solches ist in der Schweiz nicht verfügbar
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