Schweizer Essgewohnheiten Gute Ernährungsempfehlungen? Sind für die Schweizer gegessen

Obwohl das Land in Milch schwimmt, konsumieren Schweizer zu wenig Milchprodukte – dafür viel zu viel Fleisch.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Bund hat erstmals eine Erhebung zum Ernährungsverhalten der Menschen in der Schweiz präsentiert (menuCH).
  • Die Ergebnisse zeigen: Die Schweizer essen weit mehr Fleisch als dies empfohlen ist und weniger Milchprodukte als empfohlen.
  • Häufig wird auswärts gegessen.
  • Frauen ernähren sich gesünder als Männer.

780 Gramm Fleisch und Wurstwaren – so viel konsumiert der Schweizer pro Woche. Das übertrifft die empfohlene Menge von 240 Gramm um das Dreifache. Die Männer essen dabei mit 980 Gramm fast doppelt so viel Fleisch wie Frauen.

Laut Studie wird Süsses und Salziges viermal mehr, und Fette wie Butter, Margarine, Rahm sowie fettreiche Sossen viermal so viel konsumiert wie empfohlen.

Auch der Konsum von Milchprodukten weicht von den Empfehlungen ab. Die Schweizer nehmen laut «menuCH» zu wenig davon zu sich. Zwei statt drei Portionen ist die durchschnittliche Menge pro Tag. Dabei ist der Konsum in der Deutschschweiz höher als in den italienisch- und französischsprachigen Landesteilen.

Die Erhebung zeigt ausserdem, wie häufig die Schweizer noch daheim den Kochlöffel schwingen. Demnach kocht mehr als ein Drittel der Bevölkerung (35 Prozent) nie ein warmes Mittagessen zuhause. Das Abendessen wird dagegen noch häufiger am eigenen Herd zubereitet. Nur 19 Prozent machen das laut Erhebung nie.

In die Zubereitung einer warmen Mahlzeit werden durchschnittlich 38 Minuten investiert. Mit zunehmendem Alter wenden Frauen dabei mehr Zeit auf, Männer in den mittleren Jahren mehr als Jüngere und Ältere.

Die Studie

Für menuCH wurden rund 2000 Erwachsene aus der Schweiz zu ihren
Ernährungsgewohnheiten befragt. Das Institut für Sozial- und Präventivmedizin der Universität Lausanne hat diese Erhebung im Auftrag des Bundesamtes für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) und des Bundesamts für Gesundheit (BAG) durchgeführt. Die Studie finden Sie hier.