Handelsregister: Guter Partner oder windiger Geschäftsmann?

Zahlt der neue Arbeitgeber den Lohn pünktlich? Oder ist er ein windiger Geschäftsmann, der schon mehrere Unternehmen in den Konkurs schlittern liess? Das Handelsregister brauche eine Suchfunktion für Personen, findet der Bundesrat. Ist das tatsächlich sinnvoll?

Geschäftsmänner: Einer legt Hand auf Schulter des anderen.

Bildlegende: Ob das Handelsregister mit einer Personen-Suche ausgestattet werden soll, wird das Parlament beraten. Keystone

Im öffentlichen Handelsregister fehlt eine Suchfunktion, mit der schweizweit online gezielt nach Namen von Personen recherchiert werden kann. Diese Funktion wäre aber wünschbar, falls der Datenschutz es zulasse, schreibt der Bundesrat.

Nutzen überwiegt Schaden

Für einen starken Datenschutz setzt sich SP-Nationalrat Jean Christophe Schwaab ein. Gleichzeitig ärgert er sich aber über missbräuchliche Konkurse. Eine Personensuchfunktion wäre heikel, findet er: «Aber in diesem Fall bin ich klar der Meinung, dass der Nutzen den potenziell kleinen Schaden überwiegt.»

Arbeiter oder Lieferanten müssten sich über Firmen und die Personen dahinter informieren können. Auch FDP-Ständerat Hans Hess ist für eine Personensuche im Handelsregister. Auf seinen Vorstoss hin hat der Bundesrat einen Bericht über missbräuchliche Konkurse verfasst.

Wird die Suche tatsächlich genutzt?

Hess fragt sich allerdings, wie viel eine solche Personen-Suchfunktion brächte: «Ich weiss nicht, wie oft dass Sie schon ins Handelsregister geschaut haben, wenn Sie eine Leistung bezogen haben. Ich mach das sehr selten.»

Private Anbieter ermöglichen die Online-Personensuche schon länger – allerdings meist gegen eine Gebühr. Das wäre beim öffentlichen Handelsregister anders. Die Personensuche im Handelsregister diskutiert als nächstes das Parlament.