Zum Inhalt springen

Header

Video
Mittagsausgabe
Aus Meteo vom 22.07.2021.
abspielen
Inhalt

Hagel und Sturmböen ab Samstag Wie gefährlich werden die Gewitter, Jürg Zogg?

Regen, Regen, Regen: Die Unwetter der vergangenen Woche in der Schweiz waren heftig. Flüsse, Seen und Bäche traten teilweise über die Ufer, Windböen liessen Bäume einknicken. Im Westen Deutschlands waren die Schäden aber noch weitaus heftiger. Ganze Ortschaften wurden zerstört, Menschen starben durch die immensen Wassermassen. Kaum hat sich in beiden Ländern die Lage etwas beruhigt, kündigen sich auf das Wochenende bereits die nächsten heftigen Unwetter an. SRF-Meterologe Jürg Zogg ordnet ein.

Jürg Zogg

Jürg Zogg

Meteorologe SRF

Personen-Box aufklappen Personen-Box zuklappen

Jürg Zogg ist seit April 2004 als Meteorologe bei SRF Meteo tätig. Das Geographiestudium an der Universität Zürich schloss er mit Vertiefung in Klimatologie und Atmosphärenphysik ab. Danach arbeitete er knapp fünf Jahre für den Wetterdienst Meteomedia im Appenzellerland.

SRF News: Am Wochenende sind heftige Gewitter vorausgesagt. Worauf müssen wir uns einstellen?

Jürg Zogg: Ab dem Samstagnachmittag beginnen die Gewitter, vor allem am Samstagabend und in der Nacht auf Sonntag. Es könnten sich sogar Superzellen-Gewitter bilden, also solche von der gefährlicheren Sorte. Bei solchen Gewittern ist lokal mit grosskörnigem Hagel zu rechnen (>4 cm), auch Sturm- oder gar Orkanböen sind möglich. Es könnten also wieder einige Bäume umknicken, so wie das letzte Woche in Zürich der Fall war.

Die Erdrutsch-Gefahr ist nach wie vor vorhanden, Hänge sind bereits durchnässt und instabil.

Die Gewitter bringen zwar sintflutartigen Regen, ziehen aber relativ schnell weiter. Dennoch kann es zu lokalen Überschwemmungen und Erdrutschen kommen. Dies auch, weil die Böden wegen der vergangenen Unwetter noch nicht viel Wasser aufnehmen können. Die Erdrutsch-Gefahr ist nach wie vor vorhanden, Hänge sind bereits durchnässt und instabil.

Legende: In vielen Gewässern wie hier beim Bielersee ist der Wasserstand nach wie vor sehr hoch. Keystone

Nach den heftigen Überschwemmungen letzte Woche beruhigten sich die Pegel der Flüsse und Seen allmählich. Ist mit erneuten Überschwemmungen zu rechnen?

Das ist nicht ausgeschlossen. Es sind nämlich nicht nur die Gewitter vom Samstag. Von Sonntag bis mindestens Dienstag kommt es zu weiteren teils kräftigen Regengüssen und Gewittern. Es handelt sich zwar nicht um einen flächigen Dauerregen. Treffen die Regenschauer aber täglich die gleichen Gegenden, kann in der Summe einiges an Wasser zusammenkommen. Die Pegel einiger Flüsse und Seen könnten nochmals ansteigen. Die Gewitter haben Potenzial, lokal ungemütlich zu werden. Aktuell ist es noch zu früh für eine Entwarnung.

Legende: Das deutsche Bundesland Rheinland-Pfalz könnte am Wochenende erneut von Unwettern heimgesucht werden. Keystone

Auch im Westen Deutschlands werden erneut starke Unwetter erwartet. Wie ist die Lage in unserem Nachbarland einzuschätzen?

Die Situation präsentiert sich ähnlich wie in der Schweiz. Ab Samstag sind starke Regengüsse und Gewitter zu befürchten. Diese Gewitter ziehen zum Glück relativ schnell weiter und bringen deutlich weniger Regen als die Unwetter der vergangenen Woche. Dennoch sind durch die Gewitter weitere Schäden möglich. Hänge die bereits instabil sind, könnten beispielsweise abrutschen.

Der Juli war bis jetzt ziemlich verregnet. Wagen Sie eine Prognose für den August?

Aktuell sieht man in den Wettermodellen kein stabiles Sommerhoch. Es bleibt nur die Hoffnung, dass das trockene Sommerwetter irgendwann doch noch kommt. Stand jetzt ist der Juli fast überall zu nass. In gewissen Gegenden ist doppelt so viel Niederschlag gefallen wie im langjährigen Mittel.

Das Gespräch führte Benjamin Hostettler.

SRF 1, Meteo, 22.7.2021, 12:55 Uhr;

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

7 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Markus Guggisberg  (gugmar)
    Die «Klimaxperten» müssen nicht nur Ihre Annahmen der Zunahme der Erdtemperatur korrigieren, sondern auch Ihre Berechnung zur Abnahme der Temperatur durch Reduktion des menschlichen CO2 Ausstosses. Nichts davon ist bewiesen und alles nur Annahmen in fiktiven Modellen mit unvollständigen Parametern und darauf soll sich die Politik einlassen ? Ist das der neue "Ablasshandel" der modernen Zeit, um die Menschen zu dominieren, solange sie daran glauben ? Ich denke JA !
    1. Antwort von Fabio Scheidegger  (Fabioski)
      Sie haben recht, seriöse Wissenschaft korrigiert Prognosen nämlich ständig sobald neue Faktoren bekannt sind! Fragen Sie doch mal bei Oxford an, wenn Sie staatlichen Organen nicht trauen ;)
    2. Antwort von Lucy Meier  (LucyM)
      Welche Reduktion des Co2-Ausstosses meinen Sie? Tatsächlich nehmen die Emissionen ja laufend zu, obwohl schon hier und da mit kleinsten Massnahmen ein ganz klein wenig reduziert wurde. Und bewiesen ist der Klimawandel schon längst, wir sind ja schon mittendrin. Nur sollten wir alle das auch endlich zur Kenntnis nehmen und auch verstehen, was eine Modellierung überhaupt ist. Das konnten wir doch jetzt in der Pandemie lernen. Aber ignorieren ist natürlich einfacher als etwas ändern.
  • Kommentar von Roger Stahn  (jazz)
    «Der Juli war bis jetzt ziemlich verregnet. Wagen Sie eine Prognose für den August?»
    Wetter- und Bauernregeln: «Genauso wie der Juli war, wird nächstes Jahr der Januar.»
    im August: «Wenn die Schwalben jetzt schon zieh'n, sie vor naher Kälte flieh'n.» «Ein Regen im August ist für den Wald Erquickungslust.» «August und Februar gleichen sich wie Juni und Dezember.» «Was August nicht hat vermocht, auch September nicht gar kocht.»

    Es ist die Hoffnung Jürg Zogg's, trockenes Sommerwetter käme...
  • Kommentar von Philipp Burkart  (EinmaligerNutzername2)
    Höred mal uf mit däne Frage immer im Titel!
    1. Antwort von Ernst Bühler  (Bühler Ernst)
      Was wäre denn der Vorschlag?
    2. Antwort von Evan Vaughan  (thevaughan)
      Ich finds super, so ist auf Anhieb zu erkennen, wenn es sich um ein Interview handelt.